Gratspaziergang

Von Oberjoch über den Kühgundsattel, Kühgundspitze (1.852 m und Kühgundkopf (1.907 m) zum Iseler (1.876 m)

Pfingstmontag im Allgäu startet – wie konnten wir es vergessen – erst einmal mit der Suche nach Basisverpflegung. Die meisten Bäcker haben zu, was wir jedoch erst nach dem dritten Anlauf realisieren. Dennoch brauchen wir noch etwas Verpflegung für unsere Tour bei der es Hütten erst am Ende gibt oder wir brauchen eine andere Tour… In Oberjoch finden wir eine Tankstelle, die zum Glück auch Semmeln verkauft. Unsere Rettung und die Rettung für die Tour heute.

Wir parken am Moorbad und laufen von dort in Richtung Tannheimer Tal bis zur letzten Bergbahn und von dort noch weiter im Tal gen Osten. Als die Grenzwiesbahn schon einige Zeit hinter uns liegt, werde ich doch etwas unruhig. Haben wir doch einen Hinweis übersehen? Nein, haben wir nicht. Etwas später teilt sich der Weg und für uns geht es bergan. Erst auf einem schmalen Sträßchen, dennoch mitten im Wald und durch Kuhweiden. Das zieht sich angenehm ansteigend bis zur hinteren Wiedhagalpe.

Danach wechselt der ‚Belag‘ und wir haben einen schönen Pfad unter den Füßen und laufen hinauf zur, bis wir in den Schmugglerpfad einbiegen. Ein schöner Pfad mit Schmuggler- und Zöllneraufgaben für Kids und allerlei Wissenswertes rund um Grenzen. Wir bleiben allerdings nicht lange bei den Schmugglern. Kurz vor dem ‚Zollhäuschen‘ vor Österreich biegen wir ab und klettern hinauf zum Kühgundsattel. Es ist schon stellenweise etwas luftig und in Anbetracht des dunklen Wolkenteppichs über uns und dem vor uns liegenden Weg, wird es mir doch etwas mulmig, ob wir den schmalen Weg auch immer gut sehen werden und sicher gehen können. Aber den Weg zurück gibt es immer.

Es lässt sich in den Wolken/im Nebel gut laufen und in dem Moment, als wir hinauf zur Kühgundspitze kommen, bricht die Sonne durch die Wolken und wir bekommen einen schönen und wirklich unerwarteten Ausblick ins Tannheimer Tal und nach Süden. Herrlich…

Jetzt wird es mit jedem Schritt perfekter. Wir spazieren auf- und abwärts den Grat/Übergang entlang. Es kommen uns jetzt allerdings vom Iseler deutlich mehr Wanderer entgegen als am Anfang – die Tour ist überall genau entgegengesetzt zu unserer Variante beschrieben und jetzt sind alle oben 🙂 Dennoch stellen wir uns die Frage: „Warum haben wir diese Tour nicht schon früher gemacht?“ – fast vor der Tür, wunderbar zu gehen auf Wegen, die uns absolut liegen, tolle Ausblicke.

Ehe wir den Iseler erreichen, geht es erst noch einmal bergab, damit wir den letzten Aufstieg auch noch einmal ordentlich genießen können. Hier oben gibt es Ausblick und Brotzeit. Und danach den Abstieg, der anfangs ziemlich in die Knie geht. Bis zur Bergstation der Iselerbahn geht es in engen Serpentinen auf Schotter echt anstrengend bergab. Daher wählen wir ab dort die Forststraße. Das war jetzt auch nicht so clever und bringt uns im Rückblick ein paar Kilometer mehr auf die Uhr. Und weit und breit keine Alpe in Sicht, bis wir fast unten sind. Zur unteren Ochsenalpe müssten wir noch etwas laufen und zwar nicht auf dem nun kürzesten Weg nach Oberjoch, sondern noch mehr Kilometer sammeln. Da ich unterwegs ein Schild mit der Aufschrift ‚Ruhetag Montag‘ gelesen habe, sparen wir uns das und kehren zum Abschluss direkt in die Mooshütte ein.

Eine herrliche Pfingstmontagstour, die wir sicherlich bald wiederholen werden.

13 Kilometer und knapp 4 Stunden bei ca. 900 Höhenmetern

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