Von Kehlheim an der Altmühl nach Berching – 2. Etappe des Fünf-Flüsse-Radwegs
Ich habe gut geschlafen und bin erholt einfach so gegen 7:15 Uhr aufgewacht. Eine Seltenheit bei mir, da ich definitiv nicht zu den frühen Vögeln zähle. Leider kommen wir nicht in den Genuss des Frühstücks unseres Cafès, da Montags verdienter Ruhetag ist. Auf ein großes Frühstück haben wir auch nicht so viel Lust, daher steuern wir einen Bäcker in Kehlheim an und starten mit Rosinensemmel und Cappuccino in den Tag. Trott einiger Anrufe, die der Lieblingsmann noch tätigt, sind wir vor 9:00 Uhr bereits durch das Altmühltor von Kehlheim auf den Radweg eingebogen.
Wir fahren wieder auf Naturwegen, abseits vom Verkehr direkt neben dem Fluss. Es ist windstill und etwas bewölkt, eigentlich bestes Radwetter. Dennoch bin ich etwas unruhig, da es noch Gewitter geben soll und auch stärkeren Regen. Die Verlässlichkeit der Prognose stelle ich seit meinem Erlebnis letzte Woche komplett in Frage und daher schaue ich immer wieder skeptisch nach oben. Gleich hinter Kelheim kommt die erste Schleuse und hier findet man auch Teile eines sehr großen Archäologie Parks. Neben der Schleuse steht ein nachgebautes keltisches Stadttor.


Der Weg ist immer perfekt beschildert, wir müssen nicht einmal überlegen, umdrehen oder Umwege fahren. Da macht das Fahren Spaß. Wir passieren den Tatzelwurm, eine gewundene Holzbrücke über den Fluss und auch die Burg Prunn, die hoch über dem Altmühltal thront. Dann müssen wir kurz die Regenjacken anziehen. Wobei, eigentlich hätten wir es nicht tun müssen. Nachdem wir schon einige Zeit im Regen unterwegs waren, hätten wir nur noch 3 bis 5 Minuten länger aushalten müssen 😉

Wir passieren Riedenburg und da wir schon mal hier waren, gibt es keinen Abstecher in die Stadt hinein. Nach weiteren 20 km kommen wir in die 7-Täler-Stadt Dietfurt. Der Lieblingsmann hält Ausschau nach einem Metzger und findet ihn natürlich am Marktplatz auch. Eine Wurstsemmel später geht es entlang von Feldern und ein wenig abseits des Flusses nach Beilngries. Eine wunderschöne, sehr gut erhaltene und lebendige Stadt. Wir werfen einen Blick in die sehr große St. Walburga Kirche und ziehen dann jedoch weiter. Jetzt sind es nur noch 10 km bis nach Berching, unserem Ziel für heute. Und genau in dem Moment, wo es anfängt zu schütten, stehen wir vor unserem Hotel. Perfekt! Wir checken ein und unsere Räder bekommen ein gemütliches Plätzchen im Bierlager, dann mangelt es ihnen auch an nix.
Bewaffnet mit zwei Flaschen dunklem Bier der privaten Brauerei, zu der das Hotel gehört, starten wir in den Nachmittag. Das ist Urlaub und wahrscheinlich werde ich jetzt auch noch bekehrt und mag dann plötzlich Bier ganz gern 😉

Wir essen ausgezeichnet hier im Hotel-Gasthof und erkunden anschließend noch Berching, wandern auf der Stadtmauer, schlendern durch die Gässchen mit den mittelalterlichen Häusern und lassen den Abend draußen ausklingen.
Der Tag hat Spaß gemacht und ich beginne, dem Radfahren etwas mehr abzugewinnen. Wäre das Wetter etwas stabiler, erden wir noch einiges mehr erkunden, was sich links und rechts des Wassers so bietet. Und davon gibt es wahrlich genug.

