Motivation von außen

Tour for friends – Vom Passo tre croci zum Sorapiss See

Eine Tour zum Auslaufen steht an – einige Kilometer, jedoch nahezu keine Höhendifferenz. Das Wetter war die gesamte Woche so gut, dass wir immer relativ hoch hinaus wollten. Heute verhängen Wolken den Himmel, wir haben aber Freunden versprochen, diese Tour, die sie als Geheimtipp von ihrer Wirtin erhalten haben, für sie zu gehen. Weiterlesen „Motivation von außen“

Zur schönsten Hütte Südtirols

Von der Haustür (1.200 m) über Aussergsell (2.004m) zur Dreischusterhütte

Heute lassen wir das Auto mal stehen und starten direkt an unserer Ferienwohnung im Ploderhof. Wir laufen nach Sexten hinein, um beim Bäcker noch etwas für die abendliche Brotzeit zu holen. Das muss halt mit auf den Berg. Aber die Tour ist ja nicht so anspruchsvoll, so dass es auf die paar Gramm mehr im Rucksack nicht ankommt 🙂 Weiterlesen „Zur schönsten Hütte Südtirols“

Weil es so schön war

Bergeinsamkeit beim Aufstieg entlang der schwarzen Rienz über das Wildgrabenjoch (2.289 m) zur Drei Zinnen Hütte (2.405 m)

Wir waren ja schon am Sonntag da und mit uns sehr viele andere auch – Bergerlebnis ist für uns etwas anderes. Doch die in einem Wanderführer beschriebene Tour „Der schönste Weg zur schönsten Aussicht“ hat uns so gereizt, dass wir es einfach noch einmal wagen mussten – also auf zur Drei Zinnen Hütte 🙂

Weiterlesen „Weil es so schön war“

Alta Via Dolomiti 1 – Unterwegs auf dem Dolomitenklassiker

Auf dem Dolomitenhöhenweg 1 vom Pragser Wildsee zur Seekofelhütte und um den Seekofel herum

Er steht ja auf der Liste der Mehrtagestouren ganz weit oben, der Dolomitenhöhenweg 1 – der, der die Highlights der Dolomiten in wunderbarer Weise aneinander reiht, wie Perlen auf der Schnur. Man muss sie nur noch erwandern. Das tun wir heute zumindest ausschnittsweise. Das frühere Aufstehen hat sich gelohnt, da wir trotz des morgendlichen Verkehrs und einem Abstecher zum Auffrischen der Sonnenmilchvorräte  (von 0 auf 100) schon kurz vor 10.00 Uhr am Pragser Wildsee starten. Die Atemluft hinterlässt kleine Wölkchen, also nix wie los. Es liegt eine Tour, nicht weniger anstrengend als die gestrige vor uns. Übrigens hätten wir gestern nicht hier sein wollen, die Größe der Parkplätze lässt Böses erahnen. Der See (1.489 m) liegt aber auch ziemlich genial und ich kann es verstehen, wenn man hier nur mal für einen 30 Minuten Spaziergang und einen Kaffee am See herkommt.

Der Seekofel spiegelt sich im Pragser Wildsee

Auf der Westseite des Sees laufen wir gen Süden und müssen immer wieder Fotostopps einlegen. Nach 20 Minuten zweigen wir vom Rundweg ab und es geht über gleißend helles Gestein stetig bergan. Der Weg ist schön und von Latschenkiefern gesäumt. Wir glauben auch schon das Ende des Anstiegs ausmachen zu können. Dem ist jedoch nicht so, nach einer Stufe, an der der Weg zur Rossalm abzweigt, zieht sich die Nummer 1 weiter nach oben. Mal im Wald, mal über Geröll in der Sonne. Es ist wunderbares Laufen heute, da nur sehr wenige unterwegs sind. Noch eine kurze seilversicherte Passage und wir erreichen – denken wir – mit der Ofenscharte (2.388 m) den höchsten Punkt für heute.

Das allerdings ist ein Irrglaube, es geht noch ein ganzes Stück über Geröllwege mal leicht abwärts, meist jedoch hoch. Der Magen meldet sich langsam und wir denken nur noch daran, was wir auf der Hütte alles essen würden…Nicht lange, und sie kommt wirklich, die Ofenscharte, die uns auch gleich für die Mühen belohnt. Erstens liegt links unten gleich die Seekofelhütte und zweitens gibt es ein phantastisches Panorama – Marmolada und Cristallo-Massiv und viele weitere Dolomitengipfel. Leider ist der Ausblick nur bedingt für Fotos geeignet, da sich doch einige Wolken über den Gipfeln türmen. Wir haben an der Ofenscharte schon italienisches Sprachgebiet erreicht, was wir auch in der Hütte merken. Also erst einmal stärken. Danach ist es mit den Wolken nicht besser und zudem noch ziemlich kalt. Wir starten dick eingepackt auf den zweiten Teil der Tour. Es ist halt September und wir sind auf 2.300 m…

Auf einem Panoramaweg – nicht mehr Nummer 1 – geht es mit weiterhin grandiosen Ausblicken in leichtem Auf und Ab zur Seitenbachscharte. Dort wenden wir uns wieder nach Norden und verlieren jetzt kräftig an Höhe. Hier gehen sicher häufig Gerölllawinen ab und der Weg läuft bestimmt immer wieder anders. Es lässt sich wider Erwarten recht gut gehen und bald sehen wir auch die Grünwaldalm im Tal. Es riecht wunderbar nach Herbst und wir genießen sogar den Abstieg. Die Anstrengung der Tour merken wir erst im Auto.

Wir besuchen noch die Sextener Käserei, was gute nächste Tage verspricht.  Wir lassen den Tag mit einem Glas Wein im Zentrum von Sexten ausklingen. Dabei schmieden wir Pläne für die nächsten Tage, sofern die Oberschenkel wollen;-)

Blick auf den Pragser Wildsee 

1.000 hm/ 16 km/ 5 h

Jetzt schlägt es dreizehn

oder besser eins – Rund um den Einserkofel 

Jetzt sind wir mittendrin in den Dolomiten. Von der Ferienwohnung blicken wir direkt auf die bleichen Gipfel. Jetzt gilt es, das vor uns liegende, auf Schusters Rappen zu erkunden. 
Wir können fast direkt vor der Tür starten und müssen nur wenige Kilometer zum Startpunkt fahren, wobei wir gleich mal noch die Infrastruktur von Sexten checken – alles da für einen guten Urlaub. Der Parkplatz ist rappelvoll. Ja klar, es ist Sonntag, das Wetter ist phantastisch und Urlauber wie Einheimische sind auf den Beinen. Zum Start in unseren Urlaub haben wir uns die Umrundung des Einserkofels vorgenommen, Teil der Sextener Sonnenuhr. Es ist noch sehr frisch im Schatten, hier auf 1.454 m, also starten wir zackig in Richtung Talschluss. Irgendwie läuft es nicht htung so rund. Daher gönnen wir uns bereits nach 20 Minuten in der Talschlusshütte einen Cappuccino. Mal sehen, ob es wirkt.

Noch wenige Meter eben dahin und dann starten wir den Aufstieg an der Ostseite des Einserkofels in Richtung Zsigmondyhütte. Es ist ein wunderbar zu gehender Weg, der mit jedem Schritt neue, schöne Blicke bietet. Der Himmel ist strahlend blau und jetzt macht es richtig Spaß Meter um Meter zu erklimmen.

Der Weg zieht sich in Kehren immer weiter nach oben und ganz plötzlich sehe ich eine Fahne, die mit Sicherheit zur Hütte gehört. Wenige Schritte noch und die Zsigmondyhütte  (2.224 m) ist da. Es ist Mittag und die sie ist rappelvoll. Da es zur nächsten Hütte nur 1 Stunde, also 45 Minuten für uns, ist, gehen wir nach einer kurzen Apfelpause weiter. Es sind nur noch 300 hm zur Büllelejochhütte und so krabbeln wir weiter den Hang hoch. 

Es gibt so viel zu sehen und zu staunen. Die Messlatte für alle weiteren Touren hängt damit extrem hoch. Einziger Wermutstropfen ist das da: 

Ich habe HUNGER, aber hier geht kein Apfel zur Erde. Wir haben mitten im Getümmel schon Plan B geschmiedet, als der Herr im Team zwei Plätze ergattert. Blöd nur, dass die Bank an einer Stelle ziemlich nass ist, was ich jedoch erst beim Aufstehen merke. Gewählt haben wir schnell, was nicht heißt, dass es beim Bestellen ebenso ist. Eine Bedienung sucht zwei Gäste, denen sie ihr Essen bringen will. Die saßen wohl vorher auf unserem Platz und sind wegen der langen Wartezeit weitergezogen. Wir erbarmen uns und nehmen eine Kaspressknödel suppengemüse ab. Zumindest etwas im Magen. Die Gulaschsuppe dauert nicht so lang, wie gedacht, aber die Getränke lassen auf dich warten. Nach einer Stunde sind wir wieder unterwegs. Jetzt geht es mehr ab als auf und wir laufen jetzt zu einem Highlight der Dolomiten,  den Drei Zinnen. Unterwegs herrscht einriesiges Sprachgemisch – der hiesige Dialekt, auf den wir zum Glück deutsch antworten können. Aber wir müssen dennoch schnell von grazie und prego auf thank you und welcome umsteigen. Das ist neu.

Langsam schiebt sich die Dreizinnenhütte ins Bild und nach einem, vermutlich für heute letzten, Anstieg sind wir da.

Hier ist, entgegen den Beschreibungen weniger los, als auf den beiden anderen Hütten. Da wir noch ein ganzes Stück vor uns haben, bleiben wir nicht so lange. Wir kommen vielleicht auf einer anderen Tour noch einmal her. Jetzt geht es für knapp zwei Stunden ca. 1.000 hm bergab. Das ist immer nur Pflicht. Dennoch lässt sich der Weg gut laufen und wir kommen zügig voran. Der Apfelstrudel, den wir uns an unserem Startpunkt, der Talschlusshütte gönnen wollen, zieht.

Kurz vor der Hütte zweigt unser Anstiegsweg aus dem Altensteiner Tal wieder in das Fischleintal ein. Auf der Hütte gibt’s Musik, wie auf den andere heute auch. Ein Tisch im Schatten ist frei und der Strudel mit einer riesigen Portion Sahne ein  Genuss. Eine lange Rundtour, die ohne unsere relativ hohe Geschwindigkeit, in der Dämmerung geendet hätte. Die Routen sind hier doch vergleichsweise lang, da immer erst durch ein Tal der Zugang zum Anstieg verläuft. Am Parkplatz liegt ein nettes Hotel, welches den direkten Blick auf den Einserkofel und weitere schöne Gipfel hat. Jetzt im Wellnessbereich auf einer der Liegen die Aussicht genießen-Domomitenhof wir kommen bestimmt mal vorbei 🙂

16 km/ 1.200 hm/ 5 h