Und wieder eine abgebrochene Tour

Von der Berliner Hütte ins Tal zurück

Dieses Jahr ist wirklich der Wurm drin. Aber langsam und von vorn.

Es regnet den ganzen Nachmittag und Abend ohne Unterbrechung. Da die Prognose für Mittwoch jedoch sehr gut aussieht, wollen wir sie trotz der nochmals höheren Schwierigkeit im Vergleich zur letzten Etappe angehen. Es soll wunderbare Ausblicke geben. Davon hatten wir bislang nicht so viele. Bei schönem Wetter kommen wir sicherlich auch gut mit den Gegebenheiten, wie aufgeweichtem Boden, Altschneefeldern und riesigen Bächen, die zu queren sind, zurecht. Christoph spricht mit dem Bergführer einer Gruppe und er will auch gehen. Mit Ralf und Steffen, den beiden Schwaben, vereinbaren wir ein spätes Frühstück, da erstens das Wetter im Tagesverlauf immer besser werden soll und wir auch die sehr früh startende, geführte Gruppe nicht gerade an den langen Seilpassagen der Mörchenscharte treffen wollen.

Morgens beim Frühstück ist alles gut. Wenig später schüttet es wieder so richtig. Die zwei Frankfurter Jungs sind losgelaufen und kurz nach dem Start wieder umgekehrt. Gemeinsam wägen wir ab, was wir machen sollen. Es wird innerhalb der nächsten Stunde nicht besser und die Prognose für Donnerstag und Freitag zeigt noch mehr Regen an. Das ist für uns alle das Signal, dass es einfach nicht sein soll. Also Aufbruch zum Tal.

image
Eingang zur Berliner Hütte

Wir brechen zu sechst auf und treffen wenig später auf Alex und Sandra, das Südtirol-Allgäu-Paar. Die waren fest davon überzeugt, dass wir alle gegangen sind und nur weil sie uns wieder treffen wollten, sind sie aufgestiegen. Bei einem Abbruch hätten wir an der Hütte, die sie für die Übernachtung gewählt haben, vorbeikommen müssen. Also steigen wir jetzt in noch größerer Gruppe bergab, da auch die Entscheidung der beiden schnell gefällt war.

Natürlich wurden wir vom Wetter noch in Versuchung geführt:

image

Es gab etwas blauen Himmel und wir haben auch ein paar Gipfel gesehen. In Mayrhofen angekommen regnete es jedoch wieder. Um einen Kommentar aufzugreifen, so richtig Spaß macht die Trendsportart Water-Hiking nicht. Wir werden die Tour vom Furtschaglhaus beginnend noch einmal in Angriff nehmen, jedoch nur bei guter Prognose, um endlich für die doch anstrengenden Etappen auch mit etwas Aussicht und der Möglichkeit einer Pause an einer schönen Stelle belohnt zu werden. Dafür reicht ein langes Wochenende…

Was machen wir jetzt? Spontan ein paar Tage Südtirol bei besserem Wetter.

image

Ich hoffe, dass der dritte Anlauf dieses Jahr, ab dem 4. August von etwas mehr Erfolg gekrönt ist.

Bis bald auf diesem Blog.

Regnen tut es nur im Kopf

Vom Furtschaglhaus zur Berliner Hütte (2.044 m)

Gestern hatten wir einen wirklich lustigen, langen Hüttenabend. So langsam bilden sich die Gruppen, die sich immer wieder treffen, heraus. Wir saßen mit zwei Männern aus Frankfurt, einem südtiroler/allgäuer Paar und zwei Herren aus Fulda zusammen. Wir haben alles „besprochen“ – italienische Wirtschaftskraft, die Küche Südtirols, Fußballweltmeisterschaft und vor allem die Wetteraussichten für die nächsten Tage. Christoph hat den in der Hütte hängenden Wetterbericht gelesen und kam mit Tränen in den Augen zurück. Er sagte, das könnte auch ein Horoskop sein. Darauf hat der Südtiroler den Spruch geprägt, regnen tut es eh nur im Kopf…

Daraufhin sind wir alle im festen Glauben an besseres Wetter ins Bett.

Und heute Morgen…

image

Es geht doch. Für die heutige Tour, mit fast 1.000 Höhenmetern und Aufstieg auf das Schönbichler Horn, wäre Regen furchtbar. Wir starten kurz vor 8.00 Uhr und wie üblich geht es sofort aufwärts. Nahezu alle Höhenmeter im Aufstieg warten am Anfang auf uns.

Leider zieht es mit zunehmender Höhe immer weiter zu. Es regnet nicht, ist jedoch ziemlich neblig. Wir müssen an ein, zwei Stellen gut auf die Markierungen achten und steigen schlussendlich als 6 – er Gruppe in Richtung Gipfel (3.134m) auf. Einige Schwierigkeiten sind schon im Anstieg eingebaut. Wir müssen einige Schneefelder queren und steigen über Schotter ziemlich steil bergauf.

image
Die letzten Meter zum Schönbichler Horn

Wir haben schon erste seilversicherte Passagen, aber das anspruchsvollste Stück wartet noch auf uns.

Auf der Ostseite des Berges geht es einige Zeit sehr anstrengend, mit Seilen gesichert, bergab. Wohl dem, der lange Beine hat. Zum Glück regnet es noch nicht. Wenn wir Ausblick gehabt hätten, wäre der sicher genial gewesen. So sind wir im Nebel, die guten Markierungen immer im Blick, auf dem Grat abgestiegen. Teilweise war es eine rutschige Angelegenheit, so dass man immer konzentriert laufen musste. Da war nix mit quatschen unterwegs.

Endlich fing es wieder an zu regnen (natürlich nur im Kopf) und so schalteten wir doch bald in den „Hauptsache Ankommen“-Modus. Kurz gab eine Wolkenlücke den Blick auf die Berliner Hütte frei. Es passierte uns erstmals, dass wir die Entfernung total unterschätzt haben. Das trug im Verlauf nicht zur Verbesserung der Motivation bei. Wir mussten über unendlich viele Granitblöcke steigen und Wasserfälle queren. Den Schuhen war es egal, die waren schon nass.

Über viele nasse und rutschige Gletscherschliffplatten hinweg, erreichten wir dann doch die Berliner Hütte. Das ist fast ein Hotel in den Bergen. Sie steht unter Denkmalschutz und hat einen riesigen Speisesaal mit Holzvertäfelung, einen Postschalter, an dem man eincheckt und einen Eingangsbereich mit Kronleuchter.

Wir wurden von der zweiten Jungsfraktion in unserer losen Gruppe, den zwei Schwaben, begrüßt und sofort zum Trockenraum geschleust, da dort der Platz für die Schuhtrockner schon eng wurde.
Nachdem die Bedienung irgendwann auch Lust hatte, bekamen wir unser Zimmer und die heiß ersehnten Duschmarken.

Geduscht und mit einer halben Portion Tiroler Knödel im Bauch, können wir dem ausdauernden Regen von innen gut zuschauen.

Wir sind heute nur 5 Stunden gelaufen, aber es hätte nicht viel weiter sein dürfen.

Morgen soll es etwas besseres Wetter geben, was aus zwei Gründen positiv wäre. Erstens soll man von der Berliner Hütte ein perfektes Panorama haben und zweitens steht morgen wieder eine anspruchsvolle Etappe mit Kletterei und vielen Höhenmetern auf dem Programm.

image
Überblick Berliner Höhenweg

Bei schönem Wetter kann jeder…

Vom Friesenberghaus zum Furtschaglhaus (2.298 m)

Gestern hatte ich vergessen zu erwähnen, dass wir ein Zweierzimmer hatten. Das ist schon wirklicher Luxus auf einer Hütte. Wir haben geschlafen wie die Murmeltiere. Die Hütte war im Vergleich zur Gamshütte auch sehr ruhig.

Heute Morgen war es bewölkt, als wir gestartet sind. Gleich nach der Hüte stramm bergauf, aber das sind wir ja gewöhnt. Hier kreuzt sich meine für Juni/Juli geplante  und abgebrochene Tour mit dem Berliner Höhenweg. Ich komme hier also in wenigen Tagen nochmals entlang. Wir müssen einige Schneefelder queren, was nicht ganz ungefährlich ist, da diese meist über Wasserfälle gehen und am Rand schon ziemlich instabil sind. Was ich beim zweiten oder dritten Schneefeld auch selbst merke. Schwups, war ich weg.

image
Blick hinunter auf den Schlegeisspeicher

Wir laufen jetzt auf einem wunderbaren Panoramaweg, der bei schönem Wetter sicherlich beste Fotos liefert. Aber auch wir bekommen vor dem Regen noch ein paar schöne Ausblicke. Es sind die letzten Minuten vom Föhn und die Gipfel sind ganz klar gezeichnet.

image

Dann bricht er zusammen und der Regen bricht los. Am Ende der 3. Etappe, an der Olperer Hütte ziehen wir nach 2 Stunden unsere Regenhosen an. Eine Pause machen wir an dieser wunderbar gelegenen, neuen Hütte nicht. Es ist noch zu früh am Tag. Ich komme ja nochmal hierher und dann auch für eine Übernachtung.
Wir steigen ab, für ca. 1 Stunde heißt es. Die Angabe jedoch hat definitiv nicht gestimmt. Wir brauchen fast 30 Minuten länger. Und immer schön im Regen. Am Speicher angekommen kehren wir ein. Wir haben Hunger und deshalb muss es sein. Sonst wäre es besser gewesen, weiterzulaufen. Der Regen nervt.

Es geht am Speicher eben hin, was auch keinen Spaß macht. Aber wenigstens können wir gemeinsam meckern. Wir sehen eine Vierergruppe vor uns und können uns gut an ihnen orientieren. Sie krabbeln in Kehren den Berg hoch, was wir wenig später auch tun werden. Der Weg ist wunderbar gesetzt. Wenn nur der Regen nicht wäre. Aber irgendwann ist es geschafft und wir sehen die Hütte und sind auch gleich da. Das ist das Ende der 4. Etappe. Wir sind also heute zwei Etappen gelaufen, was eher mental als konditionell eine Herausforderung war.

image

Angekommen, stellen wir fest, dass es einen gut funktionierenden Trockenraum und heiße Duschen und Apfelstrudel gibt. Dann kann der Abend kommen.

Bei schönem Wetter kann jeder…

Vom Friesenberghaus zum Furtschaglhaus (2.298 m)

Gestern hatte ich vergessen zu erwähnen, dass wir ein Zweierzimmer hatten. Das ist schon wirklicher Luxus auf einer Hütte. Wir haben geschlafen wie die Murmeltiere. Die Hütte war im Vergleich zur Gamshütte auch sehr ruhig.

Heute Morgen war es bewölkt, als wir gestartet sind. Gleich nach der Hüte stramm bergauf, aber das sind wir ja gewöhnt. Hier kreuzt sich meine für Juni/Juli geplante  und abgebrochene Tour mit dem Berliner Höhenweg. Ich komme hier also in wenigen Tagen nochmals entlang. Wir müssen einige Schneefelder queren, was nicht ganz ungefährlich ist, da diese meist über Wasserfälle gehen und am Rand schon ziemlich instabil sind. Was ich beim zweiten oder dritten Schneefeld auch selbst merke. Schwups, war ich weg.

image
Blick hinunter auf den Schlegeisspeicher

Wir laufen jetzt auf einem wunderbaren Panoramaweg, der bei schönem Wetter sicherlich beste Fotos liefert. Aber auch wir bekommen vor dem Regen noch ein paar schöne Ausblicke. Es sind die letzten Minuten vom Föhn und die Gipfel sind ganz klar gezeichnet.

image

Dann bricht er zusammen und der Regen bricht los. Am Ende der 3. Etappe, an der Olperer Hütte ziehen wir nach 2 Stunden unsere Regenhosen an. Eine Pause machen wir an dieser wunderbar gelegenen, neuen Hütte nicht. Es ist noch zu früh am Tag. Ich komme ja nochmal hierher und dann auch für eine Übernachtung.
Wir steigen ab, für ca. 1 Stunde heißt es. Die Angabe jedoch hat definitiv nicht gestimmt. Wir brauchen fast 30 Minuten länger. Und immer schön im Regen. Am Speicher angekommen kehren wir ein. Wir haben Hunger und deshalb muss es sein. Sonst wäre es besser gewesen, weiterzulaufen. Der Regen nervt.

Es geht am Speicher eben hin, was auch keinen Spaß macht. Aber wenigstens können wir gemeinsam meckern. Wir sehen eine Vierergruppe vor uns und können uns gut an ihnen orientieren. Sie krabbeln in Kehren den Berg hoch, was wir wenig später auch tun werden. Der Weg ist wunderbar gesetzt. Wenn nur der Regen nicht wäre. Aber irgendwann ist es geschafft und wir sehen die Hütte und sind auch gleich da. Das ist das Ende der 4. Etappe. Wir sind also heute zwei Etappen gelaufen, was eher mental als konditionell eine Herausforderung war.

image

Angekommen, stellen wir fest, dass es einen gut funktionierenden Trockenraum und heiße Duschen und Apfelstrudel gibt. Dann kann der Abend kommen.

Nur für Geübte

Von der Gamshütte zum Friesenberghaus (2.438 m)

Gestern Abend sind wir sehr früh ins Bett, wirklich sehr früh. Für Christoph hat es sich ausgezahlt; er hat sofort geschlafen. Ich lag noch etwas wach und danach noch viel länger. Über unser Zimmer hinweg ging die Treppe und ein Teil des Matratzenlagers im Obergeschoss. Neben uns war die Toilette und es war die ganze Nacht Betrieb. Ich hatte das Gefühl, die laufen alle direkt über meinen Kopf und die Toilette ist dauerhaft belegt. Geschlafen habe ich dann doch irgendwann, so gut es halt bei gefühlten  30 Grad im Zimmer geht. Die Nacht war um 5.30 vorbei, da dann die ersten Kopfläufer ihr Tagewerk begannen.

Also auf zum Brunnen, um nicht im Waschraum anstehen zu müssen und dann zu einer heißen Tasse Kaffee, die es zum Glück schon vor 7.00 Uhr gab. Als mittlerweile Geübte haben wir unsere Sachen sehr schnell zusammen. Dennoch waren wir bei den letzten, die die Hütte verließen. Egal, wir holen sie….

Es ging sofort steil bergan und danach querten wir einen Bergrücken der vollständig begrast war. Der Weg hatte 25 cm Breite maximal. Und plötzlich rutscht die Frau aus der Pfalz, mit der wir gestern Abend den Tisch geteilt haben, ungebremst den Grashang bergab. Davor wird immer gewarnt, besonders bei Nässe, die wir nicht hatten.  Es war lediglich ein loses Grasbüschel. Ihr ist durch das weiche Gras nichts passiert, aber das die gebremst wurde, war ein Wunder.  Christoph ist hat ihre Stöcke eingesammelt und ihr Mann hat beide hochgezogen. Danach sind wir auch erst mal ganz langsam und demütig gelaufen. Nach einer Stunde war das anstrengende Stück vorbei und wir konnten gut vorwärts kommen. Die Blicke, die sich uns boten, wären bei dem Wetter einfach wunderbar und genau das, was wir uns immer bei solchen Touren erhoffen.

image

Nach drei Stunden Gehzeit, also um 10.15 Uhr sind wir an einer Alm vorbeigekommen, an der es frische Buttermilch gab.  Eine gute Stärkung, wobei ich nach wie vor hoffe, dass sie von der Kuh und nicht von der Ziege war. Es gab beide Fraktionen auf der Alm.

Im stetigen bergauf und bergab, über Wege, Gras uns Blocksteine querten wir Hänge, Bergrücken und Wasserfälle. Unsere Mittagspause haben wir mit einigen anderen, die den gleichen Touren laufen haben, auf einem Almboden, umgeben von vielen Wasserfällen verbracht. Bei 30 Grad war die Abkühlung auch bitter nötig.

image

So richtig lang haben wir nicht pausiert, da von Westen her Bewölkung aufzog und wir noch fast 4 Stunden zu gehen hatten (lt. Anzeigen und Karte).

Nachdem wir den ersten Anstieg erklommen hatten, und das war wirklich anstrengend und auch ausgesetzt, merkten wir, dass es von Osten schon deutlich trüber war und von dort auch das Wetter kam. Also Beine in die Hand nehmen, da Gewitter in den Bergen wirklich kein Spaß ist aber nach mehr als 4,5 Stunden Gehzeit auch einfacher gesagt als getan. Aber es gibt in der Höhe für starken Regen nichts zum Unterstellen.

Es kam ziemlich frischer Wind auf, der uns zu schaffen machte, da wir immer nah am Abgrund kraxelten.

Immer wieder steil bergauf und über Blocksteine ging es Schritt für Schritt vorwärts.  Irgendwann sahen wir ganz weit oben ein Haus, von dem wir annahmen, dass es unser Ziel sei. Das wäre wirklich noch eine Schlacht geworden. Aber zum Glück war es die Bergstation des Tuxer Gletschers. Nach fast sieben Stunden kam ein Schild, dass wir nur noch 30 anstatt der rechnerischen 90 Minuten zur Hütte brauchen. Erlösung, mit der aber auch der Regen begann.

image

Auf zum Endspurt; Kälte und Regen sind egal. Wir waren mit unter den Ersten, die auf der Hütte ankamen. Das bedeutet auf jeden Fall eine heiße Dusche und leckeren Kuchen in  der warmen Stube. Der Gwwitterschauer kam auch noch, aber den haben wir uns von drinnen aus angeschaut.

Morgen ist die Etappe um 1/3 kürzer, was uns unsere Beine sicher danken werden. Dafür ist die Wetterprognose schlecht, jedoch nur bis Dienstag. Das schaffen wir.

Von Berlin auf den Berliner Höhenweg

Von Finkenberg zur Gamshütte (1.923 m)

Der Start war, wie für uns fast normal, nicht ganz optimal. Die Entscheidung, auszuschlafen und alles geruhsam anzugehen, haben wir mit einer vierstündigen Anfahrt nach Mayrhofen/Zillertal bezahlt. Dafür hatten wir alle Zeit der Welt, den Achensee anzuschauen und nette bayerische und österreichische Dörfer zu bestaunen. Un 15.15 Uhr haben wir unseren Aufstieg begonnen. Bei 33 Grad lagen 1.000 hm und ca. 3 Stunden Gehzeit vor uns. Ich gestehe, nach wenigen Minuten hätte ich am liebsten umgedreht. Wir mussten erst das Dorf hinter uns bringen und da stand die Hitze. Alles war im Freibad und es lockte ein Hotel nach dem anderen.
Dann kam endlich Wald und ein wunderbar zu gehender Weg, der uns in vielen Kehren schnell bergan brachte. Nach der Hälfte der Zeit hatten wir einen ersten schönen Blick zurück auf Mayrhofen.

image
Blick auf Mayrhofen

Und nicht viel weiter mussten wir gehen, um wirklich einen ersten grandiosen Blick, auf das, was vor uns liegt, zu werfen.

image
Da werden wir in den nächsten Tagen sein

Der Weg zur Hütte zog sich dann doch noch ziemlich lange durch den Wald. Plötzlich konnte man die Hütte sehen. Oder war es nur der Schuppen der Materialseilbahn?

Wenige Minuten trennten uns vom ersten Etappenziel. Wir könnten zum Glück ein Zimmerlager im Haupthaus beziehen und freuten uns über ein kaltes Skiwasser. Danach freuten wir uns über das kalte Wasser im Waschraum, was mit 8 Grad für eine schnelle Wäsche sorgte. Das Essen und die Atmosphäre auf der Hütte entschädigen für die Kälte. Besonders die Käsesahnetorte kann sich durchaus einem Wettbewerb stellen.

image

Morgen wartet mit 9 Stunden die längste Etappe der Tour auf uns. Da heißt es, früh schlafen zu gehen und morgen früh schnell zu sein. Es gibt nur wenige Toiletten und Waschbecken und alle auf der Hütte haben den gleichen Weg zum Friesenberghaus.

Raus aus der Ruhe

Von Liebenwalde nach Berlin (75 km)

Nachdem ich in den letzten Tagen doch hin und wieder über das Wetter gemosert habe, werde ich mich heute diesbezüglich stark zurückhalten. Ich kann schon auf der Terrasse frühstücken und fahre noch vor 9.00 Uhr aus Liebenwalde hinaus. Wie gestern geht es durch lichten Kiefer- oder Mischwald. Plötzlich sehe ich zwei Leute im Wald auf dem Boden sitzen. Es dauert ein Weilchen, dann dämmert mir es ganz langsam und wenig später sitze ich auch auf dem Waldboden und pflücke Heidelbeeren. Zum Glück habe ich eine leere Tüte für meine Beute dabei.

Entlang eines Havelkanals fahre ich nach Oranienburg, mit seinem wunderschönen Barockschloss.

image

In den Schlossgarten darf man leider nicht mit dem Rad rein und die Plackerei mit den Taschen ist mir zu groß. Der muss halt warten. Ich starte der Nicolaikirche noch einen Besuch ab, mit dem Ziel, auf den Turm zu steigen. Die nette Dame in der Kirche will mir jedoch erst einmal ihre Kirche erklären. Es gesellt sich noch eine Besucherin hinzu und so wird es ganz kurzweilig, wobei der Bau von außen mehr überzeugt, als von innen. Ich steige mit der zweiten Besucherin auf den Turm und wir schaffen es, trotz der 178 pausenlos zu erzählen und nicht wegen Sauerstoffmangel umzufallen.

Der Ausblick ist gut und ich kann den Fernsehturm am Alexanderplatz entdecken.

Weiter geht es wieder entlang von Seen oder der Havel selbst.

image
Schon ein ganz ansehnlicher Fluss

In Borkenkäfer mache ich in einem ganz tollen Cafè eine Pause und genieße es im lauschigen Garten zu sitzen, ehe ich weiter in Richtung Großstadttrubel fahre.

Vor Berlin weitet sich die Havel fast zu einem See und ich glaube mit Haus und Grundstück hier, lässt es sich gut aushalten.

image

Durch unzählige Schrebergartenkolonien fahre ich immer entlang eines Kanals und auf dem Berliner Mauer Weg zurück nach Berlin Mitte und belohne mich am Ende noch mit einem sehr guten Eis. Jetzt bin ich wieder zurück im „Alltag“.

Es war eine lohnenswerte Tour, die ich auf jeden Fall über kurz oder lang, hoffentlich dann nicht allein, bis zur Mündung in die Elbe fortsetzen möchte.

Endlich ist die Havel zu sehen

Von Fürstenberg nach Liebenwalde (57 km)

Das Wetter war gestern nicht gnädig. Es schauerte und gewitterte anhaltend, so dass die Location meiner Wahl mein Zimmer war. Heute morgen jedoch sah die Welt ganz anders aus. Blank geputzter Himmel und Sonnenschein. Noch vor dem Frühstück saß ich am Wasser. Ja, ich war am und nicht im Wasser. Das war mir dann doch noch zu frisch. 😉

Nach einem Frühstück mit allem, was dazu gehört, sogar den “ Stullen zum mitnehmen“, bin ich ziemlich spät und erstmals kurzärmlig gestartet. Himmelpfort war nach wenigen Kilometern meine erste Station. Ein schöner kleiner Ort, in dem ich es auch ein Wochenende zum Bootfahren, Baden und Radfahren aushalten könnte.

image
Fachwerkkirche Bredereiche

Kurz danach kommt Bredereiche, wo es einiges zu sehen gibt. Mitten im Ort steht eine schöne kleine Fachwerkkirche. An der Schleuse beobachte ich die Boote beim Selbstschleusen.

image
Schleuse in Bredereiche

Es gibt Bungalowboote, die passen in der Breite gerade so in die Schleusenkammer rein. Am Ortsrand wartet noch eine riesige Stieleiche und das schon seit vielen hundert Jahren.

So langsam ändert sich die Landschaft. Es gibt mehr Felder und Pferdekoppeln und weniger Seen und Wälder. Dafür ist endlich die Havel als Fluss zu sehen. Bislang hat sie sich meist in Seen und Kanälen versteckt.

Zwischen Mildenberg und Zehndick sieht das Bild von oben sicherlich wie eine mehrreihige Perlenkette aus. Links und rechts der Havel befinden sich unzählige kleine Seen (sog. Stiche), die durch den Tonabbau entstanden sind. Hier war früher Europas größtes Tonabbaugebiet und die größte Ziegelproduktion. Daher wahrscheinlich auch die vielen Klinkerhäuser.

Bald komme ich nach Zehndick, in dem ich meine Mittagspause verbringe. Es gibt hier noch Reste eines Zisterzienserklosters und eine Zugbrücke, die leider während meines Aufenthalts geschlossen blieb.

image
Vosskanal mit Ziegeleischornstein

Unweit von hier befindet sich Ribbeck, bekannt aus dem Gedicht von Theodor Fontane. Nach meinen Ausführungen zum Tonabbau, verschone ich alle mit weiteten Details. Es ist dennoch ein schönes Gedicht. 🙂

Ab hier geht es zwischen Vosskanal und Havel auf einem gut ausgebauten Radwegen zu meinem Etappenziel Liebenwalde. Es ist schon ein sehr ruhiger Ort, also wirklich sehr ruhig. Für eine Nacht geht es. Mein Zimmer ist super und der Tipp für das Abendessen hat auch wunderbar gepasst. Es gab Zander.

Jetzt freue ich mich auf meine nächste und vorerst letzte Etappe über Oranienburg nach Berlin.

Im Land der tausend Seen

Von der Havelquelle in die Wasserstadt Fürstenberg (67 km)

Wie auf den Hütten auch, war ich auch hier auf dem Havelradweg am Abend nicht ohne Gesprächspartner. Man trifft doch immer wieder interessante Menschen und bekommt wertvolle Tipps für unterwegs. Gestern hatte ich eines der besten Fischgerichte, die ich je gegessen habe und über ebendieses bin ich mit einem Ehepaar aus Hamburg ins Gespräch gekommen, die auf dem Weg von Berlin nach Kopenhagen (mit dem Rad) sind.

Für heute standen ein paar mehr Kilometer als gestern auf dem Programm und das Wetter hält sich auch nicht so richtig an die Prognose. Ich starte bei grauem Himmel und ziemlich starken Wind, so dass ich gehörig treten muss. Nach wenigen Kilometern gleich das erste Highlight:

image
Storch nahe Ankershagen

Dieses Mal war er nicht erschrocken und ich hatte das Handy zum fotografieren auch schnell zur Hand. Weiter geht es in ständigem bergauf und bergab – ja hier ist es hügelig. Auch das hatte ich nicht erwartet, macht jedoch Spaß, da sich immer wieder neue Ausblicke ergeben.

Es gibt hier unzählige Seen, die alle mit Kanälen verbunden sind, so dass den ganzen Tag immer ein See in der Nähe ist.

image

Das Wetter wird auch zunehmend besser, so dass ein leichtes Sommergefühl aufkommt. Meine Mittagspause verbringe ich an einer Schleuse und beobachte das Ein- und Ausfahren der Boote. Da kann man die Zeit einfach so dahinfließen lassen. Leider beende ich meine Pause, rückblickend betrachtet, zu falschen Zeit. Kurz nach dem Aufbruch schauert es gehörig und ich muss meine Regenkleidung ganz unten herauswühlen. Dank der großen Laubbäume werde ich jedoch nicht sehr nass. Und so geht  es schnell und trocken dem Ziel entgegen.

image

Jetzt sitze ich im Hafen von Fürstenberg und genieße den Blick auf das Wasser. Wenn morgen früh die Sonne scheint, wage ich vielleicht einen Sprung ins Wasser. Meine Pension hat einen eigenen Seezugang und dass sollte ich nutzen. Vielleicht…

Von Schusters Rappen auf den Drahtesel

1. Etappe auf dem Havelradweg – Von Waren/Müritz zu den Havelquellen (44 km)

Wenn der Plan A nicht funktioniert und der Plan B nicht ohne Einschränkungen umsetzbar ist, muss einfach Plan C her. Der für heute geplante Wiedereinstieg in meine Bergtour ist auf den 4. August verschoben. Es war noch ein Übergang gesperrt und Vorgestern soll es geschneit haben. Daher habe ich mich am Sonntag für die Mitfahrt nach Berlin entschieden. Um nicht nur von Museum zu Museum zu ziehen oder in teuren Kaufhäusern viel Geld auszugeben, habe ich mich für eine viertägige Radtour auf dem Havelradweg entschieden.

Eines vorab: Das Wetter passt.

Heute Morgen ging es mit dem Regionalexpress nach Waren/Müritz. Ich bin sozusagen auf den Spuren meiner Kindheit unterwegs, da ich viele schöne Urlaube an der Müritz verbracht habe. Waren ist jetzt eine wunderschöne Kleinstadt direkt am Wasser. Hier könnte ich jetzt bleiben und den Booten und Möwen zuschauen.

image
Hafen Waren/Müritz

Jetzt muss erst einmal eine frische Fischsemmel her. Wenn schon Urlaub am Wasser, dann muss es auch Fisch geben. Dann nehme ich die heutige Etappe in Angriff, die mich Anfangs durch den Müritz-Nationalpark führt. Entgegen meiner Erwartung ist das „flache Land“ doch nicht so flach. Es sind zwar keine Berge zu bewältigen, aber es ist ziemlich wellig und es weht ei  frischer Wind. Es sind auf den perfekt ausgeschilderten Routen viele Radler unterwegs und wie in den Bergen auch, wird jeder gegrüßt. Meist geht es auf Radwegen, Wirtschaftswegen oder Waldwegen ohne Autoverkehr durch eine Bilderbuchlandschaft.

image
Kurz vor der Havelquelle

Ich bin schon relativ früh am Zielort, so dass ich gleich heute noch den Abstecher zur Havelquelle mache. Sie ist ziemlich unscheinbar und es ist nicht ganz klar, ob es diese eine Quelle ist, aus der die Havel entspringt oder ob unterirdisch mehrere Seen die Havel noch speisen.

image
Havelquelle

Auf dem Rückweg nach Ankershagen steht ein paar Meter von mir entfernt ein Storch. Wir waren wohl beide ziemlich erschrocken.  Leider habe ich ihn so schnell nicht fotografieren können. Und dann war er weg.

Zum Abschluss habe ich mir noch das Schliemann – Museum hier im Ort angesehen. Und jetzt warte ich auf mein fischiges Abendessen.