Von Nürnberg nach Amberg – 4. Etappe des Fünf-Flüsse-Radwegs
Ein Zitat vom Lieblingsmann als Überschrift, aber dazu später mehr.
Wir starten heute in herbstlicher Anmutung bei nur etwas mehr als 10 Grad, doch der Himmel ist mehrheitlich blau. Die Stimmung ist eher wegen der parallel laufenden Baustelle etwas angespannt, aber das haben wir, wie auch einen Beinahe-Zusammenstoß am Wöhrder See in Nürnberg, schon alles verarbeitet.
Das Wasser glitzert und es sind nur wenige Jogger und Hundebesitzer unterwegs. Der See und dann die Pegnitz begleiten uns aus Nürnberg hinaus, ohne dass wir es wirklich merken, dass wir in einer Stadt sind. Schafe weiden die Wiesen ab und ein Lehrpfad informiert über die Flußbewohner – Idylle pur. Danach kommen einige Dörfer, die wahrscheinlich eher Schlafdörfer von Nürnberg sind – schöne Häuser doch tagsüber eher ausgestorben. Mein Highlight des Tages kommt bereits nach 20 Kilometern – Lauf an der Pegnitz. Ein wunderschönes Städtchen mit Wasserschloss, herrlichem Marktplatz und richtig viel Leben.

Wir machen ein kurzes Päuschen und trinken einen Cappuccino mit Blick auf das Wasserschloss und die Mühle. Weiter geht es noch ein Stück entlang der Pegnitz allerdings nur noch kurz ohne Regenklamotten. Wir verpacken uns hinter Lauf wieder wasserdicht und fahren bis nach Hersbruck im Regen. Der Lieblingsmann rät mir, auch darin die schönen Dinge zu sehen und ich mühe mich redlich. In Hersbruck machen wir Mittagspause, um uns etwas zu trocknen und das Wasser abzuschütteln. In einem regionalen Genussladen essen wir Sauerteigbrot mit Camembert, Tomaten und Olivenöl gegrillt. Sehr fein und eine perfekte Alltagsidee.
Weiter geht es und wir nehmen die 25 km nach Sulzbach-Rosenberg in Angriff. Das ist allerdings nur wenige Kilometer ein Spaß. Kurz hinter Pommelsbrunn zieht ein Gewitter auf und wir ziehen uns wieder an. Ein Stück fahren wir im Starkregen und können uns dann zum Glück unter einer Brücke unterstellen, als das Gewitter genau über uns ist. Wir warten….
Der Regenradar zeigt uns, dass es ca. eine Stunde weiter regnen wird. Wir überlegen hin und her, doch eine Brücke ist nun mal kein gemütliches Café und so entscheiden wir uns, weiterzufahren – im Regen.
Wir fahren nun durch die Juralandschaft, die bei schönem Wetter sicher ihren Reiz hat, der sich uns heute jedoch nicht erschließt. Das Wasser steht in den Schuhen gefühlt knöchelhoch, der vorausfahrende Lieblingsmann übersieht regelmäßig die Hinweisschilder und ich versuche dann, ihn schreiend zum Umkehren zu bewegen. Ein Kilometer fühlt sich an wie fünf und nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir in Sulzbach-Rosenberg an. Ich habe schon direkt am Ortseingang kundgetan, dass ich morgen keinesfalls auch nur einen Meter im Regen fahre, da ich Urlaub habe und mir zudem auch nichts beweisen muss. Resonanz bekomme ich nicht so arg viel – der Lieblingsmann hat damit gerechnet. Er kennt mich ja schon ein paar Jahre.
Es hört langsam auf zu regnen und wir halten an einem Bäckerei-Cafè, um unsere nassen Regenklamotten zu tauschen und uns für die Tortour zu belohnen – Frankfurter Kranz..

Die letzten Kilometer nach Amberg fahren wir endlich mal wieder mit Sonne im Rücken und kommen fast trocken in unserem Hotel in Amberg an. Die Besitzer sind ganz rührend um uns und unsere Fahrräder besorgt. Wir haben ein riesiges Zimmer und sind heute, wie an keinem anderen Tag, wirklich froh, angekommen zu sein.

Beim Grieche heute Abend beschließen wir, es morgen mit der 5. Etappe zu probieren. Auf mein Insistieren, ob der Gefühlslage vom Lieblingsmann in Anbetracht der Wettersituation heute höre ich ein verhaltenes „das Wetter war – das muss man sagen – herausfordernd“. Nicht ganz das, was ich erhofft hatte, aber auch ich kenne ihn ja schon ein paar Tage 😉 Seid gespannt…

