Von Amberg nach Regensburg – 5. Etappe des Fünf-Flüsse-Radwegs
Okay, es ist trocken heute morgen und so richtig viel Regen ist laut Prognose auch nicht in Sicht. Daher wähle ich nach dem wunderbaren Frühstück im Hotel nicht den Weg zum naheliegenden Bahnhof, sondern sattle den Drahtesel.
Es ist kalt draußen und leider sind meine Schuhe vom gestrigen Regen trotz aller Bemühungen noch nicht wirklich trocken. Soweit wie möglich eingepackt verlassen wir die schöne Stadt Amberg über den Marktplatz und die Freizeitanlagen an der Vils. Immer in Flußnähe fahren wir abseits von Straßen auf einer Rad-/Wandertrasse. Natürlich lässt auch der Regen nicht allzulange auf sich warten, aber es ist meist nur ein bisschen. Für mich natürlich ein bisschen zu viel, aber da muss ich durch, da sich unterwegs definitiv keine Bahnverbindungen nach Regensburg aufdrängen.

Wir Streifen viele kleine Ortschaften und in Schmidmühlen beschließt der Lieblingsmann, dass etwas zu Essen die Stimmung möglicherweise etwas anhebt. Die Gelegenheit nutze ich, den Rat, meine nassen Schuhe gegen meine Trekkingsandalen und trockene Socken zu tauschen, umzusetzen. Die Leberkässemmel ist wirklich gut, aber die Stimmung hebt sie leider nicht, da ich nass und kalt gegen trocken und kalt getauscht habe. Egal, da muss ich jetzt durch.
Der schönste Ort auf der Strecke heute ist Kallmünz, auf etwas mehr als der Hälfte der Strecke. Wunderbar restaurierte Häuser, oben auf dem Felsen die Burg und dann noch der Zusammenfluss vonnVils und Naab – einfach herrlich.

Wir haben hier irgendwo unser Radwegsymbol übersehen/verloren und ein netter Herr mit Labrador hilft uns wirklich gut weiter, so dass wir 2 Kilometer später wieder auf dem richtigen Weg sind. Bei einer kurzen Trinkpause bricht es aus mir heraus, dass ich mir in Regensburg heute zur Belohnung eine Handtasche kaufe. Dem Lieblingsmann bleibt das Wasser schier im Hals stecken… aber er sagt nichts.
Über Pielenhofen und Nittendorf fahren wir immer der Naab, einem breiten und gemächlich dahin fließenden Fluß, in Richtung Regensburg. Die Stimmung bessert sich zusehends – es wird trockener und wärmer. Bei Mariaort kann ich endlich meine Regenklamotten ausziehen und eine Schicht der normalen Klamotten noch dazu. So macht Radfahren Spaß, nur die Beine sind wirklich sehr müde. Nach einer Bergwoche und fünf Tagen Radfahren mögen sie nun einfach nicht mehr.

In Mariaort, wo die Naab in die Donau mündet machen wir eine kurze Pause und läuten dann den Schlusspurt ein. Auf der linken Donauseite fahren wir auf Regensburg zu und münden kurz vor der Stadt auf den Weg, der uns am Donntag stadtauswärts geleitet hat. Wir sind wirklich froh, nach 5 sehr durchwachsenen Tagen im Hotel anzukommen und freuen uns jetzt auf einen sehr entspannten Nachmittag in Regensburg.

Fazit: Wir haben die wahrscheinlich bescheidenste Woche des Sommers erwischt – Jetstream sei Dank! Ich würde es wieder wieder tun, jedoch unter anderen Rahmenbedingungen: Flexibilität, so dass man nicht eine komplette Regenwoche in Kauf nehmen muss. Das macht keinen/wenig Spaß und es ist ja schließlich Urlaub. Die Tour selbst ist wunderschön und bei schönem Wetter sicher noch mehr – es sieht alles besser aus und man selbst ist viel empfänglicher für die Sehenswürdigkeiten links und rechts des Weges.
