Unterwegs auf dem Drachenrücken

Der Gantakopfrundweg in der Silvretta

Es ist ja ein wahnsinniges Wetterglück, da ich eigentlich nicht mit einer weiteren halbwegs als echte Wanderung zählenden Tour während unseres Montafonurlaubs gerechnet habe. Doch es ist trocken und das soll es such bis in den Nachmittag hinein bleiben. Nix wie los…

Wir haben eine Rundtour genau auf der gegenüberliegenden Seite unserer gestrigen Tour ausgesucht und springen damit kurzerhand vom Verwall in die Silvretta, wenn auch nur in deren gemäßigte Anfänge. Wir fahren mit dem Garfrescha Sessellift auf 1.483 m Höhe nach Garfrescha. Es ist bewölkt und ziemlich frisch hier oben, jedoch wunderschön. Hier stehen viele schöne Ferienhäuschen im Montafoner Stil. Da kann man sicher herrlich urlauben.

Wir wandern aus diesem Feriendörfchen hinaus anfangs immer mit Blick auf das Skigebiet, die Gipfel werden uns von den vielen tiefhängenden Wolken noch verwehrt. Später geht es im Wald steil bergan. Es sind nur sehr wenige Menschen unterwegs. Wir sind heute nicht ganz so schnell unterwegs, da uns entweder die reichlich behangenen Blaubeerfelder abhalten oder Baustellentelefonate, da es parallel unglaublich viel zu organisieren gibt. Die Blaubeerfelder spenden im Moment jedoch mehr Freude.

Blick über Garfrescha

Immer wenn ich glaube, dass jetzt der Gantakopf (1.958 m), unser heutiger Gipfel, erreicht ist, geht es noch eine Stufe weiter nach oben und der Pfad schlängelt sich abwechselnd durch Geröll, Blaubeeren oder Blumenwiesen. Irgendwann erreichen wir ihn doch und wir machen unterhalb des kleinen Gipfelkreuzes eine kurze Rast.

Blick hinab nach Gaschurn und Partenen

Da wie direkt auf der ersten Bergkette nach dem Tal sind, haben wir von hier schöne Tiefblicke hinab, wenn uns schon die Gipfelparade versagt bleibt. Kurz nach dem Aufbruch wird mir klar, dass oben nicht gleichbedeutend ist, keinen Schritt mehr aufwärts zu gehen. Der weitere Weg schlängelt sich über den Bergrücken immer wieder abwärts, um dann wieder aufwärts zu gehen. Doch der Wendepunkt ist in Sicht – die Bergstation der Versettla-Bahn. Bis dahin wollen wir nicht, so dass unser Weg vorher Abzweigung muss. Was er auch tut. Und so laufen wir bald einen breiteren Forstweg hinab in Richtung Alpe Nova. Jetzt sieht man auch den Verlauf des gesamten Bergrückens, auf dem wir aufgestiegen sind. Wie die Zacken auf einem Drachenrücken Reihen sich die Erhebungen aneinander. Auf dem Foto nur eingeschränkt zu sehen

Unterwegs auf dem Drachenrücken

An der Alpe ist trotz des mäßigen Wetters doch etwas los. Es ist eine Alpe, auf der Milchvieh gehalten wird und die die Besucher nur nebenbei verköstigt, das jedoch sehr gut. Wir entscheiden uns heute für die süße Variante und gönnen uns hausgemachten Zwetschgen- und Blaubeerkuchen. Hätten wir die Stücke vorher schon sehen können, hätte uns wahrscheinlich eines gereicht.

Da er so gut ist, schaffen wir es, den Kuchen komplett zu vertilgen. Zum Glück haben wir noch etwas Strecke vor uns, dann verteilt es sich besser. Wir laufen einen schönen Wiesenpfad abwärts, der später in einen Pfad übergeht und schließlich am tosenden Vermielbach entlang führt. Solche Strecken laufen wir wirklich gerne, da hier alles beisammen ist: ein schöner Pfad, herrlicher Wald, Wasser und am Ende kommt noch eine Weide mit einer ganzen Herde Kälbchen in unterschiedlichen Altersstufen.

Nicht mehr lange und Garfrescha taucht wieder auf. Beim einzigen Hotel schließt sich der Kreis unserer Tour und wir zuckeln später mit dem Sessellift wieder hinunter ins Tal.

9,6 Kilometer / 3 Stunden / 509 hm

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