H+H Revival Tour

Vom Obertaser (1.450 m) zur Lauwandspitze (2.254 m)

Nach zwei fast berglosen Monaten wollen wir unsere Fitness bei einer eher leichteren Tour testen. Der Bergsommer war für uns nicht wirklich einer. Aber jetzt: Es ist gefühlt Sommer in Südtirol und wir werden mehr als entschädigt für das verregnete Montafon. Also machen wir heute mal eine Tour, die wir 2011 mit meinen Eltern gegangen sind. Da ich in meinen Wanderführern immer eine Notiz bei jeder Tour hinterlasse, war es ein großer Spaß, diese auszuwählen. Sie hat genau die geplanten Höhenmeter, wir müssen nicht weit fahren und Aussicht gibt es auch.

In Schenna parken wir bei der Seilbahn Taser, die wir heute auch mal nutzen wollen. Der Parkplatz ist noch recht leer, was unsere Hoffnung war. Als wir gemütlich vom Auto zur Bahn schlendern, fragt uns der Mitarbeiter, ob wir auch hoch wollen. Wie nett – nach einem kurzen Sprint springen wir als letzte in die Kabine und ab geht es nach oben. Glück gehabt, sie fährt nur alle 30 Minuten. Daher starten wir auch nur wenig später am Gasthaus Taser unsere Tour und laufen auf dem Weg 18 A zur Ifingerhütte. Durch den Wald geht es stetig bergauf und nach einer knappen Stunde sind wir da. Sie liegt unter den hohen Wänden von Ifinger und kleinem Ifinger wirklich idyllisch auf einer sonnigen Wiese.

Ifingerhütte (1.815 m)

Damals ist meine Mama hier zurückgeblieben und zum Taser zurückgelaufen, da der Rücken nicht so wollte und wir sind zu dritt weiter. Heute suchen wir uns den Weg zu zweit und stolpern auch wieder über die zum Wanderführer abweichende Wegnummerierung. Auf dem Weg 24 laufen wir am Hang aufwärts in Richtung Lenzeben. Jetzt gibt der Wald ab und an Ausblicke nach Meran und ins Vinschgau frei.

Meran und Vinschgau unterhalb der Texelgruppe

Auf einer kleinen Lichtung zweigt der Weg zur Lauwandspitze ab. Jetzt geht es auf einem schmalen Pfad oftmals durch Almrosenbüsche recht steil aufwärts. Wir sehen auch schon bald das Gipfelkreuz, machen dennoch erst eine kurze Rast. Bruder Meiko hat uns gut mit Semmel und Äpfeln versorgt, so dass wir gestärkt die letzten Höhenmeter in Angriff nehmen. Über einen kleinen Vorgipfel steigen wir auf einem Grasrücken weiter nach oben. Ab hier haben mich 2011 die beiden Männer allein zum Gipfel gehen lassen. Heute geht der Lieblingsmann mit mir nach oben. Nur wenige Menschen sind hier und wir genießen das. Der Ausblick ist durch die Sommerhitze nicht ganz so klar, wie normalerweise im Herbst. Wir genießen es trotzdem.

Blick über Meran 2000 zum Rosengarten und zum Latemar

Hinab geht es auf dem Anstiegsweg, auf dem uns anfangs ein lautstark telefonierender Italiener auf den Fersen ist. Ich liebe die Stille in den Bergen 😉 Jetzt ist auch deutlich mehr Zulauf zum Gipfel, um so mehr freue ich mich über den einsamen Zustieg. An der sonnigen Lichtung angekommen laufen wir links in Richtung Taser Höhenweg (Weg 24). Ehe wir den jedoch erreichen, dauert es länger als erwartet. Hunger macht sich breit. Und wir laufen und laufen und laufen die gesamten Höhenmeter wieder hinab. Irgendwann kommt mal ein Wegweiser, der uns auf dem Weg Nr. 40 weitere 30 Minuten zum ersten Gasthaus signalisiert. Dass die Gasthäuser so weit am Ende Tour liegen, war mir nicht mehr so präsent. Aber eine Zeitangabe hilft und der schöne, eben verlaufende Höhenweg im schattigen Wald tut sein Übriges.

Im Gasthof Egger kehren wir ein und teilen uns mein Lieblingsessen (nach Apfelstrudel) – ein Omlett mit Speck und Käse. Gekrönt wird das alles noch von Zwetschgendatschi mit Sahne. Zum Glück sind wir noch nicht am Ziel und bekommen noch etwas Bewegung. Der Höhenweg führt an weiteren Gasthöfen vorbei wieder zurück zur Bergstation der Taser Seilbahn, die wenige Minuten vorher abgefahren ist. Also bleiben uns 25 Minuten Wartezeit. Die Bank, auf der meine Mama damals auf uns gewartet hat, gibt es nicht mehr, dafür herrliche Schaukelliegen mit Ausblick. Sie hat damals ziemlich lange warten müssen, da die Runde doch mit fast 12 km recht lang ist und etwas Zeit braucht – auch ohne Einkehr …

Eine schöne Tour und wir merken, dass die Kondition doch nicht ganz weg ist. Wir freuen uns auf mehr…

Zum Glück für uns verkürzt sich die Wartezeit an der Seilbahn. Es kommen noch einige Wanderer, so dass es eine Zwischenfahrt gibt und wir doch recht schnell wieder ins Tal schweben.

11,5 Kilometer / 700 hm / 3 Stunden 41 Minuten Nettogehzeit

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