Schneeschuhtour von Bad Hindelang (825 m) auf das Tiefenbacher Eck (1.530 m)
Das letzte Jahr war eines nicht, ein gutes Bergjahr. Entweder hat das Wetter nicht mitgespielt oder wir waren mit unseren vielen Projekten beschäftigt und wenn doch alles frei war, hat der Körper nicht mitgespielt. Daher wünsche ich mir wirklich, dass 2024 ein gutes Bergjahr wird und ich hoffe, die heutige Tour ist ein gutes Omen.
Wir hatten in diesem Winter schon einiges an Schnee, leider hatten wir keine Zeit und Gelegenheit das zu nutzen, ehe das Tauwetter kam. Dieses Wochenende jedoch gibt es wunderbares Winterwetter, mit allem was dazu gehört – Kälte, Sonne satt und Schnee. Mehr braucht es nicht.
Die Entscheidung, womit ich den Winter wröffne ist schwer gefallen und ich habe mir eine Schneeschuhtour ausgesucht, da ich endlich mal wieder Aussicht wollte. Ich bin auch im Winter keine Frühaufsteherin, so dass ich erst deutlich nach 11:00 Uhr am Parkplatz war. Durch den Ortsteil Gailenberg steige ich auf der Straße gleich stramm aufwärts. Wer mich kennt, weiß, dass ich das nicht so mag. Aber in der frischen, klaren Winterluft und mit den bezaubernden Holzhäusern links und rechts der Straße, ist das wirklich erträglich. Nach einem guten Kilometer zweigt rechts die Forststraße zur Klankhütte ab und ab hier ist auch nicht mehr geräumt. Dennoch hängen die Schneeschuhe noch gut am Rucksack. Oft laufe ich mit herrlichem Berg- und Talblick am Waldrand entlang.

Unmerklich wird der Schnee immer mehr, so dass ich dann doch bald die Schneeschuhe anziehe und das Gewicht nun an den Füßen habe und nicht mehr auf dem Rücken. Es geht immer aufwärts, keine flachen Stücke und so komme ich ziemlich aus der Puste bei der Klankhütte an. Dort mache ich bei überwältigender Aussicht eine kurze Pause. Leider kann man im Winter nicht ganz so bequem „im Gras“ sitzen und Bänke sind natürlich auch Mangelware. Aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch und ich genieße bei einem Tee die Aussicht.


Jetzt muss ich mich entscheiden, ob ich in 20 Minuten auf den Hirschberg gehe (rechts von mir) oder in 30 Minuten zu meinem geplanten Ziel, dem Tiefenbacher Eck. Gut, dass ich im Entscheidungsmoment den Weg zum Tiefenbacher Eck nicht kenne, dann hätte ich nämlich den Hirschberg gewählt, da es ziemlich leicht aussieht. Ich bleibe beim ursprünglichen Plan und nehme die letzten Höhenmeter in Angriff und steige in engem Zickzack durch den Wald auf, um dann endlich oben zu sein. Nach so einer langen Pause, war es kondionell schon etwas anspruchsvoll für mich, aber mein Knie (Ausfallgrund der letzten Monate) hat super durchgehalten und das macht mich wirklich glücklich. Jetzt genieße ich den 360 Grad Blick und meine Brotzeit.
Abwärts geht es mit Schneeschuhen immer rasend schnell – ein großer Spaß. Und in wenig mehr als einer Stunde bin ich schon wieder unten. Weniger als die Hälfte der Aufstiegszeit und noch mehr Aussicht, da ich das Gesicht nicht nur am Berg habe.
Das war wirklich ein Auftakt nach Maß, auch wenn es sich nicht so wahnsinnig spannend anhört: Eine wunderbare Tour für die kurzen Tage mit klarem Blick – egal, ob mit oder ohne Schneeschuhe. Ich freue mich auf mehr.
10 Kilometer / 3 Stunden und 30 Minuten / 750 Höhenmeter

