Von Mölten zu den Krokuswiesen beim Möltener Joch
Nach vier Tagen mehr oder weniger schlechtem Wetter – und das in Südtirol – ist die Prognose für heute endlich mal gut. Blauer Himmel und Sonnenschein beim Öffnen der Augen. Es ist direkt ein anderes Aufstehen.
Es ist aufgrund der fehlenden Regenwolken ziemlich frisch heute morgen und auf der Fahrt nach Mölten wird es noch frischer. Die Berge ringsum sind mit frischem Schnee bestäubt und in Meran blühen die Apfelbäume – ein herrlicher Ausblick. Am Parkplatz Kircheben starten wir bei 5 Grad unsere Runde. Es dauert bei vier Leuten immer etwas länger, ehe dann alle soweit sind – welche Jacke wird wie angezogen, Stöcke ausfahren oder nicht und doch lieber Handschuhe? Irgendwann sind wir soweit und es wird noch ein letztes Foto an der Übersichtswanderkarte gemacht.
Es geht leicht ansteigend im Wald hinauf zu einem kleinen Speichersee, der in der Sonne glitzert. Danach wandern wir mal über Schneefelder, mal über ziemlich nasse Waldwege aufwärts – mal gemütlich ansteigend, mal etwas steiler. Nach etwa 45 Minuten kommen wir auf einen Forstweg, der linkerhand zur Sattlerhütte führt. Noch ist alles geschlossen hier oben, aber da wollen wir auch nicht hin. Wir zweigen bald rechts ab und steigen zu den Krokuswiesen am Möltner Joch hinauf. Ostern letztes Jahr war hier ein Blütenmeer aus violett und weiß – heuer ist es viel weiß … Schnee. Dennoch kämpfen sich die ersten Krokusse ihren Weg und wenn man genau hinschaut, sieht man ganz viele Ansätze, die sicher Ende der Woche vollständig aufgeblüht sind.

Hier oben ist der Rundumblick heute unglaublich. Die Luft ist klar und noch sind ganz wenige Wolken am Himmel.


Der starke Wind hier oben lädt nicht dazu ein, ewig zu verweilen – trotz des Panoramas. Das Mittagessen lockt auch. Wir laufen für etwa 20 Minuten leicht bergab und kehren im Lanzenschusterhof ein. Auch da waren wir inzwischen schon einige Male und es war gut wie immer.

Sicher entspannter nach den Feiertagen – es waren weder viele Wanderer noch viele mit dem Auto da – haben wir vier uns quer durch die Karte gefuttert. Mit Knödeln und allerlei Köstlichkeiten im Bauch geht es wieder ein Stück des Weges zurück und somit auch bergan. Es tut gut, sich wieder zu bewegen. Wir laufen erst leicht ansteigend und dann bergab zum Fahrerweiher. Dort sehen wir richtig dicke, braun-orange Kröten. Die Natur erwacht langsam hier oben.
Ein wenig später im Wald kommt es auf die richtige Entscheidung an. Letztes Jahr sind wir an einer Kreuzung geradeaus gelaufen und damit wieder hoch zum Möltner Joch – nett, aber nicht notwendig. Ich bin mir nicht sicher, ob es vier oder nur drei Wege gibt. Letzteres würde es deutlich vereinfachen, den richtigen Weg zu finden. Ich bin gespannt, zumal ich keine Wanderkarte dabei habe, die die Frage sicher auch beantworten könnte.
Ich habe Glück, es ist eine T-Kreuzung und die Lingener Hütte ist auch angeschrieben, was letztes Jahr noch nicht der Fall war. 40 Minuten bis dahin sind allemal kürzer als aufs Joch zurück und dann zum Parkplatz zu laufen. Wenig später zweigen wir wieder ab und die Gehzeit zur Hütte hat sich halbiert, dafür sind es zum Parkplatz nur noch 45 Minuten – auch gut.
Wir laufen bergab und kommen auf einen Forstweg, von dem es nun doch wieder 40 Minuten zur Hütte sind, die wir schlussendlich 15 Minuten später erreichen. Jetzt ist der Parkplatz allerdings 30 Minuten entfernt, aber kurz hinter der Hütte schon wieder 40 Minuten, um weitere 200 m später wieder mit 25 Minuten ausgezeichnet zu sein. Das mutet an wie drei Schritte vor und zwei zurück. Wir lachen inzwischen schon vor und bei jedem Schild. Das Spiel mit der Zeit geht noch so weiter, bis wir den kleinen Speichersee vom Morgen auf der anderen Seite wieder erreichen. Jetzt sind es keine 10 Minuten mehr zum Auto – ganz sicher…
Wir beschließen diesen schönen Tag mit der schönen Wanderung mit einem Abstecher in der Sektkellerei Arunda in Mölten – Probe und kleine Kellereiführung inklusive…
Gdhzeit: 10,6 km / Dauer: 3 Stunden / Höhenmeter: 433 m
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