Von Baad im Kleinwalsertal (1.244 m) auf den Hochstarzel (1.974 m)
Die Wetterprognose für das kommende Wochenende ist für Sommer etwas nass und unbeständig, aber glücklicherweise wartet der August in Bayern noch mit einem Feiertag auf. Das Wetter soll prächtig werden und da überlegen wir nicht lang ob sondern denken länger darüber nach, wohin es den gehen soll. Der Lieblingsmann hat Leitungsbereitschaft und braucht zwingend durchgehend Handyempfang. Dann probieren wir es im Kleinwalsertal mit einer Wanderung, die meist keine engen Täler mit hohen Bergflanken herum aufweist.
Gesagt, getan. Wir starten recht früh und verbringen wieder etwas Zeit in der Schlange beim Bäcker, aber frische Semmeln unterwegs sind einfach unschlagbar. Es zieht sich auch etwas im Kleinwalsertal, da wir bis zum Ende müssen – nach Baad. Ein kleines Dörfchen mit einem schönen, großen Wanderparkplatz und direkt daneben starten wir. Wir wissen ja, wo wir hin wollen und folgen daher den Wegweisern zum Hochstarzel, unserem Ziel. Wir laufen durchs Dorf aufwärts und wenig später in den lichten Wald hinein. Viel Zeit zum warm laufen bleibt nicht, es geht bald richtig steil bergan. Die 350 hm bis zur Mittleren Spitalalpe laufen wir in 40 Minuten. Es ist wie Treppen steigen ohne Treppenstufen. An der Hütte, die bewirtschaftet ist, merken wir dann auch, dass wir die beschriebene Tour verkehrt herum laufen. Eigentlich ist die einzige bewirtschaftete Hütte am Ende der Runde und dann auch eine wunderbare Einkehrmöglichkeit. Jetzt ist es dafür definitiv zu früh.


Dann geht es eben weiter. Erst zur oberen Spitalalpe und dann zur Derraalpe aufwärts. Wir laufen an zwei Pferden hier oben vorbei. Deren Ausblick und Futtervorrat sind gigantisch. Vor der Derraalpe lagert eine große Gruppe von… ja von was eigentlich: Ich tippe auf den Ausflug zum Ausbildungsstart, zu dem wahrscheinlich alle mit mussten. Nach viel Wanderlust sieht es definitiv nicht aus 🤣 Die meisten vertreiben sich die Zeit mit Karten spielen. Wahrscheinlich muss die Gruppe auf wenige Exoten warten, die auch zum Derrajoch oder Hochstarzel unterwegs sind.
Wir rasten kurz und steigen dann jedoch auch gleich zum Derrajoch (1.880 m) auf. Ab hier sind es nur noch wenige Meter, die wir an Höhe gewinnen müssen, dafür wartet jetzt ein luftiger Grat auf uns.

Und natürlich starten pünktlich hier oben auch die Anrufe beim Lieblingsmann. Ich habe daher ziemlich viel Zeit immer wieder den Ausblick zu genießen, Blaubeeren rechts und links des schmalen Weges zu futtern und mich darüber zu freuen, dass uns nur vereinzelt Menschen entgegen kommen. Es ist wirklich schmal hier.
Der Hochstarzel selbst ist sehr unscheinbar und wir verweilen auch gar nicht so lange hier, da es nicht so richtig Platz gibt. Von hier kann man da gesamte Kleinwalsertal nach vorn einsehen und westwärts die Berge des Bregenzer Waldes und natürlich spitzt auch der Säntis wieder hinten heraus.
Zurück zur Derrahütte wird klar, dass die gesamte Gruppe nur auf zwei warten musste. Die waren kurz vor uns am Hochstarzel und einer davon war wohl die Begleitperson 😉.
Jetzt steigen wir auf dem eigentlichen Anstiegsweg in weitem Bogen hinab ins Tal. Im unteren Teil des Weges ist es angenehm schattig und entlang des Derrabaches laufen wir zurück nach Baad. Jetzt haben wir uns definitiv ein Stück Kuchen verdient und es gibt für mich den ersten Zwetschgenkuchen der Saison – mit Sahne.
Ich würde ja sagen, dass das Kleinwalsertal mein Lieblingstal hier ist. Das habe ich jedoch schon über das Gunzesrieder Tal und das Tannheimertal auch schon gesagt. Wahrscheinlich sind es alles Lieblingstäler, die so wunderbare Tourmöglichkeiten bieten.
11 Kilometer / 3 Stunden 40 Minuten / 800 hm
