Rund um den Tisner Gall
Wir hatten noch nie so durchwachsenen Wetter in unserem Herbsturlaub in Südtirol, wie dieses Jahr. Daher bleiben uns häufig nur die talnahen Touren. Diese ist eher ein Zufallsfund. Direkt vor dem Balkon unserer Ferienwohnung erhebt sich ein kegelförmiger Berg, der etwas allein steht und bis oben hin bewaldet ist – also ist er nicht sehr hoch. Mich interessiert der Weg da hoch. Die Bergapp sagt, dass es sich um den Tisner Gall handelt. Jetzt braucht es nur noch eine Route. Aber es gibt, zumindest beim schnellen Suchen nur den Weg rundherum.
Wir starten erst gegen Mittag im Zentrum vom kleinen Örtchen Tisens und laufen anfangs sehr gemütlich ansteigend zur Zwingenburg. Burgen gibt es hier unglaublich viele, bestimmt in fast jedem Ort eine. Danach geht es auf dem Weg Nr. 13 erst an Apfelwiesen vorbei und danach steil aufwärts im Wald auf recht gerölligem Weg in Richtung Gfrill. Die ersten Häuser kommen in Sicht und ich denke: „ha, da ist es, hat gar nicht so lange gedauert.“ Das war nicht ganz korrekt 😉. Die Häuser sehen wir nur, kommen jedoch nicht direkt daran vorbei. Nach Gfrill geht es noch ein Stück aufwärts. Das erste, was wir sehen, ist ein Gasthaus. Wunderbar, wir haben etwas Hunger und es ist deutlich nach Mittag – perfekt. Leider nicht ganz – es ist Ruhetag. Wir schauen uns nach einer Alternative um und sehen die hier…

Die sind schon arg niedlich. Es gibt noch ein drittes, welches ich erst auf den letzten Metern am Gehege vorbei gesehen habe. Wir nehmen uns jetzt den zweiten sehr steilen Anstieg auf dem Weg Nr. 4b vor. Wieder im Wald, wieder auf gerölligem Boden, aber zum Glück kurz und knackig. Als wir Kuhglocken hören, wissen wir, dass es mit dem Aufstieg bald vorbei ist. Der Wald spuckt uns auf eine schöne Wiese mit Teich und Kühen aus. Die durchqueren wir und laufen dann einige Kilometer auf der Straße (Weg Nr. 7) nach Platzers. Eine sehr gemütliche Straße. Uns begegnet genau ein Auto und es ist ebenes Dahinschlendern. Gut so, denn wir haben etwas Hunger. In dem Dörfchen Platzers gibt es zwei Gasthöfe und gleich der erste hat geöffnet. Ein herrlicher Fleck mit einer wunderbaren Aussicht, die bei besserem Wetter sicher traumhaft wäre.

Leider gibt es im Gasthof Natz jetzt am Nachmittag keine warme Küche, dafür jedoch ein riesiges Stück Zwetschgenkuchen mit Sahne. Wir inhalieren es fast und genießen in der Gaststätte die Wärme des Kamins, denn es ist wirklich frisch draußen. Da die Hälfte der 14 km Strecke noch vor uns liegt, dehnen wir es nicht so lange aus und starten in die zweite Hälfte der Gallumrundung, jetzt eher abwärts gerichtet. Wir laufen komplett durch das Dörfchen und noch etwas auf der schmalen Straße abwärts und zweigen dann auf dem Weg Nr. 10 auf einen schmalen Steig in den Wald ab. Dieser wirkt fast wie ein Hohlweg, nur ist er deutlich schmaler. Durch die Blätter und die großen, flachen Steine ist es etwas rutschig und wir müssen uns ordentlich konzentrieren. Dennoch ist es wunderbar zu gehen und wir kommen im Völlaner Badl an. Zu unserer Ferienwohnung ist es jetzt weniger weit zu laufen, als zum Auto, aber das wussten wir und das hilft jetzt nix. Ohne Auto wäre die Rundtour zu lang geworden.

Wir laufen jetzt erst abwärts und dann auch wieder – mit etwas Gemaule unsererseits – aufwärts auf dem Weg Nr. 8a/4 in Richtung Naraun. Von dort haben wir – Grüße an die Schwiegereltern – einen schönen Blick auf das auf einem Berg direkt vor uns liegende Kirchlein St. Hippolyt. Es fängt jetzt an zu regnen und zum Glück laufen wir ab jetzt auf Asphalt, das geht schneller. Wir schauen den Bauern und Helfern in den Apfelwiesen bei der Ernte zu und kommen dann endlich auf die Straße nach Tisens und… ein Bus kommt. Der Lieblingsmann war gefühlt schon fast drin im Bus, um die letzten Meter oder Kilometer zu überbrücken. Mit der Gästekarte geht das ja ohne langes Überlegen. Mir fehlt das Ziel am Bus und ich möchte die Runde gerne komplett laufen und rede dagegen. Zum Glück, da der Abzweig nach Tisens nach unten geht und der Bus mit uns in Richtung Gampenpass gefahren wäre 😉. Ein netter Ausflug sicherlich, aber das Warten auf den Bus zurück ist uns so zum Glück erspart geblieben. Es ist nicht mehr wirklich weit ins Zentrum von Tisens und hier ist die Runde komplett. Im Ladele kaufen wir noch frische, handgemachte Spinat-, Käse- und Rohnenknödel für unser Abendessen. Eine wirklich schöne Alternative zu einer Gipfeltour in Wolken.
14 Kilometer / 3 Stunden 45 Minuten / 710 hm
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