Von Kircheben zu den Krokuswiesen am Möltner Joch und über die Rindelwiesen zurück
Vorweg, es handelt sich nicht um den Lieblingsmann. Der war die gesamte Wanderung an meiner Seite 😉. Wir haben rückblickend richtig Glück gehabt, unseren ursprünglich geplanten Osterurlaub in Südtirol um eine Woche nach vorn zu ziehen. Wir hatten um den Geburtstag des Lieblingsmanns perfektes Wetter in Meran und wären wir eine Woche später da gewesen, hätten wir Dauerregen gehabt, wie im letzten Jahr.
Also das Wetter war perfekt für die erste Wanderung der Saison und wir haben eine uns bekannte Tour herausgesucht, da diese alles hat, was eine Wanderung so braucht: Panorama, schöne Wege, gute Einkehr und nicht so viele Menschen unterwegs.
Wir fahren von Meran hinauf nach Hafling und von dort weiter bis fast nach Mölten. Wir zweigen vor Mölten auf den Wanderparkplatz Kircheben ab, der herrlich im Wald liegt. Neben uns sind noch zwei weitere Autos dort und wir sind wahrlich nicht früh dran. Genau das mag ich. Auf dem Weg Nr. 15 laufen wir im Wald leicht bergauf zum Wasserfangbecken und von dort weiter geradeaus durch den Wald. Wir queren eine Straße und haben von dort einen schönen Blick nach Norden zum Ifinger und hinüber nach Meran 2000.
Erst geradeaus, dann wieder ansteigend geht es zur Sattlerhütte. Kurz davor biegen wir rechts auf den Weg Nr. 17 ein, in Richtung Möltner Joch. Langsam wird der Blick in alle Richtungen frei.

Noch ein bisschen nach oben schnaufen und wir sind inmitten tausender weißer und violetter Krokusse – nach dem Winter immer wieder ein Anblick, der das Herz aufgehen lässt.

Was man auf dem Bild oben erahnen kann: Wir hatten einen grandiosen Ausblick – wie fast immer hier oben. Ich könnte den ganzen Tag hier sitzen und einfach nur staunen

…und von Touren auf der gegenüberliegenden Seite träumen. Doch dann meldet sich Hunger oder wahrscheinlich eher Appetit, da wir wissen, dass es beim Lanzenschuster, nicht weit von hier, richtig gutes Essen gibt. Auf geht’s. Wir trollen uns den Berg durch lichten Lärchenwald hinab und biegen links auf die Straße und wenig später wieder links einen schmalen Pfad durch Wiesen hinab zum Lanzenschuster. Aber halt, das muss eine Sinnestäuschung sein. Er ist weg, der Lanzenschuster. Oh nein, das kann nicht sein. Hektisch an den Handys gefummelt, denn wir stehen hier ohne Proviant, nur mit Wasser ausgestattet. Nicht, dass wir wirklich hungern müssten, aber wie immer, wenn man sich auf etwas freut, macht sich Enttäuschung breit.
Die wäre gar nicht notwendig gewesen, wenn wir den Kopf etwas nach links gedreht hätten. Überhalb der alten, nun abgerissen Wirtschaft ist ein völlig neuer Hof. Schnurstracks laufen wir hinüber und hinauf und siehe da: ein neuer Lanzenschuster und wie schön es geworden ist.
Wir sitzen auf der Terrasse und haben hier – im Gegensatz zur alten Wirtschaft – auch wieder einen wunderbaren Ausblick auf Sella, Lang- und Plattkofel, Rosengarten und Latemar.

Die Südtiroler Küche schmeckt wie immer und mit Sonne auf der Haut und einem Gläschen Weißwein ist das „Gewinn von Gegenwart“. Trotzdem will der Rest der Runde auch noch gegangen sein. Also geht es weiter und das heißt wieder ein bisschen bergan in Richtung Fahrer Weiher und dann schlendern wir auf dem Weg 17b hinüber zu einem Teich und im lichten Wald geht es an einer Wegkreuzung nach links auf den Weg 1 und die sogenannten Rindelwiesen. An der Lingeralm könnten wir schon wieder einkehren, aber leider liegt sie zu nah am Lanzenschuster und es ist einfach kein Platz für Kuchen & Co.
Daher steigen wir leicht aber stetig bergan, bis wir nun von Süden zum Wasserfangbecken kommen. Jetzt geht es in wenigen Minuten hinab zum Parkplatz.
Nach dieser leichten Tour mit herrlichem Panorama und bester Küche fahren wir den Tschögglberg über Mölten nach Terlan hinab und gönnen uns noch einen Abstecher in der Cantina Bozen zum Auffrischen der Weinvorräte.
11 km / 2 Stunden 40 Minuten / 420 hm
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