Von Kranzegg auf den Grünten (1.738 m)
Wir haben ihn schon von allen Seiten aus erklommen, dachten wir bislang. Nicht immer waren wir erfolgreich, insbesondere der Start an der Starzlachklamm hat nicht immer zum Erfolg geführt. Bei der Suche nach einer Route bin ich dann auf den Aufstieg von Kranzegg gestoßen. Das probieren wir aus, zumal es auch noch genügend Hütten unterwegs gibt.
Wir parken oberhalb von Kranzegg beim Bernardi Bräu. Mein erster Gedanke: Perfekt, zum Abschluss der Tour noch ein Einkehrschwung. Leider, leider hat die Bier-Alp Sonntags geschlossen. Von hier aus laufen wir auf einem schmalen Asphaltsträßchen bergan an wenigen Häusern vorbei und kommen dann zu dem Parplatz, der der eigentliche Startpunkt gewesen wäre. Gut, dass wir nicht erst hier hoch gefahren sind. Da wir bekanntlich nicht zu den frühen Vögeln gehören, war der natürlich belegt. Von hier sind es noch wenige Minuten zur Alpe Kammeregg, der nächsten Möglichkeit einzukehren. Die ersten Radler erfrischen sich schon nach getaner Arbeit und wir gehen, nun endlich auf einem schönen Pfad bergaufwärts. Da es die kürzeste Route zum Gipfel ist, ist klar, dass es nur steil sein kann. Wir sind jedoch gut abgelenkt, da sich mit jedem gewonnenem Höhenmeter der Blick nordwärts weitet und wir mit Seen raten beschäftigt sind: Rottachsee, Grüntensee, Niedersonthofener See, …

Wir sind so schnell an der auf dem Sattel liegenden Grüntenhütte angekommen und reihen uns in die Perlenschnur derer ein, die auf den Gipfel wollen. Es sah vom Sattel schlimmer aus, als es letztendlich war. Auch hier haben wir sehr schnell die vielen Serpentinen mit viel losem Gestein überwunden und sind plötzlich oben.

Wir genießen es, noch vor Mitte Mai (normalerweile sind da die Eisheiligen) in der Sonne und kurzärmlig hier oben zu sitzen und unsere kleine Brotzeit zu verspeisen. Herrlich der Ausblick, obwohl wir nicht wirklich hoch oben sind, doch das Panorama sucht bei der Sicht seinesgleichen. Und wir sind nach zwei wetterbedingten Abbrüchen mal wieder oben.
Nach hoch kommt runter und als erstes warten die Serpentinen abwärts auf uns. Das macht wenig Spaß, da es ziemlich rutschig durch das Geröll ist, so dass wir uns doch sehr konzentrieren müssen. Ab der Grüntenhütte wählen wir für den Rückweg einen anderen als den Aufstiegsweg. Der ist nicht ganz so sicher ausgeschildert und wir laufen höhengleich für mich gefühlt die halbe Strecke zum „Großen Wald“ bei Wertach. Ich überlege, wann ich sage, dass wir umkehren. Aber auf noch einmal bergauf habe ich jetzt wirklich keine Lust. Also doch noch ein Stückchen weiter. Zum Glück glitzern dann doch die sehnsüchtig erwarteten silberfarbenen Wanderschilder zwischen dem frischen Grün auf. Jetzt geht es entspannt bergab und das ziemlich lange. Mal im schattigen Wald, mal in der Sonne laufen wir hinunter zur Höfle Alp und von dort aus – mal leicht auf und mal leicht ab – wieder zur Alpe Kammeregg. Alle Möglichkeiten zur Einkehr lassen wir heute liegen – ganz untypisch für uns. Die letzten 20 Minuten zum Parkplatz ziehen sich etwas auf dem Asphalt. Aber mit Ausnahme des ersten u d zugleich letzten Wegstücks, ist es wirklich wunderbar zu gehen, oft schattig und das ist gerade bei heißen Temperaturen eine Wohltat.
Schöne Tour, auch wenn man nie allein ist.
11,5 Kilometer / 3,5 Stunden / 860 Höhenmeter
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