Tag drei unseres Südfrankreich Roadtrips: Rund um Le Puy-en-Velay
Wie schon gestern starten wir auch heute sehr entspannt in den Tag und genießen ausgiebig das Frühstück auf der Terrasse. Heiß wird es ohnehin, da würde uns eine halbe Stunde früher zu starten auch nicht wirklich davor bewahren. Wir arrangieren uns mit der Hitze. Es hilft ja doch nichts, wenn wir nicht den gesamten Urlaub lesend unter einem Baum verbringen wollen.
Heute geht es nach Le Puy-en-Velay. Für die Kochbegeisterten: Hier kommen die Grünen, sehr aromatischen Le Puy Linsen her. Zu denen später noch mehr. Der erste Abstecher gilt dem Intermarché. Die gesamte Palette der Köstlichkeiten muss ich leider links liegen lassen, mangels Kühlmöglichkeit und Gelegenheit zum Essen. Wir brauchen Wasser und Notfallkekse für unterwegs. Mit dem ausgestattet entdecken wir unweit der Kirche Saint Michel d’Aiguilhe, die auf einem schmalen Vulkanfelsen sitzt, einen schönen schattigen Parkplatz. Von da sind es unten nur wenige hundert Meter bis zum Felsen, allerdings müssen wir die Höhe auch noch überwinden. Erst geht es auf der Straße aufwärts immer in Richtung Haute Village. Ganz versteckt dann der Eingang zu Saint Michel. Wir kaufen hier einen Pass für drei Sehenswürdigkeiten. Damit ist der Anspruch des Tages auch klar.

Der Vulkankegel ist nur 82 m hoch und über die 268 Stufen ist die Kirche schnell erreicht. Dennoch wären uns 5 – 10 Grad weniger deutlich lieber. Sehr verlässlich: In Kirchen ist es immer wunderbar kühl und der Ausblick hier oben ist auch Entschädigung genug. Wir sehen hier auch direkt unser nächstes Ziel, die Kathedrale Notre Dame du Puy. Auch die sitzt, wie die gesamte Oberstadt – oben. Also kommt nach ab gleich wieder auf. Unterwegs locken kleine, nette Restaurants, aber die Einkehr heben wir uns noch etwas auf. Durch eines der Tore schlendern wir hinein in die Haute Village und besichtigen als erstes die riesige Kathedrale. Fast noch spektakulärer als das Innen ist der lange Treppenaufgang, der durch das Hauptportal ins Innere der Kathedrale führt. Ich glaube, es gibt dort nicht einmal eine Tür, die Innen von Außen trennt, bin jedoch nicht mehr ganz sicher.

Wir müssen die Treppen allerdings noch einmal hoch, da wir seitlich der Kathedrale noch den Kreuzgang und die Schatzräume besichtigen wollen.

Aber dann gibt es in einem der netten Lokale in der Rue des Tables (der Name ist Programm) endlich die verdiente Pause und die Le Puy Linsen auf dem Teller. Natürlich muss ich dann auch noch ein Säckchen Linsen erstehen 😉.
Der Kulturtag ist noch nicht vorbei. Auf dem Weg zurück zu unserem B&B fahren wir noch zur Festung von Polignac. Und die liegt, wie nicht anders zu erwarten – oben.

Uneinnehmbar und vielfach abgeschottet thront die Festung über dem kleinen Dörfchen. Das Areal ist riesig und hatte über sehr viele Jahre hinweg alles oben, was man so zum Leben und Verteidigen braucht – Bäckerei, Schmiede, Münzanstalt, Wehranlagen, Mühle, Garten….
Da die Sonne erbarmungslos brennt, bleiben wir nicht ganz so lange hier oben, sondern sehnen uns nach Schatten & Kühle, die wir im Garten am Fluss unseres B&B finden.
Bei dem, wie schon die letzten Tage, vorzüglichen Abendessen genießen wir zugleich den letzten Abend hier. Morgen geht es ein Stück weiter in den Süden. Wir sind gespannt. Nach viel Kultur heute gibt es morgen auf jeden Fall viel Natur.
