Paartherapie auf der Chassezac

Sechster Tag unseres Südfrankreich Roadtrips: Kanu, Kultur und Kulinarik

Heute stehen einige Punkte auf dem Programm und der Plan war, früher als an den letzten Tagen zu frühstücken. Ihr werdet es ahnen: Es hat nicht funktioniert. Ehe wir beide im Urlaubsmodus wirklich soweit sind, dass wir frühstücken können, steht die Sonne schon ziemlich weit oben. Ehe wir es dann schaffen, wirklich abfahrbereit zu sein, hat das Thermometer die 30 Grad bereits geknackt.

Wir leben damit, mal besser mal schlechter. Über alles gesehen tut uns der entspannte Rhythmus jedoch sehr gut. Ob die Entspannung in den nächsten Stunden bestehen bleibt, ist abzuwarten. Wir fahren ein paar Kilometer zur Canoë France, einem Bootsverleih hier an der Chassezac. Der Tipp kommt von unserem Vermieter, da es auf diesem Nebenfluss der Ardèche deutlich ruhiger und entspannter zugeht. Wenig später ist die wasserdichte Tonne mit allem gepackt und wir stehen mit Schwimmweste und Paddel ausgestattet an unserem Kanu. Vor ca. 20 Jahren auf der Elbe ist diese Art Abenteuer eher im Desaster geendet. Es kann heute nur besser werden: Keine Berufsschifffahrt, keine Motorboote, unglaublich warmes Wasser im Fluss und der Lieblingsmann und ich haben gemeinsam inzwischen schon einige Klippen genommen oder umschifft.

Die ersten Meter laufen sehr entspannt und aus meiner Sicht könnte es so weitergehen. Aber die Chassezac hält einige kleinere Stromschnellen und Schleifen für uns bereit. Gleich bei der ersten gibt es von beiden Seiten klare Worte zu den wesentlichen Fragen: Wer steuert das Boot? – Ja klar, derjenige, der hinten sitzt. Tut er das wirklich so wie ich denke, dass es gut ist? 🤣 Wer schaut bzgl. der Fahrtrichtung, der Hindernisse und gibt die Richtung vor? Diejenige, die vorne sitzt. Okay, es funktioniert mal besser, meist schlechter und wir bleiben doch gelegentlich stecken. Ein bisschen Zickerei, mal von vorn und mal von hinten gehört da wohl dazu. Zum Glück sind wir nicht die einzigen, die stecken bleiben oder die quietschen, wenn es schnell und ungemütlich wird.

Dennoch ist es ein großes Vergnügen, zwischen diesen hohen, vom Fluss ausgewaschenen Felswänden zu paddeln. Es ist unglaublich, was Wasser über lange Zeit schaffen kann und wie wunderbar die Landschaft hier ist. An einem der vielen Badeplätze halten wir an und dösen im Sand, schwimmen im Fluss und schauen dem Wasser oder den Kanuten zu. Das könnte ich hier im Schatten den ganzen Tag machen. Aber leider gibt es feste Ausstiegspunkte und -zeiten, da wir wieder zum Startpunkt zurück müssen und auch wollen.

Nach einer eiskalten Orangina fahren wir noch auf Anraten unseres Vermieters ins historische Bergdorf Banne. Es ist wirklich wunderschön mit einer riesigen Kirche in der Dorfmitte. Dennoch fehlt uns durch die Hitze hier oben etwas Ausdauer für eine intensivere Erkundung.

Haus im Dorfkern von Banne

Wieder zurück in Le Vans steht erst einmal der Waschsalon im Carrefour auf der Liste. Man mag es kaum meinen, aber der Lieblingsmann hat nur ausreichend Kleidung für einen Kurzurlaub 😉.

Was macht man 49 Minuten hier, wenn man nicht einkaufen will? Die Sonnenbrille der Frau beim Optiker reparieren lassen, da sie beim Wandern draufgetreten ist. Endlich mal im Café einen Pastis probieren, wie ihn die Franzosen trinken, Auto tanken und waschen und letztendlich der Wäsche beim Waschen zuschauen. Mit einem Stapel frischer Wäsche fahren wir nach Chambonas zurück und haben noch etwas Zeit, auszuruhen, ehe es bereits zum Abendessen geht. Heute fahren wir noch einmal zum Bois de Païolive. Da wir ein paar Minuten früher da sind, machen wir noch den Abstecher zur gestern ausgelassenen Felsformation „Bär und Löwe“. Wären wir geradeaus gelaufen, wären die 50 m auch nur 50 m gewesen. Wir sind abgebogen und nach 500 m im Kleid und Riemchensandalen im Wald dann ohne Bär und Löwen umgekehrt. Der reservierte Tisch wartet ja nicht ewig. Zurück zum Auto habe ich realisiert, dass wir wahrscheinlich unnötigerweise abgebogen sind und bin dem anderen Weg gefolgt. In der Tat waren es dann nur 50 m vom Parkplatz und der Parkplatz vom Restaurant war auch in Rufweite …

Felsformation Bär und Löwe

Der Tisch hat gewartet und es war ein  kulinarisches Highlight, Essen, Wein und ein perfektes Plätzchen an einem lauen Sommerabend.

Zum Abschluss des Tages fahren wir noch der Sonne hinterher, um schöne Bilder vom Sonnenuntergang zu erhaschen. Leider ist es uns nicht ganz vergönnt, dafür gibt es jedoch stimmungsvolle Bilder von unserem zweiten Ausflug nach Banne.

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