Marseille oder Strand – das ist die Frage

Dreizehnter Tag unseres Südfrankreich Roadtrips

Beides, um es gleich vorwegzunehmen. Es war ein langer, jedoch sehr entschleunigter Tag. Natürlich sind wir nicht ganz so gelassen in den Tag gestartet, da wir nicht erst spät am Vormittag in Marseille ankommen wollten. Wir konnten die Parksituation nicht einschätzen und wollten auf der Suche nach Parkplätzen auch nicht so viele Nerven lassen. Und es hat wirklich gut funktioniert. Unsere Vermieterin hat uns noch einige Tipps mit auf den Weg gegeben und mit denen ausgerüstet starten wir direkt am alten Hafen.

Unser erstes Ziel war eigentlich, mit dem kleinen Zug von Marseille auf den Hügel zur Basilika Notre Dame de la Garde zu fahren, doch wir finden die Abfahrtstation nicht, die am alten Hafen vor dem Rathaus sein soll. Vielleicht sind wir einfach zu früh. Es stehen selbst noch die Fischverkäufer am Hafen, die bereits ab 6:00 Uhr ihren frischen Fang verkaufen. Es ist alles dabei und ich habe erstmals einen ganzen Thunfisch gesehen. Die habe ich mir deutlich größer vorgestellt. Wenn der erste Punkt nicht geht, dann nehmen wir halt den zweiten und laufen an der Festung entlang zum Mucem, einem Museumskomplex, der für die Kulturhauptstadt (2013) gebaut wurde und mit der Festung über Stege verbunden ist. Die Dachterrasse und die Festung sind frei zugänglich und bieten einen wunderbaren Blick auf die Stadt, den Hafen und das Meer.

Festung (links) und Mucem (rechts)

Auf der Dachterrasse machen wir einen Cappuccino-Stop und genießen den Ausblick. Danach umrunden wir die Festung und wechseln dann hinüber in Richtung Kathedrale und damit aus dem Komplex hinaus. Wenige hundert Meter sind es nur zur mächtigen Kathedrale, die sehr zurückhaltend mit Figuren, dafür jedoch mit farbenfrohen Mosaiken mit viel Gold ausgestattet ist. Es ist sehr viel wärmer drinnen, als draußen, so dass wir uns nicht so ewig darin aufhalten, obwohl es viel zu sehen gibt. Wir stromern stattdessen einfach ohne Plan durch die Stadt und landen dann plötzlich hinter dem Rathaus und entdecken – wer hätte es geahnt – den Startpunkt der kleinen Züge von Marseille. Schnell sind zwei Tickets gekauft und ab geht die Fahrt durch einige sehr sehenswerte Viertel, entlang des Stadtstrandes und auf der Uferstraße mit Meerblick die 162 m hinauf zur Basilika.

Hier merkt man an den Symbolen und Inschriften der Tafeln, dass Marseille eine Seefahrer- und Hafenstadt ist. Der Ausblick auf die gesamte Stadt ist von hier oben wunderbar.

Blick hinauf zu Notre Dame de la Garde

Mit dem Zügle geht es durch schmale, sehr steile Gassen wieder hinab zum alten Hafen und ganz langsam stellt sich der Hunger ein. Wir schlendern durch das Überangebot an Restaurants, Brasserien und Cafès und wie immer tut man sich bei zuviel Auswahl schwer. Am Ende werden es die Markthallen am alten Hafen. Einige Essensstände und verschiedene Bars (Wein, Cocktails und diverses) machen auch innen die Auswahl schwer, doch wir werden fündig und bleiben auch gleich drinnen in der Kühle sitzen.

Blick von oben auf Marseille

Nach der Pause holen wir unser Auto und fahren zunächst so weit wie möglich an der Küste entlang wieder nach La Ciotat zum Baden. Dort hat es uns gestern so gut gefallen und die Patkplatzsituation ist auch sehr entspannt.  So genießen wir noch unseren letzten Nachmittag am Meer.

Um den Tag perfekt ausklingen zu lassen, fahren wir weiter an der Küste noch nach Saint Cyr sur Mer und genießen ein wunderbares Abendessen und den Sonnenuntergang am Meer – perfekt!

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