Vierzehnter Tag unseres Südfrankreich Roadtrips: Von Gèmenos nach Clessé in der Bourgogne
Heute steht der erste Abschnitt der Rückreise an. Gut 400 Kilometer liegen bis zu unserem Zwischenstopp in Clessé in der Bourgogne vor uns. Wir haben sonst nichts vor, daher lassen wir es sehr gemütlich angehen und frühstücken ein letztes Mal in herrschaftlichem Ambiente hier auf dem Landsitz. Es gibt alles, was das Herz begehrt und noch viel mehr. Aber an wunderbarem Essen hat es uns die letzten beiden Wochen nie gemangelt, im Gegenteil. Deswegen steht heute auch mal „Schmalkost“ auf dem Programm; das ist zumindest der Plan.
Wir starten heute mal mit einem Abschnitt auf der Autobahn, die wir mit Ausnahme unseres Anreisetages fast nie genutzt haben. Vorbei geht es an den Stationen der letzten Tage: Aix en Provence, Avignon und Orange. Aber bald ist Schluss damit, da sowohl gen Süden als auch gen Norden der Verkehr massiv zunimmt und wir – beide keine guten Staufahrer – auf die Landstraße wechseln. So fahren wir immer entlang der Rhône, landschaftlich meist sehr reizvoll, gen Norden.

Um nicht nur im Auto zu sitzen haben wir uns als kleinen Zwischenstopp das Städtchen Valence ausgesucht. Dort gibt es den Parc Jouvet, ein Naturdenkmal, in dem wir ein paar Schritte gehen können. Zuerst jedoch machen wir einen Abstecher hoch ins Städtchen, um vielleicht einen Cappuccino zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Und was passiert? An der ersten Ecke stolpere ich über den besten Chocolatier am Ort. Genau mein Ding. Im Schaufenster stapeln sich die Macarons und drinnen geht es mit Süßem und Herzhaften weiter.

Eine kleine Quiche Lorraine für den Lieblingsmann und ein Millefeuille für mich und wir sind glücklich und satt. Obst oder Salat hätten es wahrscheinlich auch getan, aber dem widmen wir uns ab übermorgen wieder verstärkt. Bestückt mit einer Auswahl an Macarons schlendern wir noch etwas ins Städtchen hinein, um dann von oben, entlang eines Wasserfalls in den Parc Jouvet zu gehen. Der Lieblingsmann trägt das Tütchen mit meinen Schätzen und rutscht auf einer der ersten Stufen, die hinunter zum Park führen, aus. Was mache ich reflexhaft? Rette zuerst meine Tüte mit der Macaron-Schachtel, da er fast darauf sitzt und frage ihn erst danach, wie es geht. Das kam natürlich nicht ganz so gut an und ich gelobe Besserung. Die Strafe für mich folgte auf dem Fuße, denn ich bin auf den super glatten Stufen auch gleich noch einmal ausgerutscht. Dann waren wir beide etwas lädiert. Ganz wichtig: Die Macarons haben alles heil überstanden 😀 und wir sind beide nicht mehr fertig geworden mit lachen. Das ist fürs Anektdotenbuch gewesen.
Von Valence geht es jetzt weiter auf der Autobahn in Richtung Lyon und dann ins Burgund. Immer entlang der Rhône und später def Saône. Die Landschaft verändert sich zusehends und der Wein bekommt die Oberhand. Abseits der Autobahn, die wir in Mâcon verlassen, fahren wir durch viele sehr aufgeräumte Dörfchen mit unzähligen Weingütern.
Wir übernachten in einem wunderbaren Gutshof in Clessé, absolut ruhig und sehr gut umsorgt von Thierry und seiner Frau. Die Gegend hier ist ein kulinarischer Hotspot mit unzähligen sehr guten Restaurants bis hin zu Sternelokalen, da gibt es in der Regel ohne Reservierung nichts. Und wir haben natürlich nicht reserviert. Wir bekommen daher Abends hier im Gutshof eine Platte mit regionalen Spezialitäten und dem besten Baguette des gesamten Urlaubs serviert (und wir hatten viele gute Baguettes in den zwei Wochen). Dazu ein, zwei Gläschen Weißwein von hier und die Welt ist absolut in Ordnung.

