Endlich ganz und gemeinsam

Eight Allgäu Summits – die Nagelfluhkette

Auf den Tag habe ich wirklich lange gewartet. Das Wetter ist perfekt und das muss es für die Tour auch sein: Wir gehen heute die Nagelfluhkette vom Hochgrat bus zum Mittag. Es ist eine der wenigen one-way Touren, die wir gehen, aber hier geht es gar nicht anders.

Damit wir nicht mit zwei Autos unterwegs sind und nach der Wanderung noch eines vom Ausgangsort zurückholen müssen, stellen wir unseres auf den Parkplatz der Mittagbahn in Immenstadt ab und laufen die wenigen hundert Meter zum Bahnhof. Kurz nach 8:00 Uhr fahren wir mit dem Regionalexpress nach Oberstaufen. Absolut idyllisch hier bei uns – großer Alpsee, Salmaser Höhe, hübsche Dörfer und Weiler. Wenige Minuten später sind wir Mitten in Oberstaufen und überbrücken die Wartezeit erst einmal mit einem guten Frühstück beim Bäcker. Das passt zeitlich ganz genau und direkt vom Tisch springen wir in den Bus zur Hochgratbahn. Wir springen am Ziel auch schnell wieder aus dem Bus, da wir beim Ticketkauf gerne nicht am Ende der Schlange stehen wollten. Das hat geklappt und so schweben wir gegen 9:00 Uhr in den historischen winzig kleinen Gondeln nach oben.

Blick nach Westen zum Bodensee

Einen Nachteil hat die Tour, es geht gleich aufwärts und damit für mich keine Möglichkeit zum warmlaufen. Das habe ich nach den wenigen Minuten Aufstieg zum Hochgrat 1.834 m schon vergessen. Wir genießen kurz den Ausblick und das interessante Gipfelkreuz

Gipfelkreuz am Hochgrat

Jetzt nimmt das Auf und Ab so richtig seinen Lauf und wir steigen in die Brunnenauscharte (1.626 m) ab und sehen bereits den nächsten Anstieg vor uns. Der Weg führt nicht genau über den Gipfel des Rindalphorns (1.821 m), aber wir nehmen die zusätzlichen  paar Meter in Kauf. Hier oben ließe es sich auch länger aushalten, jedoch verbietet uns das die vor uns liegende Strecke und vor allem die Fahrtzeiten der Mittagbahn. Der Abstieg in die Gündlesscharte geht das erste Mal in die Beine, da der Pfad sehr ausgewaschen und steinig ist. Und jetzt gibt es den anstrengendsten Aufstieg heute. Es zieht sich in langezogenen Serpentinen den Grashang zum Gündleskopf (1.748 m) hinauf. Etwas ausgesetzt am Grat entlang gehen wir hinüber zum Buralpkopf. Da er kein richtiges Gipfelkreuz hat, läuft man fast vorbei. Und ich bekomme vom Universum mal wieder mitgeteilt, dass laufen und schauen gleichzeitig am Berg keine Gute Option ist und finde mich plötzlich auf allen Vieren wieder. Es hätte eine deutlich schlechtere Stelle sein können, aber gut war erms auf dem schmalen Pfad auch nicht.

Nach der schnellen Wundversorgung laufe ich erst einmal wie auf rohen Eiern hinab zu und auch hinauf zum Sederstuiben. Hier machen wir eine kleine Mittagspause und genießen den Ausblick und die vor uns grasenden Kühe.

Es war eine gute Wahl, die Pause hier zu machen, da der nächste Gipfel, der Stuiben (1.749 m), ein beliebtes Ziel auch mit dem Aufstieg vom Gunzesrieder Tal ist. Und so war es auch heute und es ist noch nicht einmal Wochenende. Wir könnten so direkt weiterziehen und absteigen. Hier braucht man wirklich über eine längere Strecke Konzentration. Es geht drahtseilgesichert abwärts und die Schritte müssen schon bedacht gesetzt sein. Unten angekommen steigen wir gleich den langweiligsten Wegabschnitt auf einem recht breiten Weg wieder hinauf  in Richtung Steineberg. Davor wartet nochmals eine seilversicherte Passage, die jedoch wirklich schön  zu gehen ist und auch – sofern man stehen bleibt – einen wunderbaren Ausblick nach Osten und Süden auf die Allgäuer Berge gibt.

Blick vom Steineberg nach Osten

Durch die grasenden Kühe hindurch bahnen wir uns – plötzlich mit vielen anderen Menschen – den Weg zum Gipfelkreuz des Steineberg (1.660 m). Hier geht es  auf einer langen Leiter abwärts. Dem Lieblingsmann dauert das Anstehen zu lange, so dass er über die Alternativroute absteigt. Ich war trotz Warterei schneller 😉.

Jetzt steht noch einiges an Lauferei an, ehe wir zum Mittag kommen. Erst sehr angenehm in Stufen durch den Wald. Der Schatten tut wirklich gut nach den vielen Sonnenstunden. So bleibt es jedoch nicht. Das letzte Stück zieht sich nach dem Bärenköpfle auf breiten Fahrwegen auch noch einmal aufwärts hinüber zum Mittag.

Jetzt kommt der angenehme Teil: Mit der super langsamen Seilbahn schweben wir im 2-er Sessel mit Umstieg hinunter nach Immenstadt.

Endlich sind wir die Tour gemeinsam gegangen und haben sie auch zu Ende gehen können.

5 Stunden 36 Minuten (netto) / 15 Kilometer / 960 Höhenmeter

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