Von Ancient Gortys zu zwei Klöstern in der Lousios Schlucht
Der Bergfrühling im Allgäu war im wahrsten Sinne ein Schlag ins Wasser und hat damit dieses Jahr faktisch nicht stattgefunden, was gleichermaßen für die vielen geplanten Bergtouren gilt. Dann probieren wir es doch mal in Griechenland, genauer auf der Peloponnes. Unser erster Urlaub seit einigen Jahren, der nicht in Deutschland, Österreich oder Südtirol stattfindet. Und es ist warm, besser gesagt heiß. Die vielen Touren aus meinem Wanderführer werden wohl nur Theorie für uns bleiben.
Eine schattige Tour machen wir trotz der fast 40 Grad dennoch. Der Lieblingsmann war schon in Kindertagen dort und da es eine Wanderung in einer Schlucht ist, dürfte es auch etwas schattig sein. Wir starten sehr früh, also für meine Verhältnisse wirklich sehr früh, da wir doch fast 2 Stunden Fahrtzeit haben. Erster Stopp ist unser Bäcker in Kiveri, bei dem wir uns mit Frappé, leckeren Rosinensemmeln und einem Croissant bestücken. Nicht so viele Kilometer aber viele Serpentinen später sind wir auf einem kleinen schattigen Parkplatz in der Nähe einer kleinen Ausgrabungsstätte (ancient Gortys). Dort parkt um 8.30 Uhr nur ein Camper – zwei Deutsche, die schon seit vielen Wochen unterwegs sind.
Wir starten und noch sind die Temperaturen angenehm. Gleich am Anfang des Weges passieren wir das kleine Kirchlein Agios Andreas, welches jedoch verschlossen ist. Oberhalb des Lousios Flusses wandern wir anfänglich relativ eben dahin, bis wir zum ehemaligen Waschplatz der Mönche des Klosters Prodromou kommen. Dort queren wir den Fluss und es geht dann auch gleich in vielen Kehren den Berg hoch. Bald hören wir kleine Glöckchen klingeln. Bekommen wir jetzt endlich die für Griechenland typischen Ziegen zu sehen. Nach einigen weiteren Kehren löst sich das Rätsel – zwei Pferde grasen hier. So ganz erfreut waren sie über unseren Besuch nicht, so dass wir sie recht schnell passiert haben. Gerade wieder im gemächlichen Lauftempo angekommen, begleitet uns andauerndes Hundegebell. Ich habe hier in Griechenland wirklich nur vor einem etwas Angst: wilde Hunde. Also nicht diejenigen, die in den Dörfern herumlaufen, sondern echte. Gibt es die hier? Das Rätsel wird direkt am Hühnerstall des Klosters Prodromou geklärt. Die „Bestie“ bewacht die Hühner, aber in Anbetracht seines gefährlichen Gebrüll, scheinen es extrem wertvolle Hühner zu sein. Ich fühle mich nicht so wirklich wohl.

Der Mönch, der gerade die Wäsche aufhängt, schaut jetzt auch nicht direkt einladend, daher gehen wir auch gleich weiter. Wir steigen die gewonnenen Höhenmeter wieder hinab zum Fluß und queren diesen, um auf der anderen Seite wieder in vielen Kehren hinauf bis zum Kloster Philosophou zu laufen – jetzt allerdings häufig in der Sonne. Dort angekommen bietet uns wie im Wanderführer beschrieben ein Mönch Süßigkeiten, Wasser und Kaffee an. Nachdem wir die kleine Kirche besucht haben, gönnen wir uns hier eine Pause und erholen uns etwas.

Der Rückweg ist derselbe Weg auf dem wir hergekommen sind. Jetzt allerdings ist es nochmals deutlich heißer und zudem überlege ich schon die ganze Zeit, wo wohl die beiden Pferde stecken. Wir sehen sie jedoch auf dem gesamten Rückweg nicht. Vielleicht wurden sie von den Mönchen für irgendwelche Transporte gebraucht – mir soll es recht sein. Dafür sehen wir jetzt doch einige Wanderer, die jetzt in der Hitze erst am Anfang des Weges sind.

Zurück am Parkplatz fahren wir über eine größtenteils unbefestigte Straße 11 km eine gefühlte Ewigkeit in unendlichen Serpentinen hinauf ins Bergdorf Stemniza. Auf dem Dorfplatz genießen wir unser verdientes Mittagessen und freuen uns, dass wir Wandern in Griechenland ausprobiert haben. Der Weg war sehr gut ausgeschildert, da er ein Teil des Melanon-Trails ist. Es waren wenige Menschen unterwegs – entspanntes Wandern. Die Hitze ist schon ein Unterschied zu unseren sonstigen Touren, aber da hilft frühes Starten auf jeden Fall.
Hoffentlich bald wieder auf der Peloponnes – es gibt noch viel zu entdecken und zu erwandern.
Strecke: 8 km / Höhenmeter: 450 hm / Dauer: 2:30 h
