Von Ofterschwang (864 m) auf das Ofterschwanger Horn (1.406 m)
So spät ist die eigentliche Bergsaison in meiner Erinnerung noch nie gestartet. Das mag nicht nur am Wetter liegen, aber sicher zum größten Teil. Heute jedoch ist ein perfekter Bergtag und wir starten mit einer kleinen Halbtagestour, um etwas Kondition zu tanken. Da wir in unserem „Urlaubstag daheim“ einiges zu erledigen haben, machen wir eine Tour, die dort startet, wo wir eh sind. Also fällt die Wahl auf Ofterschwang und das Ofterschwanger Horn.
Ein sehr unspektakulärer Gipfel mit dennoch schönem Ausblick. Am Parkplatz vom Weltcup-Express (Lift) geht es los in Richtung Kindergarten und Grundschule. Natürlich sind die normalerweise irgendwo im Ort, nur hier nicht. Das merken wir allerdings erst im Ort, genauer ich. Der Lieblingsmann hat es schon früher vermutet, dass die Richtung nicht stimmt. Dann gibt es 500 m mehr auf der Uhr ;-).
Und tatsächlich sind beide Einrichtungen noch hinter der Talstation am Ortsrand – ziemlich idyllisch gelegen. Jetzt lassen wir auf einem kleinen Steig den Ort hinter uns und kommen gleich zur Wurzelhütte, die Montags Ruhetag hat, was uns so wenige Meter nach dem Start nicht stört. In einigen Kehren geht es gleichmäßig steil zur nächsten Hütte, der Hochbichlhütte. Inzwischen ist mir klar, dass wir diesen Weg schon einmal gegangen sind, nur umgekehrt. Es dürfte in den warmen Januartagen 2022 gewesen sein, als wir auf dem Rangiswanger Horn waren. An der Hütte war damals wie heute ordentlich Betrieb.
Jetzt kommt mein liebster Abschnitt, da wir im Wald über einen schönen Pfad aufsteigen. Herrlich kühle, angenehme Waldluft und wir steigen in schönen Serpentinen aufwärts, bis wir zu einem asphaltierten Sträßchen kommen. Jetzt sind wir oben und wandern jetzt wieder auf Asphalt den Bergrücken entlang in Richtung Ofterschwanger Horn. Im Sommer sind die Skigebiete halt immer nur mäßig schön. Wir wenden uns bald nach rechts, um die wenigen (Höhen-)Meter bis zum relativ unscheinbaren Gipfel in Angriff zu nehmen. Oben gibt es einen schönen Rundblick in die Allgäuer Alpen, der heute leider nicht so sehr fürs Fotografieren geeignet ist, da sich doch einige Wolkendelder tummeln und es zugleich etwas diesig ist.

Am Gipfelkreuz packen wir unsere kleine Brotzeit aus, genießen den Ausblick und die Ruhe hier. Es ist schön, außerhalb der Ferienzeit und der Wochenenden wandern zu gehen. Selbst in einem mit Seilbahn gut erreichbaren Gebiet ist es relativ ruhig. Und so gestaltet sich auch der Abstieg mit wenig Begegnungen, trotz des gut ausgebauten Forstweges, den wir für den Abstieg wählen.
Damit haben wir am Ende eine schöne, kleine Rundtour, die sich auch hervorragend für eine Feierabendrunde an den langen Sommertagen eignet. Einkehr – auch wenn wir sie heute nicht genutzt haben – gibt es hier genug, so dass einer guten Brotzeit am frühen Abend nichts entgegensteht.
9,3 km / 2 Stunden 30 Minuten / 550 Höhenmeter
