Irrungen und Wirrungen

Von Gunzesried zum Heidenkopf (1.685 m) und zum Gratkopf (1.670 m)

Heute bestimmt mal nicht das Gipfelziel unsere Tour, sondern der Startpunkt. Ich liebe das Gunzesrieder Tal und das muss es heute sein. Der erste Abstecher an diesem wunderbaren Sommer-Sonntag führt zu den Brotrebellen in Blaichach. Ohne einen Cappuccino zum Start in den Tag und ohne Basis für eine Gipfelbrotzeit läuft nicht viel.

Von Blaichach fahren wir durch das gesamte idyllische Gunzesrieder Tal hindurch. Zu jeder Jahreszeit absolut traumhaft und wunderbar ruhig. Unterhalb der Scheidwangalpe stellen wir unser Auto ab, da direkt auf dem kleinen Parkplatz nichts mehr frei war. Ein paar Meter mehr schaden nicht und wir werden dafür sogar noch richtig entlohnt. Es zieht sich eine Walderdbeerwiese rechts bis fast zur Alpe. Ein Paradies für mich… schade, dass wir wandern wollen. Daher wird es nur ein kleines Erdbeerfrühstück.

An der Alpe halten wir uns links und steigen bald im Wald auf einem schönen Pfad hinauf. Bei einem verfallenen Viehunterstand kommen wir in eine riesige Weidefläche hinein. Das ist für die Kühe hier oben wirklich paradiesisch. Platz und Futter ohne Ende. Allerdings gibt es auch Wege bzw. Pfade ohne Ende. Einzig Hinweise sind Mangelware. Ich brauche keine Schilder, ein kleiner roter Wegpunkt würde schon helfen. Wir halten uns eng an die Beschreibung und folgen einem Pfad im Rechtsbogen bergan. Nach einiger Zeit endet er im Nichts. Also gut, der Weg zurück bleibt immer. Am Ausgangspunkt angekommen sind wir etwas ratlos und wechseln die Seite quer durch die Kuhherde hindurch. Auch hier Pfadspuren, die sich schnell im Nichts verlieren. Wieder zurück. Ich bilde mir ein, dass die Kühe schon etwas mitleidig schauen und ich bin natürlich sauer, dass es nicht so wirklich vorwärts geht. Ein Versuch noch, wenn der nicht funktioniert, laufe ich zurück. Aber das Glück ist uns hold. Wenige Meter oberhalb unseres ersten Versuchs ist der eigentliche Weg und der führt uns jetzt schön bergan auf einen kleinen Kamm, über den wir hinweg in Richtung Heidenkopf laufen, schöne Aussicht inklusive.

Blick hinüber zur Nagelfluhkette

Am Heidenkopf (1.685 m) ist gerade ordentlich Betrieb, so dass wir einfach weiter laufen. Immer auf einem wunderschönen Pfad, links und rechts vo hohem Gras gesäumt. Ein Papa mit seinen zwei Jungs, kaum höher als das Gras, ist auch unterwegs. Die haben Spaß und kommen erstaunlich schnell voran. Wir werden dennoch vorbei gelassen und erreichen nach einigem Auf und Ab (natürlich mehr Auf) den Gratkopf (1.670 m). Es ist kein wirklicher Gipfel, mehr eine Fels-/Wiesenkante. Hier gibt es dennoch eine Pause für uns.

Ein Blick in den Wanderführer und wir entscheiden uns  – trotz einiger Möglichkeiten – den Anstiegsweg wieder zurückzugehen. Die lohnendste Alternative wäre der Siplingerkopf, abef da kommen wir sehr weit vom Auto entfernt zurück und das wollen wir nicht. Das Schöne ist, dass wir uns wahrscheinlich nicht verlaufen oder mehrere Wege probieren müssen, wodurch wir auch in kurzer Zeit wieder unten auf unserer Weide sind.

Der Abstieg zur Alpe ist auch geschwind gemacht. Der schattige Wald tut gut, da es inzwischen doch ziemlich heiß geworden ist. Wenige Minuten später sind wir schon wieder an der Scheidwangalpe und trollen uns entlang der Walderdbeeren sehr, sehr langsam hinab zum Parkplatz. Außer auf dem Gipfel des Heidenkopfs und der kleinen Familie haben wir keine anderen Menschen getroffen – sehr erholsame, ruhige Halbtagestour (sofern man die Wege auf Anhieb findet).

7 Kilometer  / 2 Stunden 43 Minuten  / 514 hm

2 Kommentare zu „Irrungen und Wirrungen“

  1. Hy ihr Beiden. Bei der Tourenbeschreibung wächst mein Fernweh ins Allgäu noch mehr. Mal wieder Wandern….Aber das hole ich nach. Jetzt erst mal das Business anschieben. Aber wieso Sonntags-Wandertour? 10. war doch Samstag. Gruß André.

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    1. Wir freuen uns, wenn es mal wieder eine gemeinsame Tour gibt 🙂 Die zeitliche Verwirrung liegt an meiner „Blog-Faulheit“. Die Tour haben wir Ende Juni gemacht. Es kommen jetzt noch zwei weitere und dann bin ich ganz aktuell. LG Judith

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