Mistral

Zehnter Tag unseres Südfrankreich Roadtrips: Durch die Dörfer des Luberon

Heute morgen habe ich in meinem hochsommerlichem Outfit das erste Mal ganz leicht gefröstelt. Es ist nicht kalt, im Gegenteil aber es weht seit gestern Abend ein straffer, sehr böiger Wind. Es sei der Mistral erklärten unsere Vermieter. So weit so gut, bisher weiß ich nur, dass es ein Fallwind ist.

Ich mag Wind nicht und den Mistral schon gar nicht, was sich über den Tag hinweg bei mir verfestigt. Aber von vorn: Nach dem Frühstück starten wir ganz entspannt, um uns heute etwas durch die schönen Bergdörfer des Luberon treiben zu lassen. Unser erster Anlaufpunkt ist Menerbes, was wie fast jedes Dorf hier, auf einem kleinen Hügel sitzt. Wir spazieren durch das Dorf, holen uns beim Bäcker ein Stück Blaubeertarte und schlendern zurück zum Auto. Auf dem Parkplatz wirbelt der Wind ordentliche Sandwolken auf; beides mag ich nicht – vom Wind zerstrubbelte Haare und Sand zwischen den Zähnen und in den Schuhen.

Menerbes

Der zweite Stopp wartet in Bonnieux auf uns. Auch dort halten wir es nicht so lange aus. Der Wind ist fast Sturm und pfeift ordentlich durch die Gassen. Dann probieren wir es in Roussillon. Logisch zeigt sich hier kein anderes Bild, doch hier wollte ich unbedingt her, da das Dorf auf Ockerfelsen sitzt und hier früher auch Ocker abgebaut wurde. Mit den Farben wurden früher auch die Häuser gestrichen und so sind die typischen Ortsbilder der Provence entstanden.

Blick auf Roussillon

Erst werfen wir unsere Essenspläne über den Haufen und kehren zum Mittagessen bereits ein, was sich im Rückblick als doppelt gute Entscheidung herausstellt. Es gibt getrüffelten Croque Monsieur für den Lieblingsmann und einen Salat mit Entenbrust und Trüffel für mich. Wir müssen unsere Gläser beim Sturm zwar gelegentlich festhalten, genießen ansonsten das wunderbare Essen mit Ausblick auf das Tal und die Ockerfelsen sehr. Durch das touristische Dörfchen sind wir nach dem Essen recht schnell hindurch, um dann noch auf den Ockerpfad zu gehen.

Ockerfelsen von Roussillon

Im Zusammenspiel der farbigen Felsen mit dem tiefblauen Himmel gibt es herrliche Bilder, die wir auf dem kurzen Rundweg erkunden. Auf dem Weg zurück zum Auto kaufen wir noch unser Seelenfutter – ein frisches Baguette für heute Abend und machen anschließend einen geplanten Abstecher zu einem Weingut unterhalb des Dorfes. Wir sind gerade sehr angetan von den Roséweinen hier und gehen natürlich auch nicht ohne hier wieder weg.

Ein letzter Punkt auf der Liste ist noch ein Tipp unserer Vermieter – das Dorf Venasque. Wunderschön auf einem Felsvorsprung gelegen, ist es mit als eines der schönsten Dörfer ausgezeichnet. Auto abgestellt und einige Schritte bergan gegangen, erfassen uns wieder richtig stürmische Windböen und das ist der Zeitpunkt, an dem ich nicht mehr mag. Also geht es zurück. Ich vermute, dass wir hier nicht das letzte Mal gewesen sind, insofern bekommt Venasque sicherlich noch eine zweite Chance.

Nach einer kurzen Pause im Appartement gehen wir – der Lieblingsmann vorweg – letztendlich beide noch zum abendlichen Bauernmarkt in Velleron. Ich hatte erst überhaupt keine Lust, aber die Bilder vom Lieblingsmann haben mich überzeugt noch nachzukommen. Bestückt mit unglaublichen Leckereien der Bauern hier vor Ort, kehren wir zurück und genießen Käse, Tomaten, Oliven mit unserem Baguette. Mehr braucht es nicht.

Ich hätte den gesamten Markt kaufen können – solche Fülle an Obst und Gemüse zu absolut günstigen Preisen und vom Geschmack brauche ich nicht zu reden – grandios, wenn man gute Lebensmittel mag.

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