Dornenvögel

Von Tintinara in die Grampians

Wir werden 9.00 Uhr von Nerida, der Tochter unserer Vermieterin zur Farmtour abgeholt. Es ist eine von drei Farmen der Familie. Wir fahren über riesige Weideflächen zu den jungen Rindern. Sie werden als Kälber gekauft und bleiben ein Jahr auf der Weide. Si gut geht es wahrscheinlich den wenigsten Kühen bei uns. Die Rinder hier haben fast luxuriös viel Fläche zur Verfügung und werden daher oft von Weide zu Weide getrieben – das vermeidet lt. Nerida, dass die Tiere zu bequem werden.

Auf der nächsten Weide stehen die Jährlinge, die bald verkauft werden. Produziert wird für den australischen Markt. Das sieht man hier auch bei jedem Metzger und im Supermarkt.

Wieder zurück von den Weiden, sehen wir uns das Gebäude an, in dem im August immer hunderte von Schafen geschoren werden. Das, die Weite und auch das Bild von der Farm erinnert sehr stark an den “Dornenvögel“.

Nach einer Stunde ist es vorbei und wir brechen in Richtung Grampians auf. Wir fahren vorbei an endlosem Weideland, welches ab der Grenze zu Victoria in Getreide- und Luzerneanbau und später wieder in Farmland übergeht.
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Die Städte werden etwas größer und sehen auch wieder mehr nach Stadt aus, so dass wir eher in Versuchung kommen, anzuhalten. Da wir uns die nächsten Tage komplett selbst versorgen werden, müssen wir noch unsere Vorräte etwas auffrischen. Deshalb gehen wir auch das erste mal zum Bäcker. Es gibt immerhin zwei Sorten Brot – Toastbrot weiß und Toastbrot wholegrain (Vollkorn 🙂 ). Ansonsten Pies, Torten und ähnliche kalorienarme Sachen. Wenn wir schon beim Einkaufen sind, versuchen wir noch den lokalen Metzger. Auch hier gibt es eine perfekte Auswahl, so dass die Entscheidung schwer fällt.
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Auf den Highways ist im Vergleich zu Deutschland nahezu kein Verkehr und man kann sehr entspannt fahren. Die Aussies transportieren unheimlich viel von A nach B und bevorzugen dafür vor allem:

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Da schlägt das Truckerherz höher

Die Grampians – ein kleiner Gebirgszug – erheben sich plötzlich aus dem flachen Land vor uns. Und wenig später erreichen wir unser Ziel, Halls Gap. Wir bleiben hier für drei Nächte und werden etwas wandern gehen. In unserer Bungalowsiedlung graßen die Kängurus direkt vor den Hütten.
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Koalas sind hier in den Grampians aufgrund einer Krankheit leider ausgestorben und auch noch nicht erfolgreich wieder angesiedelt worden.

Wir wünschen allen, die uns folgen, einen guten Start in die Arbeit, für Schule und Kindergarten. Diejenigen, die es nicht betrifft, sind aus der Ferne natürlich auch lieb gegrüßt.

Einsame Farmen und Salzseen

Tintinara und die Limestone Coast

Für mitten im Nichts war ausschlafen angesagt. Damit wir nicht zu träge werden, klopft es 9.00 Uhr an unsere Tür. Unsere Vermieterin muss heute nach Adelaide und wollte uns noch ein paar Ausflugstipps geben. Vollgepackt mit Informationen für den heutigen Tag und eine Verabredung für morgen zur Farmbesichtigung starten wir in den Tag.

Nach dem Aussie-typischen Frühstück mit Toast, Früchten, Müsli, Eiern und Schinken (heute ohne) fahren wir erst einmal nach Tintinara hinein. Es ist mehr als mancher Flecken, durch den wir gestern gefahren sind, aber eigentlich ist es nicht viel mehr als Tankstelle, Supermarkt, Schule, Bank und Kirche und dennoch Anlaufstelle für die ansässigen Farmer. Das Leben muss man schon wollen. Den Nachbarn sieht man hier garantiert nicht, wenn man nicht direkt hinfährt.

Auf dem Weg zur Limestone Coast fahren wir 50 km ausschließlich an Farmland vorbei. Kein Ort, nichts!

Hier am Meer befinden sich durch Dünen abgetrennt viele Salzseen und Lagunen. Im Frühjahr brüten hier unzählige Vogelarten. Vom Aussichtspunkt sind die erhofften Pelikane leider nicht zu sehen.

Dann machen wir in Salt Creek halt erst einmal Pause. Salt Creek ist das Zentrum des Nationalparks und besteht genau hieraus:
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Der Burger ist der beste in Australien bisher und die Chips sind ein Traum (sagt die Nicht-Pommes-Esserin).

Gestärkt starten wir zum Salt Lake Walk. Der Weg verläuft zwischen einem See, der im Sommer austrocknet und aufgrund des enthaltenen Karbonats ganz weiß aussieht und einer Art Lagune. Es ist alles sehr schön angelegt und beschriftet und wir treffen unterwegs genau zwei Menschen. Einfach herrlich.

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Auf dem Rückweg fahren wir den Highway an der Küste entlang und bekommen schöne Eindrücke von den vielen Salzseen, Lagunen und dem Lake Albert.

Jetzt sitzen wir vor unserem Cottage in der Sonne und genießen den frühen Abend.

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Der letzte Inseltag

Von Kangaroo Island nach Tintinara

Augen auf und es ist stahlblauer Himmel. Heute ist packen angesagt. Da wir erst um 17.30 Uhr einen Platz auf der Fähre haben, bleibt uns noch ein ganzer Tag auf der Insel. Rückblickend der schönste Tag auf KI.

Als erstes steuern wir Emu Bay an, der schönste Badestrand der Insel. Bis wir dort sind ist vom blauen Himmel nichts mehr übrig und Christophs Wunsch, endlich im Meer baden zu gehen, bleibt weiterhin unerfüllt. Es ist wirklich ein herrlicher Strand, viele Boote im Wasser, einfach perfekt – bei anderem Wetter. Als es anfängt zu regnen, fahren wir nach Kingscote, unsere Einkäufe machen. Als wir den Supermarkt wieder verlassen, sieht die Welt schon besser aus.

Wir starten den nächsten Versuch zur D‘ Estress Bay zu kommen. Dort soll man sehr gut Muscheln sammeln können. Leider sind viele Gravel Roads aufgrund Überflutung gesperrt, so das wir in den letzten Tagen schon einige Fehlversuche hatten.
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Auch heute fahren wir von einer gesperrten Straße zur nächsten. Meist merken wir erst auf dem Rückweg, dass sie gesperrt waren. Es wäre wahrscheinlich eine der vielen Zufahrten zur Bucht trotz Sperrung befahrbar gewesen. Dennoch wollen wir aufgrund der horrenden Strafen und des nicht vorhandenen 4×4 nur begrenztes Risiko eingehen.

Bei unserer Umherkurverei entdecken wir einige schöne Lagunen, Salzseen und Buchten.

Mittags gibt es frische Austern und gegrillten Marron (ein Krebsart, die wie ein Hummer in klein aussieht), für ganz wenig Geld im Oyster Farm Shop. Der gehört zu einer Austernfarm, die dort, sehr einfach gestaltet, ihre Ware für Privatkunden anbieten und einen kleinen Imbiss betreiben. Mittlerweile lacht die Sonne wieder und wir können draußen sitzen.

Von da aus erkunden wir die Dudley Peninsula und kommen an den bisher windigsten Punkt der ganzen Reise – Cape Willoughby. Ein netter Leuchtturm, aber vor allem perfekte Ausblicke auf das unter uns brodelnde Meer.

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Leuchturm am Cape Willoughby
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Da war Standfestigkeit gefragt

Auf dem Rückweg haben wir noch ein paar Abstecher zu schönen Aussichtspunkten gemacht und endlich mal die Sonne genossen.
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Als wir gegen 18.30 Uhr von der Fähre fahren, stehen uns noch 260 km Fahrt bevor. Da wir schon sehr viele tote Kängurus gesehen haben, veursacht die Fahrt in die Dunkelheit hinein etwas Magengrummeln. Zumal wir, wieder auf dem Festland unmengen von grasenden Kängurus neben der Straße sehen.  Wir fahren die Fleurieu Peninsula wieder zurück bis in die Adelaide Hills und dann ins Land hinein. Weites Land mit ganz wenig bzw. nichts. Die Weite ist manchmal unbegreiflich. Hin und wieder führt der Highway durch “Städte“ hindurch, die auf der Karte eingezeichnet sind, jedoch nicht mehr als Tankstelle und Motel zu bieten haben. So eine Stadt ist wohl auch Tintinara, unser heutiges Ziel. Unser Cottage liegt 4 km außerhalb und ist in der Dunkelheit nicht so einfach zu finden. Das gelingt uns und wir nehmen es 22.00 Uhr in Besitz.