Talwärts entlang der Etsch

Von Mals nach Meran (62 km)

Die Outdoorsaison 2015 ist eröffnet. Wir hätten dies zwar gerne auf Safari in Namibia und Botswana gefeiert; die Umstände waren dagegen. So haben wir uns kurzerhand für die bewährte Destination Südtirol entschieden. Zu dieser Jahreszeit waren wir noch nie hier, so dass wir auch nur eine vage Vorstellung hatten, welche Aktivitäten und vor allem in welcher Höhe möglich sind.

Daher sind wir, trotz schlechter Erfahrungen meinerseits, über den Jaufenpass nach Meran gefahren. Damit konnten wir zumindest sehen, dass auf 2.000 m noch eine richtig dicke Schneedecke vorhanden ist. Also Wandern oberhalb von 1.700 m ist angesichts der Bedingungen keine Option. Also folgen wir einem Tip und fahren mit der Vinschgerbahn von Meran das gesamte Vinschgau hoch nach Mals. Dort finden wir am Bahnhof eine Radverleihstation mit Unmengen von Rädern aller Kategorien. Es ist alles perfekt organisiert.
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Wir entscheiden uns – ACHTUNG –  für ein Trekkingbike und ein Mountainbike. Alles verstaut, noch ein Häppchen Käse vom kleinen Buffet geschnappt und schon geht es los. Von den schneebedeckten Bergen ist aufgrund der vielen Wolken nichts zu sehen. Dennoch lädt das Wetter wirklich zum radeln ein. Es geht immer am Wasser entlang bergab. Die Apfelplantagen begleiten uns die gesamte Strecke.
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Wir überholen diejenigen, die mit uns im Zug angekommen sind und ihr Rad schneller hatten. Die anfänglich  vielen Radler verteilten sich dadurch relativ schnell und wir waren meist allein unterwegs. Prad, der für uns erste Ort, den wir bereits kennen, war vor vielen Jahren Ausgangspunkt für ein Langlaufwochenende am Fuß des Ortlers. Danach kommen wir, das erste Mal schon mit dem Gegenwind kämpfend, relativ schnell nach Laas. Der Radweg führt durch das beschauliche, jedoch vom Marmorabbau geprägte Dorf. Am Ortsrand fahren wir in den Nationalpark Stilfser Joch; endlich mal kein Asphalt und plötzlich sind wir richtig drin in der Natur. Wir schlängeln uns bergauf und bergab weiterhin immer am Wasser entlang.

In Schlanders machen wir eine kurze Mittagsrast und stärken uns für den zweiten Teil der 62 km. Es ist mittlerweile ziemlich heiß und wir stehen dem immer stärker blasenden Wind zwiespältig gegenüber. Einerseits ist er in Anbetracht der Temperaturen sehr willkommen, andererseits müssen wir richtig kämpfen. Diejenigen, die uns entgegen kommen und Richtung Reschenpass fahren, werden fast hoch geschoben. Und wir…

Weiter geht es immer wieder an bekannten Orten vorbei – Latsch und Kastelbell, wo wir vor fast zwei Jahren im Oktober eine echte Nebelwanderung gemacht haben und uns danach mit einem der besten Apfelkuchen belohnt haben. Am Ausgang des Schnalstales denken wir, wie so häufig, an unsere wunderbare E5-Wanderung.

Es naht Naturns und mein Mann schlängelt sich aus meinem Windschatten und schlägt geradewegs den Weg zum Bahnhof ein. Da ist der harte Mountainbikesattel wohl doch zu hart…

Leider gibt es kein Trekkingbike für ihn sondern nur eine Gelauflage für den Sattel. Einen Radtausch hätte ich allerdings hier im Text besser verarbeiten können 🙂

Langsam zieht sich der Himmel richtig auf und in jedem Tal kann man die schneebedeckten Berge am Talende sehen. Da sind wir im Tal besser aufgehoben, obwohl ich nicht die größte Radlerin bin. Das letzte Stück bis Meran ist schnell geschafft: auf dem Rad sitzen und einfach nichts tun; es rollt von allein und der leckere Cappuccino als Belohnung für netto 3,5 h Einstiegstour wartet auch schon.
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Es war eine landschaftlich wirklich reizvolle Tour, immer an der Etsch entlang, immer abseits auf ausgebauten Radwegen, perfekt beschildert und die Apfelbäume als ständige Begleiter im wechselnden Gewand. Während sie oben im Vinschgau noch in voller Blüte stehen, sind in Meran schon die kleinen Fruchtansätze zu erkennen.
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Ein Gedanke zu „Talwärts entlang der Etsch“

  1. Herrlich. Kann ich nachvollziehen. Hier bei uns blüht der Raps und man hat ein ähnliches Panorama. Nur die Berge fehlen. Am WE machen wir (paar Kollegen) auch ne Tour startend in Augustusburg. Zwar nur 40 km aber hoffentlich auch schön. Hast Du die Runtastic Road Bike App? Die ist für so etwas echt Klasse. Viel Spaß noch und stürzt nicht!

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