Weil es so schön war

Bergeinsamkeit beim Aufstieg entlang der schwarzen Rienz über das Wildgrabenjoch (2.289 m) zur Drei Zinnen Hütte (2.405 m)

Wir waren ja schon am Sonntag da und mit uns sehr viele andere auch – Bergerlebnis ist für uns etwas anderes. Doch die in einem Wanderführer beschriebene Tour „Der schönste Weg zur schönsten Aussicht“ hat uns so gereizt, dass wir es einfach noch einmal wagen mussten – also auf zur Drei Zinnen Hütte 🙂

Wir fahren sehr früh nach Toblach, am Toblacher See vorbei bis fast zum Dürrensee. Punkt 9.00 Uhr verlassen wir den Wanderparkplatz und laufen das Rienztal hinein. Bekanntermaßen liebe ich Touren, die ein Einlaufen ermöglichen. Heute ist es genau so eine – immer entlang des rauschenden Baches/Flüsschens steigen wir mäßig durch Lärchenwald bergan. Die letzten Menschen haben wir am Parkplatz gesehen. Der Himmel ist blau und verheißt nur Gutes.

Blick vom Parkplatz.jpg

Nach einer knappen Stunde zweigt unser Weg ab und wird ziemlich schnell zum Steig. Wir schrauben uns wirklich zackig nach oben. Erst im Schatten und zwischen Latschen hindurch, nach einiger Zeit ohne Jacke in der Sonne. Bald gleicht der Weg einer Geröllschneise, auf der wir sehr achtsam sein müssen – erstens um den Weg immer folgen zu können und zweitens braucht jeder Schritt Aufmerksamkeit. Der Weg ist nur etwas mehr als Fußbreit und das Gestein ist sehr lose. Das Wildgrabenjoch wirkt sehr nah, aber der Weg zieht sich. Oben eröffnet sich ein schöner Ausblick, den wir nur kurz genießen, da wir gleich in einem Kamin verschwinden, in dem wir nach oben klettern. Ein großer Spaß … Oben angekommen, wartet ein wunderbarer Panoramaweg auf uns, dessen Ausblicke sicher seinesgleichen suchen.

Blick vom Gwengalpenjoch.jpg

In der Annahme, nur noch geradeaus und abwärts laufen zu müssen und bald unsere Brotzeitpause an der Drei Zinnen Hütte zu haben, queren wir zügig den Hang und machen einen kurzen Fotostopp auf der Schwabenalm – eine kleine Hochalm auf fast 2.500 m. Von hier können wir die Drei Zinnen Hütte bereits sehen …und natürlich die Drei Zinnen auch.

Nachdem wir alle Objektive mal getestet haben, geht es wieder mal bergan, um das Gwengalpenjoch zu überqueren. Auf der anderen Seite geht es stramm bergab und die Hütte ist auch nicht mehr zu sehen. Dafür dürfen wir auf der anderen Seite wieder bergauf und ganz langsam schwindet etwas von unserer Motivation. Entlang einiger Höhlen, die von den erbitterten Kämpfen im 1. Weltkrieg hier oben zeugen, gehen wir beständig leicht bergan, um dann noch einen Bergrücken zu umrunden und endlich, endlich nach fast 4 Stunden auf der Drei Zinnen Hütte anzukommen. Nur auf den letzten Metern haben wir ein paar Menschen gesehen. An der Hütte werden es mehr, da von der Südseite eine Zinnenumrundung mit relativ wenig Höhenmetern und einem Parkplatz am Fuße der Zinnen viele Wanderer anlockt.

Zum Glück habe ich gestern Abend mal auf der Homepage der Hütte nach den Öffnungszeiten geschaut. Sonntag, 25. September war der letzte Tag. Eine weise Eingebung, sonst hätte es böse ausgehen können. So packen wir an einem Dolomit-Tisch unsere Brotzeit aus und können sofort futtern -Vinschgerl, Speck und leckeren Käse aus der Sextener Käserei. Wir haben einige neidische Gäste, die wir jedoch gut in Schach halten können.

Da es doch etwas frisch ist hier oben, treten wir auch bald den Rückweg an. Erst angenehm über Wiesenböden und dann in Stufen wieder hinunter zur Rienz. Entlang der Rienz laufen wir das gesamte Tal hinaus und freuen uns, diese wunderbare Tour gemacht zu haben. Sie hat alles, was eine gelungene Tour braucht – schöne Steige, tolle Aussichten, einen rauschenden Bach, Almwiesen, Lerchenwälder, und und und

… und einen Apfelstrudel am Ende im Café mit grandiosem Blick auf die Drei Zinnen.

1.200 hm/ 16 km/ 5 h

 

 

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