Um die Ecke geschaut

Unterwegs im Schnalstal – von Karthaus (1.327 m) zum Saxalbsee (2.465 m)

Ich liebe wandern im Herbst und im immer noch warmen, wetterstabilen Südtirol noch mehr. Es ist nicht mehr heiß, aber in der Sonne noch herrlich warm. Die Sicht ist meist wunderbar und man trifft oft nur wenige Wanderer, wenn man hoch oben ist.

Einziger Nachteil: Nicht alle Hütten, gerade die hoch gelegenen, haben noch offen. Das hält uns nicht ab, dafür gibt es Rucksäcke.

Wir suchen eine Wanderung zum warmlaufen und finden in „Südtirols schönste Wanderungen“ beide zur gleichen Tour. Es ist allerdings nicht direkt eine Wanderung zum warmlaufen, der Untertitel des Buches lautet „1.000 – 1.500 hm“. Die Wanderung ist weit vorn, d. h. noch näher an 1.000 hm. Es klingt gut und wir starten mal in ein für uns völlig neues Gebiet. Im Schnalstal waren wir noch nie so richtig wandern, da es doch nicht so direkt vor der Tür liegt. Dennoch sind wir in überraschenden 30 Minuten bereits am Ausgangspunkt und stellen in der Dorfmitte von dem Örtchen Karthaus unser Auto ab. Die Schuhe sind schnell geschnürt und los geht es.

Der Lieblingsmann kommt mir zuvor und spricht aus, was ich denke: Der Einstieg ist nix für meine Frau… Es beginnt sofort steil. Klar, wenn jeder Meter Siedlungsfläche dem Berg abgerungen ist, werden sie für mich nicht erst einmal einen Kilometer flach zum aufwärmen bauen. Ach übrigens: Es bleibt steil, es geht einfach nur steil im Lärchenwald nach oben. Der Steig ist gut zu gehen, aber die Luft wird stellenweise dringend zum Atmen benötigt. Daher ist es ein Weg der wenigen Worte. Die Bäume versperren etwas den Ausblick, aber das können wir abwarten. Weiter oben sind die Bäume eh weg.

Herbstfarben in Südtiol – blauer Himmel und grün-gelbe Lärchen

Bis fast zur Klosteralm auf 2.152 m geht es immer im Wald aufwärts. Dann wird plötzlich der Blick frei und vor uns baut sich die Texelgruppe auf und auch die Ötztaler Alpen rutschen in das Blickfeld. Hier in der Nähe, am Vernagtstausee am Ende des Schnalstals endete unsere Alpenüberquerung vor 5 Jahren.

Nach etwas mehr als 90 Minuten kommen wir an der Klosteralm auf 2.152 m an, die leider schon geschlossen hat. Ein paar Schafe weiden noch unweit der Hütte, ansonsten ist völlige Ruhe. Wir gönnen uns nach 800 hm eine kurze Rast und nehmen anschließend die verbleibenden 350 hm zum See unter die Füße. Der Weg zieht sich, abwechselnd als Steig und über Blockwerk hinweg langsam bergan. Lange nicht so steil erwarten wir hinter jeder Wegbiegung den See zu sehen. Aber gut Ding will Weile haben. Auf einer Art Jöchle entdecke ich Wegweiser und siehe da, dort angekommen ist auch der ersehnte Saxalbsee (2.465 m) zu sehen.

Hier gibt es für uns die verdiente Mittagspause. Relativ kurz jedoch, da einige Wolken die Sonne verdecken und die Temperaturen in der Höhe doch nicht mit denen im Meraner Becken konkurrieren können.

Wir steigen auf dem Anstiegsweg wieder zur Klosteralm hinab. Dort wechseln wir auf den Forstweg, da der Lieblingsmann meint, dass es besser geht. Rückenschonend ist anders. So machen wir alle 15 Minuten Dehnübungen für den Rücken. Ich hätte das kürzere Leiden über den Steig bevorzugt. Aber es ist noch nicht aller Tage Abend und wir kreuzen doch den Aufstiegsweg und gehen die verbleibenden 400 hm über diesen nach Karthaus zurück.

Wir sind 4 h und 30 Minuten gegangen, haben 10 km und 1.150 hm zurückgelegt. Warm gelaufen sind wir auf jeden Fall. Mal sehen, was die Beine morgen sagen….

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