Kontrastprogramm

3. Etappe – von der Regensburger Hütte (2.040 m) nach St. Ulrich im Grödnertal (1.265 m)

Heute ist fast alles anders als an den letzten beiden Tagen und ich bin rückblickend froh über meinen Plan, auch wenn sich der Tag im Vergleich zu den anderen etwas in die Länge gezogen hat.

Vorweg ein Rückblick: Die Regensburger Hütte wird mir sicher lange in Erinnerung bleiben. Gründe dafür gibt es einige. Der Abend mit Esther ist unglaublich schnell verflogen. Die Speckknödel mit Parmesan wsrdn sehr gut, wenn auch etwas klein. Könnte daran gelegen sein, dass es eine Vorspeise war. Die Weinkarte – auch das gibt es inzwischen auf sehr vielen Hütten – war klein, aber für mich mehr als in Ordnung. Ich finde von einem meiner Lieblingsweingüter in Südtirol – Schreckbichl – einen Blauburgunder. Meine kleine Welt ist in Ordnung. Kurz nach 21.00 liege ich im Lager, in dem 9 von 22 Betten belegt sind. Perfekt – ich kann meinen Deckenstapel etwas erweitern, da es ziemlich zapfig ist.

Das Lager war das ruhigste, was ich bisher erlebt habe. Sowohl Abends als auch morgens beim Kommen, Gehen und Kruschteln in den Rucksäcken. Day beste jedoch: Kein Schnarcher!!!! Dennoch schlafe ich im Lager eher unruhig und warte etwas darauf, dass der Morgen kommt. Zuverlässig wie sich der Welt dreht, kam er auch und kurz nach dem Sonnenaufgang um kurz nach 7.00 Uhr war ich auch wach.

Die aufgehende Sonne und der Langkofel

Es gab frische Semmeln und wachsweiche Eier zum Frühstück. Welch ein Luxus… und dem Fahrweg auf diese Höhe hinauf sei Dank! Ehe ich loskomme gebe ich zwei Wanderern aus den Niederlanden noch etwas Planungshilfe. Danach geht es endgültig hinunter ins Grödnertal. Knapp 20 Minuten sind es hinüber zur Bergstation der Seilbahn von St. Christina und zum Col Raiser. Ich nehme den Weg 4 hinab nach St. Ulrich und laufe wirklich sehr gemächlich – was soll ich den lieben langen Tag sonst tun. Ich überlege hin und her, das Hotel zu stornieren und gleich weiter auf Seiser Alm und Schlern zu gehen. Das würde mein Langeweileproblem allerdings nur von heute auf morgen verschieben oder ich müsste alles umplanen. Dazu habe ich keine Lust und meine Beine freuen sich wirklich auch über diese lazy day. Nach den etwas steileren Abstieg zur Gamsbluthütte werden meine Gedanken von diesen niedlichen Gesellen unterbrochen.

Wenig später treffe ich auf einen Bauern von hier oben, der die Abflusseinnen im Wander-/Fahrweg wieder instandsetzt. Mit ihm philosophiere ich über Schutzhütten, Wandern im Allgemeinen und Wandern in den Dolomiten im Besonderen. Kurz danach habe ich eine Zwangspause, da ich mein Regenzeugs auspacken muss. War ja so angesagt und es ist nichts im Vergleich zum Montag. Im Wald merke ich es auch nicht so stark u d als ich nach knapp 2 Stunden in St. Jakob auf die ersten Häuser treffe, ist es auch fast wieder vorbei. Allerdings ist nach Montag meine Lust auf Wandern im Regen bei deutlich unter Null angekommen…

Blick zurück zur Regensburger Hütte

Auf dem Luis-Trenker-Weg spazieren ich auf der ehemaligen Trasse der Grödnertalbahn nach St. Ulrich hinein. Mein erster Weg führt zur Seilbahn zur Seiser Alm. Nein, ich habe mich nicht fürs Weiterlaufen entschieden, ich möchte allerdings wissen, wann die erste Bahn geht, da morgen ein langer Tag wird. Ich besorge mir noch einen Trinkschlauch, da meiner beim Packen leider nicht verfügbar war 😦 Ist halt nix, wenn man zu viele Orte hat, an denen man Zeug deponieren kann. Und aus dem schweren Rucksack jedes mal die Trinkflasche herauszuholen ist echt nix – aufwändig, umständlich und letztendlich nervtötend, so dass ich lieber Durst habe. Jetzt habe ich mir das Cafè Corso verdient. Apfelstrudel und mein Lieblingssprizz ‚Dolomitisprizz‘. Das ist der Vorteil, wenn man schon einmal da war.

Wenige Schritte weiter liegt mein Hotel in der Fußgängerzone. Es ist wunderschön, wie aus einer anderen Zeit, aber mit allem Komfort. Hier lasse ich den Tag entspannt ausklingen und wappne mich für die anstrengenden Tage die vor mir liegen.

Da es heute einen ständiger Wechsel zwischen Sonne und Regen gibt, bereue ich meine Entscheidung für das Kontrastprogramm nicht eine Minute. Ab morgen wird es besser… hoffentlich!

Gehzeit: 2,5 h, Entfernung: 8,5 km, Höhenmeter: ca. 800 hm ab

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