Allein am Gipfel

Von Zöblen zum Zirleseck und zur Rohnenspitze (1.992 m)

Bei unserer Radtour durchs Tannheimer Tal lacht mich plötzlich ein Gipfelkreuz an, das ich noch nie wahrgenommen habe. Und wir sind wirklich oft hier. Ein kurzer Stopp am Schilderwald klärt uns auf. Es ist die Rohnenspitze und in etwas mehr als drei Stunden ist man oben. Das kommt jetzt auf Nummer 1 der Liste.

An einem durchaus etwas warmen Sonntag starten wir – früh für unsere Verhältnisse – kurz nach 9.00 Uhr auf dem großen Parkplatz am Skilift von Zöblen. Es geht gleich ordentlich bergan – von der Sonne beschienen über Wiesen, auf denen gerade Heu gemacht wird. Hoffentlich gibt es bis zum Gipfel doch gelegentlich etwas Schatten. Schon nach dem ersten Anstieg werden meine Wünsche wahr und über einen schattigen Waldpfad geht es weiter. Steil bleibt es. An einer Weggabelung müssen wir uns entscheiden, ob wir den Aufstieg links- oder rechtsherum wählen. Intuitiv richtig nehmen wir rechts. Es geht ab hier über einen wunderschönen Wiesenpfad in den Talschluss hinein. Kein Zeichen mehr von Zivilisation, nur Natur und Berge um uns herum.

Almrosenblüte

Am Ende des Tals, rechts der Ponten uns links die Rohnenspitze, ist es erst einmal vorbei mit lustwandeln. In schönen Serpentinen geht es hinauf zum Bergrücken des Zirlesecks, nicht wirklich als Gipfel zu erkennen. Hier oben gibt es einen schönen überdachten Ausguck hinüber in der Allgäuer Berge – leider ist er belegt.

Wir biegen nach links ab und ab dann wird es felsig, manchmal seilversichert und ein bisschen ausgesetzt – noch etwas Anspruch vor dem Gipfel. Faszinierend, wie sich plötzlich der Untergrund ändert und die Augen besser auf dem Weg bleiben. Zum Gipfel schlendert man dann fast wieder, nachdem die Kraxelei geschafft ist. Das faszinierende – es ist außer uns KEIN Mensch hier. Ich muss sehr weit zurückgehen, um einen ähnlichen Moment zu finden. Wir genießen es einfach und packen unsere Brotzeit aus. Wahrscheinlich ist doch so wenig los hier, weil keine Hütte lockt.

Rohnenspitze mit Blick ins Tannheimer Tal
Blick gen Süden – Berg ohne Beschriftung ist das Gaishorn

Der Abstieg beginnt steil, steinig und rutschig, da die kleinen Steine unter den Füßen wegrutschen. Der Berg hat wahrlich viele Gesichter. Es geht ein ganzes Stück so bergab und wir sehen immer, wie weit es noch ist, bis sich der Weg ändert. Das ist anstrengend und geht ordentlich in die Oberschenkel. Auf einem kleinen Rücken ändert sich wiederum die Szenerie und aus Schotter wird ein kornblumengesäumter Pfad. Den laufen wir in gemäßigter Steigung bergab, bis wir an die Weggabelung vom Anfang kommen. Der Rückweg ist ab da identisch zum Aufstieg. Wir sind dankbar, dass die Sonne nicht den gesamten Tag vom blauen Himmel gelacht hat – das wäre sehr anstrengend geworden. So war es eine sehr warme, aber sehr schöne, abwechslungsreiche Tour, die wir wiederholen werden und wenn es nur on der Hoffnung auf einen stillen Gipfelmoment ist.

Gehzeit: 3 Stunden 30 Minuten / 8,3 Kilometer

Höhenmeter: ca. 900 hm

Ein Gedanke zu „Allein am Gipfel“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

%d Bloggern gefällt das: