Auf und Ab auf Nagelfluh

Die Nagelfluhkette vom Hochgrat (1.834 m) zur Mittagbahn über Immenstadt

So sind wir zumindest in den Tag gestartet. Wir sind heute zu dritt und das eröffnet eine gute Chance auf diese wunderbare Tour, da Anfang und Ende am Besten mit dem Auto zu erreichen sind und auch das allgemeine Fitnessniveau lässt diese Tour zu. Wir fahren also nach Immenstadt und stellen ein Auto am Parkplatz der Mittagbahn ab. Von dort geht es direkt am Alpsee entlang nach Oberstaufen/Steibis und dann im kurvigen Geschlängel zur Talstation der Hochgratbahn.

Wir kaufen Kombitickets für die beiden Bahnen und zuckeln wenig später sehr gemütlich in postgelben Mini-Kabinen nach oben zur Bergstation der Hochgratbahn. Das Wetter ist gut, aber nicht so gut (wolkenlos) wie vorhergesagt. Den Säntis sehen wir leider nicht, doch den Bodensee und viele andere Gipfel können wir ausmachen …

Blick nach Süden

Langsam reißen wir uns vom Panorama los und starten nach Osten. Als erstes erklimmen wir den Hochgrat-Gipfel, den ersten von sieben, die vor uns liegen. Heute sind wir auf der Tour natürlich nicht allein – Sonntag, Ferien, bestes Wanderwetter. Dennoch erhaschen wir ein paar Sekunden, um das Gipfelkreuz für uns zu haben.

Gipfelkreuz Hochgrat (1.834 m)

Nach hoch kommt ab und so steigen wir kräftig abwärts und laufen schnurstracks auf unseren zweiten Gipfel, das Rindalphorn (1.821 m), zu. Leider sieht man nicht jede Biegung, die man letztendlich doch auslaufen muss und der zum Greifen nahe Gipfel kommt langsamer als gedacht heran. Wir laufen die paar Meter zum Gipfel hoch und wieder zurück, da der Weiterweg unterhalb des Gipfels abzweigt. Hier geht es richtig steil abwärts. Der Weg ist ausgewaschen und sehr nass – Freitag hat es den ganzen Tag geregnet und den Boden ordentlich aufgeweicht. Also ohne Stöcke wäre das nicht mein Ding, doch mit „vier Beinen“ ist es zwar anstrengend aber machbar. Nachdem wir hier den tiefsten Punkt erreicht haben, geht es hinauf zum Gündleskopf (1.748 m). Jeder Meter des Weges hinauf zum Gipfel ist von unten zu sehen. Gut zu wissen, dass es nicht lang geht, aber dennoch anstrengend. Wir machen keine Pause und laufen gleich weiter hinüber zum Buralpkopf (1.772 m).

Auf dem Buralpkopf machen wir Mittagspause. Im Nachhinein betrachtet wohl die schlechteste Zeit. Es hat zugezogen, ist windig und kalt und zum Sitzen gibt es auch keine gute Möglichkeit. Daher ist die Pause sehr kurz und wir steigen nun wieder abwärts. Wobei man es auch als Kletterei bezeichnen könnte. Jedenfalls ist das Knie unseres Mitwanderers wohl etwas stärker in Mitleidenschaft gezogen worden. Wir pausieren und er zieht die Bandage des Lieblingsmannes an. Ich checke dennoch mal mögliche Ausstiege, um vorbereitet zu sein. Wir starten den Anstieg zum Sederstuiben. Doch nach ein paar hundert Metern ist es so, dass Aufstiege dem geschundenen Knie nicht gut tun. Da genau an der Stelle, an der wir Pause gemacht haben, ein Wegweiser ins Gunzesrieder Tal weist, entscheiden wir uns zum Abstieg. Nicht schön, jedoch zumindest in dem Moment die beste und auch vernünftigste Entscheidung. Und dort fährt ein Bus. Jetzt kennen wir den Fahrplan – mal schauen, ob es funktioniert.

Wir sehen vom Abzweig, wo wir hin müssen, erkennen jedoch keinen eindeutigen Weg und auch keine Markierung. Also ist Pfadfindertum gefragt. Wir suchen und mit nur wenigen Umwegen finden wir dann zu einer Alm. Dort weisen uns zwei Männer den Weg hinab ins Gunzesrieder Tal. Erst schlendern wir gemütlich über Weiden aber dann geht es richtig steil bergab. Das dürfte vermutlich nicht so gut für das Knie sein, aber unser dritter Mann ist tapfer. Es geht bis ziemlich hinunter ins Tal einfach nur sehr steil abwärts. Unten angekommen, lesen wir, dass wir noch 45 Minuten nach Gunzesried Säge brauchen, der Bus jedoch in 30 Minuten fährt. Wir geben – soweit es geht – etwas Gas und schauen weder links noch rechts. Es sind viele Leute hier am Sonntag Nachmittag und genießen das schöne Wetter; wir suchen die Haltestelle. Mitten im Dorf sehen wir dann plötzlich das Wartehäuschen mit Leuten drin – Erleichterung. Wir warten mit den anderen … und warten und warten. Nach einiger Zeit kommt ein Taxi angefahren und ein junger Mann springt auf. Er hat es gerufen. Sonntags fährt kein Bus, man muss den Rufbus (das Taxi) holen. Er nimmt uns zum Glück mit, da das andere wartende Paar unschlüssig ist.

Glück gehabt – das war nämlich der letzte Rufbus heute. So kommen wir nach Blaichach und dann mit dem Zug nach Immenstadt. Nach einem weiteren, für heute letzten Marsch, sind wir dann an der Talstation der Mittagbahn am Auto. Anders als gehofft, aber jetzt ist es auch egal. Jetzt holen wir nur noch das zweite Auto an der Hochgratbahn ab und fahren nach einem langen, etwas abenteuerlichen Tag nach Hause. Ob wir dem Knie mit dem Abstieg einen Gefallen getan haben, werden wir nie erfahren – es hat sich jedenfalls gut erholt…

14 Kilometer / 4 Stu den 50 Minuten / 598 hm Aufstieg / 1.347 hm Abstieg

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