Hitzeschlacht II – Drei Seen, eine Scharte und ein legendärer Abstieg ins Inntal

Von der Memminger Hütte nach Zams (775 m)

Aufstehen wieder um 5:45 Uhr. Das kann auch Erlösung sein. Ich habe mitten in der Nacht schon das Morgengrauen “gesehen“. Es war jedoch erst 1:48 Uhr. Was lässt einen nach so einem anstrengenden Tag freiwillig auf Nachtruhe verzichten? Platzmangel, Hitze und Schnarcher. Die Memminger Hütte hatte von allem zu bieten, da sie überfüllt war. Es war auch fast zu erwarten, da die viel größere Kemptner Hütte schon gut voll war und unterwegs wenig Alternativen geboten sind. Wir hatten jeder ca. 60 cm Platz zum Schlafen und unser, ca. 30 qm großes Lager war mit 21 Wanderern bestückt. Soviel dazu.

Heute morgen gab es ein sehr gutes Frühstück und wir sind kurz vor 7.00 Uhr mit einem ca. einstündigem Aufstieg durch felsiges Gelände gestartet.

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Bei uns war es eine Herde Steinböcke, die friedlich grasten und uns für viele Fotos Modell standen. Leider kann die Handykamera die vielen Grau- und Brauntöne nicht so gut verarbeiten, so dass es hier kein Steinbockfoto gibt. Weiter geht es ordentlich bergauf mit phantastischen Ausblicken auf Allgäuer und Lechtaler Alpen. Einer der Bergseen war stellenweise noch mit einer dicken Eisschicht überzogen.

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Dann endlich die Überschreitung der Seescharte (2.599 m) und Blick auf die Berge des Inntals. Ab jetzt geht es nur noch bergab. Das ist über Geröllfelder und steile Steige für die Knie sehr herausfordernd. Erst muss Christoph jedoch meinen Objektivdeckel suchen, der in die Schlucht hinabgerollt ist. Das kommt davon, wenn die high-end Ausstattung mit muss. Zum Glück hat er ihn gefunden. Nach 2 Stunden steil bergab kommt endlich die Oberlochalm, die einzige Einkehrmöglichkeit bis Zams. Das ist bei der Hitze auch notwendig. Hunger haben wir fast nie, aber wir trinken sicher um die vier Liter am Tag. Dann geht es durch einen schönen Lärchenwald, durch den ein Bächlein fließt gemächlich leicht bergab. Fast wie auf unseren Touren in Südtirol. Das ist aber nur von kurzer Dauer. Jetzt müssen wir die verbleibenden 800 hm nach Zams hinunter. Es ist Mittag und die Luft steht in der Wand. Stolpern sollte man besser auch nicht, da es sehr steil runter geht. Da braucht einen keiner mehr suchen. Es ist als das schwierigste Stück beschrieben, wobei wir das Stück als leichter im Vergleich zu dem heute morgen einstufen. Nach langen zwei Stunden sind wir neben der Inntalautobahn endlich im Tal. Jetzt einen Eiskaffe und einen Supermarkt. Mehr brauchen wir nicht. Erst in den M-Preis die Vorräte auffrischen, da einige Tage ohne Einkehrmöglichkeit kommen. Den Eiskaffe bekommen wir an der Talstation der Venetbergbahn, auf die wir dann auch fast eine Stunde warten mussten. Sie hält nur zur vollen Stunde an der Mittelstation, an der wir raus müssen. Und laufen wollen wir heute sicher nicht mehr. Es reicht uns. Wir schweben den Berg mühelos hoch und schaffen die 20 Minuten zur Skihütte Zams noch, jedoch nicht so mühelos.

Hier gibt es für uns Platz in einem 5-er Zimmer, mit eigener Dusche. Es ist absoluter Luxus in einem Bett zu schlafen und ohne Zeitbegrenzung zu duschen. Unsere Wäsche wird gewaschen und wir sitzen um 16.00 Uhr frisch geduscht mit einem Cappuchino und Skiwasser auf der Terrasse mit Blick hinunter nach Zams. Heute Abend gibt es Kässpätzle und Salatbuffet und morgen ist ausschlafen angesagt, da die Bergbahn erst 8.00 Uhr startet.

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