Kräftezehrender Aufstieg am Ende der längsten Etappe

Von der Kaunergrathütte zur Braunschweiger Hütte (2.758 m)

Auf der wunderschön gelegenen Kaunergrathütte hatte wir einen der lustigsten Abende der ganzen Tour. Wir haben die zwei Jungs, bei denen wir Bedenken hatten, dass sie bei Unwetterwarnung zur Verpeilhütte gehen, getroffen. Sie haben auf der Kaunergrathütte einen Ruhetag eingelegt.

Für unsere heutige lange Tour mussten wir sehr früh aufstehen. Da im Lager schon 4.30 Uhr ein Handy klingelte, ist es uns nicht schwer gefallen. Frühstück um 6.00 Uhr und 50 Minuten später waren wir schon unterwegs. Immer talwärts bei noch sehr frischen Temperaturen, begleitet von Murmeltierpfeifen und rauschenden Wasserfällen. Ein dickes Murmeltier haben wir auch gesehen. Der Schnee war über nacht wieder fest geworden, aber der strahlend blaue Himmel zeigte schon, was uns heute wohl erwarten würde.

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Wir laufen auf dem Cottbusser Höhenweg immer Richtung Rifflsee. Dabei queren wir viele Geröllfelder u.d Wasserfälle. Auch heute erwarten uns wieder klettersteigähnliche Passagen, die im Vergleich zu gestern absolut einfach und gut zu meistern sind. Es tut gut, in der frischen Morgenluft zu laufen und anfangs sehen wir niemanden. Hoch über dem Pitztal ziehen wir uns sommertauglich an und beginnen dicke Schichten Sonnencreme nachzulegen. Im dunklen Pitztal scheint gegen 9.00 Uhr noch nicht einmal die Sonne. Das muss im Winter grausam sein. Weiter Richtung Rifflsee kommen immer mehr Tagestouristen, da hier einr Bahn hochfährt. Vorbei mit der Ruhe. Gestört v.a. durch größere schwäbische Gruppen, bei denen einige dabei sind, die an der kleinsten seilversicherten Stelle scheitern und auf dem Rückweg von ihren Heldentaten am Gletscher und auf Altschneefeldern lauhtals erzählen.

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Vom Rifflsee steigen wir nach Mittelberg ab und kehren in einer Alm zu Mittag ein. Die machen Käse selbst und das Essen schmeckt entsprechend lecker. In Mittelberg kommen wir wieder auf den klassischen E5, was man spätestens an den Gruppen, die mit großem Wandergepäck unterwegs sind, merkt.

Jetzt nach fast 5 Stunden Gehzeit kommt die eigentliche Herausforderung: 1.000 hm und 3 Stunden Aufstieg zur Braunschweiger Hütte. Die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel und wir müssen anfangs ein Stück Fahrweg in Richtung Talschluss hatschen. Da ist die Motivation kurz im Keller. Nach einem Skiwasser gehen wir frisch gestärkt los.

Wir nehmen die Variante „Jägersteig“, die sich übet Gras- und Geröllhänge etwas ausgesetzt nach oben schlängelt. Wir gewinnen schnell an Höhe und es geht uns, wie fast immer bei Anstiegen, schnell wieder gut. Die Hütte kommt ab und zu in unser Blickfeld, aber nicht wirklich näher, obwohl wir schneller als die Zeitangaben auf den Wegweisern und im Buch sind. Dafür haben wir freie Sicht auf den Mittelberger Gletscher, der zu einem Skigebiet gehört, fraglich nur, zu welchem.

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Am Ende gibt es wieder Geröllfelder und zum Schluss begleitet uns Kaiserschmarrnduft navh oben. Heute reicht es; die Füße qualmen. Jetzt nur noch duschen, trinken und essen. Nach 7.30 Stunden Nettogehzeit sind wir mit einfachen Dingen glücklich zu machen. Die Hütte ist voll, da sie neu renoviert ist und kleine Lager hat, ist es dennoch ganz gut.

Wir gönnen uns Apfelstrudel mit Vanillesoße und warten auf unsere jungen Wilden, die wir trotz ihres Ruhetages hinter uns gelassen haben. Um uns herum viele unentspannte E5-in-fünf-Tagen-Renner.

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Abends sitzen wir mit der Kaunergratgruppe zusammen. Da wir alle ziemlich müde sind und morgen mit dem Pitztaler Jöchl eine anstrengende Etappe vor uns haben, geht es ziemlich früh ins Bett.

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Ein Gedanke zu „Kräftezehrender Aufstieg am Ende der längsten Etappe“

  1. Hallo Ihr zwei Bergbezwinger !
    Den heutigen Tag habt Ihr sicher auch gut überstanden
    und wir hoffen, daß Euch Heidi und Harald morgen in guter Verfassung in die Arme schließen können..

    Bis bald
    Rita und Guido

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