I gang gern auf die Kampenwand…

Von Aschau auf die Kampenwand (1.669 m) – 5. Oktober

Heute ging es früher los als am 3. Oktober und quer durch München, ebenso wie auf der Autobahn zahlt sich das wirklich aus. Nach etwas mehr als einer Stunde stehen wir auf dem Wanderparklplatz in Aschau. Es kann natürlich auch an der nicht ganz perfekten Wetterprognose liegen, die vielleicht den einen oder anderen Wanderer abhält.

Knapp 1.000 Höhenmeter liegen vor uns und wir freuen uns, dass dann mit Herzogstand, Benediktenwand, Wendelstein und Kampenwand alle must haves der bayerischen Voralpen in unserem Gipfelbuch stehen.

Es geht auf einem Sträßchen ziemlich forsch bergauf, also keine Chance zum Warmlaufen. Neben uns plätschert ein Bach, der immer wieder zu kleinen Wasserfällen angestaut wird. Es riecht durch den Nebel schon kräftig nach Herbst. Nach ein paar hundert Metern sind wir warm gelaufen. Bald kommt die erste Alm in Sicht und die Straße wird zum Forstweg und bald danach zum Steig. Es zieht auf und an der ersten Weggabelung merken wir, dass wir die angezeigten 4,5 Stunden zum Gipfel wahrscheinlich bei Weitem nicht brauchen werden.

Wir haben jetzt perfektes Wetter und über dem Tal liegt wie Watte der Hochnebel.

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Es steigen nur sehr wenige Wanderer mit uns auf, was uns sehr entgegen kommt. Die Bergbahn ist für die meisten wahrscheinlich doch das Beförderungsmittel der Wahl. Nach 90 Minuten können wir das erste Mal das Gipfelkreuz ausmachen. Etwas wolkenverhangen, aber immerhin können wir bis hoch schauen. Es liegt jetzt noch eine gute Stunde vor uns. Zum Glück wissen wir noch nicht, was uns auf den zweiten 30 Minuten erwartet. Wir kommen dem Hauptweg näher und sehen dann auch den Weg, der von der Seilbahn herüber führt.  Ja, wir sehen den Weg trotz der vielen Menschen noch. Auf den Gipfel führt anfangs fast eine Autobahn. Jeder muss natürlich schnell nach oben, daher reicht der Steig nicht und das Gelände ist komplett „zerlatscht“. Was wohl bei Regen oder Tauwetter passiert? Dann dürfte ziemlich viel von der Autobahn abgetragen werden. Hier trennt sich aber schon ein Teil der Spreu vom Weizen. Es ist steil und rutschig und viele sind i  der „Sonntags-Spaziergangs-Ausrüstung“ da. Plötzlich ist der Einsatz der Hände gefragt und es macht ziemlich Spaß. Der Weg verengt sich und ein ausgesetzter Weg führt teilweise luftig am Abgrund geradewegs nach oben. Zum Schluss noch eine seilversicherte Passage und wir sind, mit vielen anderen, am Gipfel.

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Leider hat es immer weiter zugezogen, so dass die Aussicht nicht so gut ist, was jedoch die Laune nicht trübt. Wir sind auf der Kampenwand. Die Wampn standen dem Unterfangen nicht im Wege und wir genießen unsere Brotzeit unweit des riesigen Gipfelkreuzes, welches in der Nachkriegszeit das durch Blitzschlag zerstörte Holzkreuz ersetzte und ohne Hilfsmittel auf den Gipfel gebracht wurde.

Der Abstieg ist schnell gemacht, da wir wohl die Mittagsflaute oder die Mittagspause der Seilbahn erwischten; jedenfalls kam fast kein Nachschub von unten. Über den Hauptweg und durch ein kleines Skigebiet verlieren wir schnell an Höhe und kehren fast am Ende der Rundtour in der ersten Alm von heute Morgen ein. Wir sitzen wieder in der Sonne und gönnen uns, nachdem der Kaiserschmarrn aus ist, ein riesiges Stück Käsekuchen.

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Den Weg nach München zurück teilen wir uns mit sehr vielen Autofahrern. Aber nach einer trotz Bergbahnanschluss doch ganz gelungenen Tour, halten wir das noch aus. Sind wir ja doch irgendwie seit langem gewöhnt.

Ein Gedanke zu „I gang gern auf die Kampenwand…“

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