Das Wetter spielt mit – nix wie raus und rauf

Von Hohenschwangau auf den Säuling (2.047 m)

Was macht man, wenn am Feiertag mal wunschgemäß wirklich schönes Wetter ist? Man glaubt es kaum. Und hat man es verarbeitet, steht sofort die Frage, welcher Berg es denn sein darf. Das G7- Wochenende schränkt die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zusätzlich ein. Tegernseer Berge scheiden bei perfektem Wetter, Ferien und Feiertagen sowieso aus. Da bleibt nach stundenlanger Anreise keine Zeit mehr zum wandern. Großraum Garmisch und alle über die A95 zu erreichenden Ziele fallen dem G7 zum Opfer. Daher fällt die Wahl auf das Allgäu. Es ist nicht wirklich 2. Wahl, da wir dort und im Tannheimer Tal ausgesprochen gerne in die Berge gehen.

Da wir nach unseren ersten Touren in Südtirol bereits „trainiert“ sind, darf es auch gleich der Säuling sein. Die 1.200 hm schaffen wir… Es ist eine Wanderung, die alles hat: Forstwege, Steige, Kraxelei, wunderbare Ausblicke und einen kleinen Klettersteig.
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Es ist noch relativ ruhig, als wir in Hohenschwangau ankommen. Jetzt müssen wir selbst auf unserem Geheimparkplatz 6 € Parkgebühr zahlen. König Ludwig lässt grüßen. Mit nur wenigen Touristen laufen wir Richtung Schloss Neuschwanstein. Hier ist um diese Zeit noch die Ruhe vor dem Sturm. Relativ schnell verlassen wir den geteerten Weg und laufen auf breiten Wegen sanft bergauf. Je schmaler der Forstweg um so steiler wird er auch. Aber alles wunderbar zum Einlaufen. Nach einer Stunde kommen wir an eine Lichtung, die uns vom letzten Mal noch in Erinnerung ist. Am südlichen Ende baut sich die Felswand auf, die wir überwinden müssen, um unser Tagesziel zu erreichen. Aber erst ist eine Stärkung notwendig, da es aufgrund der frühen Abfahrt kein Frühstück gab.
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Ab jetzt merken wir auch, dass wir doch eine Bergtour machen und nicht nur spazieren gehen. Nach einer kurzen Passage im Wald können wir das erste Mal auf Forggensee uns Schloss Neuschwanstein herunterblicken. Das zaubert ein Lächeln auf unsere Gesichter. Wir sind einfach gern hier. Ab hier geht es kraxelnd, immer wieder seilversichert steil nach oben. Es macht Spaß und wir kommen trotz der vielen Wanderer sehr zügig voran. Nach etwas mehr als einer weiteren Stunde hat die Kraxelei erst einmal ein Ende. Wir sehen den Gipfel des Säuling und müssen vielleicht noch 100 oder 150 hm überwinden. Dennoch ist es das für mich anstrengendste Stück, da es auf groben Schotter bergauf geht, was eine ziemlich instabile Angelegenheit ist. Ich habe das Gefühl, wir erreichen den Gipfel schneller als beim letzten Mal. Nach 2 Stunden und 45 Minuten haben wir es geschafft und genießen von hier oben den perfekten Rundblick. Viele Seen, schneebedeckte Berge und Berge, von denen wir einige schon bestiegen haben…der Aufstieg hat sich gelohnt.
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Vom Gipfel wieder zurück, lockt bereits das Säulinghaus. Doch bis zum kühlen Weißbier sind noch einige Anstrengungen zu überwinden. An der südlichen Flanke steigt man sehr steil und seilversichert hinab. Das ist vor allem heute, bei vielen Wanderern und Gegenverkehr nicht so schön; zumal die Sonne auch noch ihren Beitrag leistet. Mann kann es uns aber auch nicht recht machen 🙂
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Nach einer längeren Pause – mit uns sind ziemlich viele angekommen – geht es weiter abwärts. Naja eigentlich erstmal seitwärts über Schotterflächen und durch Windbruchgebiet um den Pilgerschrofen herum. Wir sind gespannt, ob wir auch dieses Mal wieder Steinböcke sehen. Wir haben jedoch kein Glück. Vor drei Jahren sind im Nebel unmittelbar vor uns äsende Steinböcke aufgetaucht. Das war ein erhebendes Gefühl. Im Unterschied zu heute waren wir damals fast allein unterwegs.
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Durch den Wald geht es steil bergab und so langsam merken wir, dass es doch noch früh im Jahr ist und die Beine schneller müde werden. Wir stoßen kurz vor unserer Lichtung wieder auf den Anstiegsweg und sind 40 Minuten später wieder im übervollen, heißen Hohenschwangau. Schnell ins Auto und die Heimfahrt antreten.

Es war ein perfekter Bergtag – keine Wolke am Himmel, relativ gute Sicht, Gipfel erklommen und ein Weißbier auf der Hütte…

4 Kommentare zu „Das Wetter spielt mit – nix wie raus und rauf“

  1. Schöne Tour. Wir sind letztes Jahr von Pflach aufgestiegen mit Rast am Säulingshaus. Am Sonntag beginnt endlich unser Urlaub und es stehen auch einige Gipfel der Ammergauer Alpen auf meiner Wunschliste. Finale soll der „Daniel“ mit 2.340m werden. Wir wollen aber auch bissl Radeln, werden ein Teil des Lechweges begehen und für die Tour (Mittenwalder Höhensteig mit Sandra und Tobias) werden wir am „Gelbe Wand“ Klettersteiglehrpfad bissl üben. Wir freuen uns schon riesig auf die freien Tage.
    12.-25.07 wieder bei Kinkers… Und Highlight 18.07. Open Air Konzert von Revolverheld am Festspielhaus Füssen. Also bis die Tage….

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