Vis à vis der Zugspitze

Zum Rückentest auf den Hohen Ziegspitz (1.864 m)

Ich möchte ja nicht darüber philosophieren, wo ich mich am heutigen Tag eigentlich befinden würde und wie die Stimmung in den letzten Tagen bei uns war. Heute scheint die Sonne, ich habe eine erfolgreiche „Testwanderung“ überstanden und der zweite Teil „München – Venedig“ ist nur um wenige Tage verschoben.

Wir durften heute feststellen, dass in Online-Portalen wirkliche Geheimtipps zu finden sind. Wir sind einem solchen gefolgt und hatten eine wunderbare Wanderung, die allerdings nicht ganz reibungslos begann. Um zu wandern ist es hilfreich, in den Bergschuhen auch Socken zu tragen. Auf dem Weg nach Garmisch-Partenkirchen stellte ich kurz vor dem Starnberger See mit einem Blick auf meine Füße fest, dass ich keine Socken dabei habe. Ratter, ratter – es ist Sonntag und ich bekomme unterwegs auch keine gekauft. Also umdrehen und in Summe mehr als 1 Stunde Verzug in Kauf nehmen. Und das bei unserem pünktlichen Start und dem perfekten Durchkommen auf dem Mittleren Ring. Hilft alles nichts.

Mit dem zweiten Start ist alles besser 🙂 Wir kommen nahezu ohne Verzögerung nach Garmisch durch und finden unseren Wanderparkplatz ohne Fehlversuche. Bei strahlend blauem Himmel nehmen wir die vor uns liegenden 1.100 hm in Angriff. Es ist ein traumhafter Weg, meist im Wald, der sich in Kehren doch ziemlich steil nach oben zieht. Nahezu ohne Einschränkung bietet sich uns ein perfekter Blick auf Alpspitze und Zugspitzmassiv und den Eibsee. Viel gibt es dazu nicht zu sagen, als dass wir immer wieder staunend stehen geblieben sind und den Ausblick genossen haben. Wir konnten sogar die Bergstation der Seilbahn sehen, so klar war es.
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Trotz aller Fotostopps haben wir innerhalb der ersten Stunde ca. 600 Meter an Höhe gewonnen, was wir auch am eigenen Schnaufen feststellen. Dabei haben wir eine Gruppe mit Schwaben überholt, die uns heute noch öfter begegnen sollen. Die mit 2,5 Stunden Gehzeit angegebene Stepbergalm erreichen wir nach 2 Stunden und gehen auch direkt weiter in Richtung Ziegspitz. Setzen bei dem Traumwetter wäre gefährlich, denn der Gipfel würde in weite, weite Ferne rücken.

Der Weg auf die vorgelagerte Vordere Ziegspitz ist wirklich sehr steil und ich denke gelegentlich an aufgeben. Kurz vor dem Gipfel – nein, das geht nicht. Über einen schmalen Pfad schlängeln wir uns am Bergrücken in Richtung Hoher Ziegspitz. Noch ein paar letzte Höhenmeter, vorbei an einer Schafherde, die sich in den Schatten einer Latschenkiefer verkrochen hat und wir haben den zweiten Gipfel heute. Ein schöner breiter Gipfel, der genug Platz für alle Wanderer bietet, lädt zu einer ausgiebigen Mittagspause ein. Ich habe aus Testgründen heute erstmals auf einer Tagestour den Rucksack getragen und bin doch froh über die Aussicht auf Entlastung.
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Der Rückweg bis zur Stepbergalm verläuft auf dem Anstieg und wir sind in 40 Minuten an der Hütte, wo ein kühles Weißbier und Buttermilch der Almkühe auf uns warten. Es ist inzwischen doch einiges los. Wenn man jedoch berücksichtigt, dass es die einzige Hütte für einige Gipfel hier im Umkreis ist, kann man wirklich von einem Geheimtipp sprechen.

Wir steigen über die Variante ab, die über die Gelbe Gewänd führt. Über einen gut zu gehenden Steig kommen wir in eine kleine Schlucht, in der hohe gelbe Felsen aufragen, die sicherlich namensgebend waren. Hier treffen wir wieder auf unsere schwäbische Gruppe vom Vormittag. Sie lassen uns wieder passieren, wünschen sich jedoch beim nächsten Mal eine Runde Bier auf der Hütte. Zum Glück kommt keine mehr 🙂
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Am Ende werden wir – mal wieder – für das Wandern ohne Karte bestraft. Man kennt sich ja aus und daher reicht die Beschreibung locker 🙂 Wir zweigen zu früh ab und steigen fast 150 hm wieder bergauf und suchen „verzweifelt“ die zweite Abzweigung, die es innerhalb der beschriebenen Zeitspanne auf diesem Weg nicht gib. Vielleicht gibt es ja keine… Wir haben es nicht weiter probiert und sind umgekehrt. Da wir 20 Minuten verloren haben, war uns klar, dass wir die Schwaben nochmals treffen. Als wir uns gegenseitig erkannt haben, war das Grinsen auf allen Gesichtern zu sehen. Gut für uns: Der Weg war breit genug zum passieren, ohne dass sie hätten warten müssen und sie waren selbst am Suchen – nach der „Windbeutel-Alm“. Da das Zählen bis zwei bisweilen etwas schwer fällt und alle den zweiten Abzweig suchten, sind wir in Vorleistung gegangen und weiter abgestiegen. Wäre dieser innerhalb 5 Minuten nicht gekommen, wären wir wieder aufgestiegen und die Schwaben hätten sich vielleicht etwas Weg gespart. Daher sind wir um die Runde Bier herumgekommen.

Wir haben letztendlich alles so gefunden, wie es beschrieben war und waren rundherum zufrieden mit dieser wunderbaren Wanderung, dem perfekten Wetter und der besten Aussicht seit langem. Gerne wieder!

(auf: 1.100 m, 2:45 h/ ab: 1.100 m, 2:00)

Ein Gedanke zu „Vis à vis der Zugspitze“

  1. Hallo Judith, Hallo Christoph,
    schöne Bilder, der Blick kommt uns bekannt vor.
    Ich hoffe, die Schaben haben Euch nix getan. 🙂 Ich denke mal du meinst sicher die Schwaben…Häuslebauer.

    Wir haben unsere Tour „Mittenwalder Höhenweg“ auch erfolgreich gemeistert.
    Riesen Glück hatten wir mit dem Wetter. Am Sonntag war es erst recht frisch und windig, was sich dann aber in schönstes Wander-und Kletterwetter geändert hat. Auf der Hütte war es auch sehr schön. Die Nacht zum Montag hatte es aus Kannen geregnet. Wir hatten schon Bedenken wegen dem Abstieg. Pünktlich 8:00 Uhr hatte es dann aufgehört und wir konnten gemütlich abwärts wandern. Wir haben uns anschließend noch die Leutaschklamm angeschaut.
    Ca. 16:00 Uhr waren wir dann wieder in Unterhaching. Eine sehr schöne Tour mit erstaunlich wenig Murren von Pascal. Er hat sogar gemeint, so etwas können wir wieder machen.

    Also dann, bis die Tage.

    André und Pascal.

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