Das Warten hat sich gelohnt

Spronser Seenrunde in der Texelgruppe
Wie oft haben wir schon mit dieser Tour geliebäugelt. Entweder waren wir nicht fit, ausgepowert von der Tour vom Vortag oder das Wetter hat nicht mitgespielt. Auch dieses Jahr waren wir nicht optimistisch, da es letzte Woche in Südtirols Bergen schon geschneit hat.

Wir wagen es dennoch gleich am ersten Tag. Die Sonne scheint von einem klaren blauen Himmel. Umkehren können wir immer, aber so ein Wetter ist das wichtigste für die Spronser Seen. Um uns die ersten tausend Höhenmeter zu sparen nehmen wir den Lift nach Vellau und von dort geht es weiter mit dem Korblift zur Bergstation auf 1.500 m Nahe der Leiteralm.

Zum Hochganghaus hinüber geht es die ersten Minuten ziemlich steil bergauf und das ohne auch nur einen Schritt warmlaufen. Das hinter uns gelassen ist es ein schöner Waldweg, der uns in einer Stunde zum Hochganghaus bringt. Für eine Rast ist es zu früh, also gehen wir gleich weiter. Was heißt weiter…Steil hinauf wäre angebrachter.

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Da müssen wir hoch und drüber hinweg

Erst über Almwiesen, dann treppenartig über Blockwerk und letztlich in ewigen Stufen winden wir uns in Serpentinen hinauf zur 2.455 m hohen Hochgangscharte. Hier oben pfeift es empfindlich, dennoch machen wir eine längere Pause. Der Blick hinunter ins Etschtal ist perfekt.
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Und einer der Gründe für diese Tour liegt genau vor uns…der Langsee, der größte der Spronser Seen. Es ist phantastisch, hier oben in dieser unwirtlichen Gegend auf so idyllische Seen zu stoßen. Jeder Schritt bringt neue Ein- und Ausblicke. Der frische Schnee von letzter Woche gestaltet eine abwechslungsreiche Landschaft. Besser hätte es nicht sein können.
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So wandern wir entlang des Langsees zum Grünsee, in dem sich die Gipfel spiegeln. Neben einem Wasserfall laufen wir einige Höhenmeter bergab zur wunderbar gelegenen Oberkaseralm.

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Grünsee

Nach fast vier Stunden gönnen wir uns, in der Sonne sitzend, herrliche südtiroler Schmankerl. Gestärkt laufen wir an weiteren Seen bzw. Lacken vorbei nochmals etwas bergab, ehe wir wieder 200 Höhenmeter bergauf zur Taufenscharte laufen. Die ersten Meter sind nach der Pause doch etwas anstrengend, aber der Rhythmus ist schnell wieder gefunden. Die Mutspitze ist von hier nur ein Katzensprung, den wir heute nicht machen. Wir wissen, was noch auf uns wartet und machen uns ohne Umwege an den Abstieg. In den nächsten Minuten merken wir, welchen Einfluss das Wetter auf die Erinnerung und die gefühlte Schwierigkeit hat. Vor einem Jahr sind wir hier bei trüben Wetter abgestiegen und hatten als als schwierig und ewig lang in Erinnerung. Heute jedoch ist es purer Spaß. Die Aussicht passt, die Wiesen und später der Wald riechen spätsommerlich.

Nach etwas mehr als einer Stunde kommen wir wieder auf unseren Anstiegsweg und laufen in wenigen Minuten hinab zur Leiteralm. Mit den beiden Liften schweben wir, noch voller Eindrücke und etwas müde hinab nach Algund. Noch zehn Minuten, leider bergan, zu unserem Domizil, dann ist auch diese, endlich wahr gewordene Tour geschafft. Ein traumhafter Einstieg – die Messlatte für alles Folgende liegt sehr hoch 🙂

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