Ein verrücktes Jahr – Unterwegs im Hochgebirge am 27. Dezember

Vom Lucknerhaus (1.920 m) zur Glorerhütte (2.642 m)

Dieses Jahr habe ich schon oft gedacht: Das ist jetzt die letzte Tour der Saison und wurde immer wieder eines Besseren belehrt. Bereits Mitte November war es schon einigermaßen seltsam, noch auf 2.000 m unterwegs zu sein. Jetzt jedoch, Ende Dezember, ist es fast schon befremdlich. Es ist fast 10 Grad warm, über uns wölbt sich ein strahlend blauer Himmel und Dank unserer Vermieterin haben wir auch Wanderschuhe dabei.
Nach zwei wunderbaren Skitagen gibt es kein Halten mehr. Wir schnüren die Schuhe zur vielleicht letzten Bergtour 2015 und sind erstmals in den Hohen Tauern unterwegs. Auf der Kalser Großglocknerstraße fahren wir zu unserem Startpunkt, dem Lucknerhaus. Am Parkplatz werden wir mit einem phantastischen Blick auf den Großglockner empfangen.

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Normalerweise herrscht hier um diese Zeit Schnee und klirrende Kälte. Davon ist jetzt, mit Ausnahme der kleinen Gletscher an der Flanke, nicht viel zu sehen. Und in der Sonne ist uns richtig warm. Über ziemlich freie Wege, mit gelegentlichen Eiseinlagen gewinnen wir rasch an Höhe. Wir sind fast allein unterwegs und genießen immer wieder die Ausblicke, die mit jedem Schritt besser werden. Es ist absolute Stille hier oben und wir zupfen uns doch immer wieder verwundert am Ohr: Ja, es ist Dezember, nein, wir machen keine Skitour und ja, wir sind in dünnen Wandersachen auf über 2.000m.

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Auf der gegenüberliegenden Seite sehen wir den Großvenediger und unser Skigebiet Kals-Matrei. Am linken Bildrand sieht man die Talabfahrt. Nach doch sehr anstrengenden 90 Minuten erreichen wir die Glorerhütte und können auch auf die andere Seite des Berges schauen.

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In unserem Wanderrucksack versteckt sich etwas Proviant und Wasser, welches wir hier oben in der trockenen Luft auch dringend brauchen.  Mangels Alternative leistet uns der „Simmel-Rucksack“ von Tante Isolde beste Dienste. So kommt auch ein Sack für den Apfeltransport noch in ungeahnte Höhen. 😀

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Glorerhütte auf 2.642 m

Der Abstieg ist in einer guten Stunde auf den wirklich gut zu gehenden Wegen schnell gemacht. Es lockt ja auch das Lucknerhaus, das von Weihnachten bis zum 10. Januar geöffnet hat. Es ist heute soviel los hier oben, Spaziergänger, Wanderer, Kletterer…das gibt es bestimmt an manchem Sommertag nicht.

Es war eine wunderbare kleine, spontane Tour, die uns mit wunderbaren Ausblicken belohnte und uns ein neues Wandergebiet eröffnet hat. Wir kommen garantiert wieder.

Wahrscheinlich ist es der letzte Eintrag für dieses Jahr. Ich bedanke mich daher bei allen, die lesen und kommentieren. Ich freue mich über Reaktionen, das Mitfiebern und die Begleitung auf meinen „Solotouren“ und schreibe gerne nieder, was wir unterwegs erleben.

Wir wünschen allen einen guten Rutsch und ein wunderbares, von vielen Erlebnissen geprägtes Neues Jahr.

3 Kommentare zu „Ein verrücktes Jahr – Unterwegs im Hochgebirge am 27. Dezember“

  1. Hallo Judith
    das kannst Du laut sagen… Verrückter Winter. Sandra und Tobias haben auch schon berichtet.
    Wandertouren auf 2.000m im Winter. Wir waren am 24.12. auch noch ein paar Caches hinterher jagen. Eins ist aber gut dabei. Man braucht sich nicht ärgern, weil man keinen Ski Urlaub buchen konnte 🙂 Aber nun soll es ja kälter werden. Also guten Rutsch ins Neue Jahr.

    Liken

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