The first bushwalk

Without a guide (ein Tag im Okonjima Plains Camp)

Man kann auch 6.40 Uhr bereits ausgeschlafen haben. Und das war ja die Zielsetzung für heute. Also Haken dran. Für den Sonnenaufgang war es zu spät, aber wir haben zum Glück noch einige vor uns.


Wir begeben uns erst einmal zum Frühstück. Es war alles dabei, Obstsalat mit Papayas,  die nicht nur nach Wasser schmecken und wunderbare Omeletts, Rühreier…und sogar Vollkornbrot. Das war für fast unglaublich.  Ich bin froh um jeden Tag, an dem ich kein Watte – Toastbrot essen muss. Was machen wir jetzt mit dem Tag? Die Frage ließ nicht lange auf sich warten. Geduld zählt nicht wirklich zu meinen Stärken. Das Nachmittagsprogramm steht bereits;  wir gehen mut der Kamera auf Leoparden“jagd“. Trauen wir uns heute Morgen einen bushwalk zu? Es gibt hier drei beschilderte Wanderwege und ja, wir machen einen davon. Auf dem kleinen Parkplatz sind wir die einzigen und etwas mulmig ist mir schon. Schließlich laufen die Leoparden und Geparden hier frei herum. Nur keine Angst. Bepackt mit Wasser und Kamera geht es auf dem Dik Dik Trail (Dik Diks sind ganz kleine Antilopen) an einem trockenen Flussbett, den Boden und die Bäume immer im Blick, entlang.
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Wir sehen außer ein paar Vögel nichts. Bin ich darüber traurig? Ehe ich mir die Frage beantworten kann, entdecken wir eine Herde Zebras in einiger Entfernung. Sie haben uns längst ausgemacht. Nur wenige Schritte später entdeckt Christoph eine Giraffe. Ein atemberaubender Moment. Wir sitzen nicht im Jeep. Wir sind allein und zu Fuß unterwegs. Das hier ist wildlife pur. Wir laufen weiter auf unserem Weg und damit in weitem Bogen um die Giraffen herum. Wir sehen noch einen Schädelknochen im Busch liegen. Sieht aus als wären die Raubkatzen auch hier mal zu Gast.  Zeit darüber nachzudenken bleibt wenig, denn wir sehen uns einer Herde Gnus gegenüber.  Mit jedem unserer Schritte ziehen sie sich etwas zurück, aber Geräusche und Verhalten zeigen uns, dass wir sie stören.  Zum Glück dreht unser Weg ab und alle sind froh, dass die Begegnung beendet ist. Ab hier geht der Weg in der prallen Sonne zurück zum Auto. Ein paar Kudus begleiten ins in einiger Entfernung. In der Hitze sind selbst 4 km anstrengend. Hinzu kommt die Aufregung, so viele Wildtiere in solcher Nähe gesehen zu haben.

Den Mittag haben wir auf unserer schattigen Veranda verbummelt. Ehe sie komplett von der Sonne eingenommen wurde, sind wir ins Haupthaus, um uns für die anstehende Leopardenbeobachtung zu stärken. Das Essen hier ist richtig gut, so dass es nur zu gut ist, das Mittagessen ausfallen zu lassen. Zum Glück fällt das bei der Hitze nicht schwer. Ein Stück carrot cake (Rüblitorte) später starten wir mit Jeremiah zum game drive. Wir sind nur zu viert. Der Jeep, der nach Geparden sucht ist voller. Mal sehen, ob wir Glück haben.

Wir sehen ein paar Warzenschweine, die immer wieder für lustige Momente sorgen. Nicht lange und wir passieren ein Tor. Erst jetzt wird uns bewusst, dass wir heute Morgen keiner großen Katze auf unserem walk hätten begegnen können. Es gibt einen Ring um die Camps, innerhalb dessen Wildtiere leben, aber keine Katzen. Im größeren Teil des Gebietes leben dann auch Hyänen, Leoparden und Geparden.

Als erstes sehen wir jedoch ein ausgewachsenes Kudumännchen. Die Antilope ist aus der Nähe schon imposant und vor allem hat sie ganz lange, dichte Wimpern. Da kommt immer etwas Neid auf.

Jeremiah nimmt über seine Antenne einen Leoparden zu orten. Einige der hier lebenden haben Transponder am Hals, so dass ihr Verhalten erforscht werden kann. Es gelingt nicht so ganz, so dass wir auf einen Berg fahren, von dem aus die Reichweite besser ist. Hier erhält er von einem Kollegen einen Tipp und los geht es. Wir folgen dem Signal und suchen fleißig die Gegend ab. Wir wissen schon, wen wir evtl. treffen – Shanti, ein vierjähriges Weibchen. Sie ist das Model unter den überwachten Leoparden. Werden wir sie finden? Sie ist auf Tour, soviel ist sicher und Jeremiah vermutet, dass sie zum Wasserloch will. Wie recht er hat. Er bringt uns in eine gute Position und wir beobachten sie aus nächster Nähe.
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Das ist großartig. Dass sie das Model ist, merken wir daran, dass sie sich absolut nicht von uns stören lässt. Sie säuft, rangelt etwas mit einem ausgewachsenen Warzenschwein, döst, erkundet die nähere Umgebung und überwacht vom Dach einer Strohhütte die Umgebung. Das ist selten. Normalerweise gewähren sie Beobachtern eher Sekunden.
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Nach diesen sicher 30 Minuten ist die Sonne bereits untergegangen, es ist ja Winterzeit hier. Wir fahren zu einem Ausblick und genießen mit Jeremiah und einem Paar aus Kalifornien über Gott und die Welt plaudernd unsere Drinks.

Kaum zurück im Camp überfällt uns richtiger Hunger. Wir genießen unsere Kuduroulade und ein gutes Glas Wein. So nah liegen am Ende doch wildlife und Küche beisammen. Aber glücklicher als die gemeine Kuh bei uns zu Hause war das Kudu allemal.

2 Kommentare zu „The first bushwalk“

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