In den Wolken ist es kalt

Von Schenna auf die Ifinger Hütte (1.815 m) 

Die blauen Flecken am Himmel werden immer größer und wir können bereits ganz klar ins Vinschgau schauen. Das verspricht nur Gutes für heute. Wir sind im Urlaubsmodus und deshalb nicht wirklich früh dran, als wir uns zur Taser Seilbahn aufmachen. Ja, wir wollen sie heute nutzen,  um uns etwas Zeit und ein paar Höhenmeter auf der Tour zur Lauwandspitze (2.251 m) zu sparen. Es sind nur 20 Minuten zur Talstation, die etwas, also 150 m höher als unsere Wohnung liegt. Nach einigen Minuten sind es immer noch 20 Minuten und als wir 20 Minuten gelaufen sind, finden wir wieder ein Schild mit eben diesen 20 Minuten. Wenn ich nicht die Masten der Bahn bereits sehen würde und selbst schon da gewesen  wäre, ich würde an „versteckte Kamera“ oder Ähnliches denken. Nach den längsten 20 Minuten biegen wir um die Ecke und sehen, wie sich die Schlange wie ein Sauschwanzerl auf dem Hof ringelt. Dafür bin ich trotz Urlaubsmodus zu ungeduldig. So wird kurzerhand aus der H+H-Gedächtnistour zur Lauwandspitze die kurze Version zur Ifingerhütte, jedoch mit den 700 hm zur Taser-Bergstation.

Im Wald oder über steile Wiesenhänge geht es bergauf. Es ist T-Shirtwetter und die sich schnell bewegenden Wolken geben ständig neue Ausblicke frei – mal bis zum Ortler,  mal nur wenige Kilometer weit bis Dorf Tirol.

Der Aufstieg zur Taseralm ist nach knapp 90 Minuten geschafft und jetzt – Ifingerhütte, doch Lauwandspitze oder Höfehopping inkl. Abstieg. Wir wählen die Ifingerhütte, die wir nach einer Stunde auf herrlichen Waldwegen/-steigen erreichen. Hier ist richtig viel los. Ich tendiere zum Abstieg. Es wird jedoch just in diesem Moment etwas frei. In der Sonne direkt an der Wand sitzt es sich gut. Weißbier und eine Brettljause sind bestellt.

auf die Jause warten wir noch…

Plötzlich ziehen immer mehr Nebelschwaden am Berg hoch und die Sonne ist weg. Mit ihr auch die Wärme. In den nächsten Minuten hole ich Stück für Stück alles aus dem Rucksack, was wärmt. Wir sitzen mitten in Wolken und frieren ziemlich. Mein Wasserglas kann ich gar nicht mehr anfassen und die Essenswahl ist unter diesem Gesichtspunkt auch nicht optimal. Wir freuen uns riesig über die ungewöhnlichen Pellkartoffeln zur Jause, sind sie doch richtig heiß.

Völlig verfroren starten wir den Abstieg – wir wollen wieder ganz hinunter ins Tal und wählen einen anderen Weg als hinauf. Jede 100 hm abwärts machen das Wetter angenehmer und unsere Rucksäcke wieder voller…

Über St. Georgen steigen wir nach Schenna hinunter. Die letzten Höhenmeter gehen ordentlich in die Beine. Aber der Cappuccino ruft schon… und vielleicht gesellt sich noch ein Strudel dazu. Genauso ist es auch, nur leider nicht im Cafè Christoph. Übrigens sitzen wir in Schenna wieder kurzärmelig draußen und genießen das laue Bergwetter.

1.200 hm, 12,5 km und 4,5 h… – Tour nach: Gefühl

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