Der zweite Anlauf

Von der Bergstation Grube (1.808 m) auf den Hirzer (2.781 m) und über den Kratzberger See hinüber nach Meran 2000 

Touren mit unterschiedlichen Start- und Zielorten gibt es bei uns ziemlich selten. Heute ist einer dieser Tage. Wir stehen 8.30 Uhr an der Bushaltestelle, um festzustellen, dass er gerade weg ist. 30 Minuten frieren kommt nicht in Frage, also laufen wir in Richtung Verdins und steigen irgendwann zu, um genau noch drei Haltestellen zu fahren 😉

Mit der Verdinser Seilbahn fahren wir hoch, wobei es mir etwas spanisch vorkommt, dass wir bei 1.300 m aussteigen. Vielleicht spinnt meine Uhr. Tut sie nicht; wenige Schritte hinter dem Gebäude sehen wir einen Einersessel,  mit dem wir auf 1.800 m fahren. Das war wohl nix mit günstigen Karten; wir zahlen noch einmal und gondeln bei 0 Grad schön schattig nach oben. Da wir nicht direkt am Startpunkt Klammeben rauskommen, können wir uns bis dahin wieder warm laufen. Es ist wenig los hier oben, später erfahren wir, dass die Hirzerbahn heute nicht fährt.

Blick zurück nach Klammeben

Wir steigen auf dem uns bereits bekannten Weg nach oben. Es macht deutlich mehr Spaß als im vergangenen Jahr bei Schnee. Auf den letzten Metern bis zur Oberen Scharte gibt es Kletterei und am Eingang dazu treffen wir ein Paar, welches auf die 80 zugeht und die gleiche Tour (ohne Gipfel) macht, wie wir. Da verbeuge ich mich innerlich. Auf der Oberen Scharte eröffnet sich ein phantastisches Dolomitenpanorama – und jetzt können wir sie endlich alle aufzählen, die Dolomitengipfel…

Das Gipfelkreuz vom Hirzer glitzert schon herüber und dieses Jahr ist er uns sicher. Die wenigem Höhenmeter, am Ende mit etwas Kraxelei, sind schnell überwunden und wir stehen hier oben mit einem herrlichen 360 Grad Panorama. Perfekt!

Blick ins Vinschgau mit Ortler

Dass die eigentliche Tour erst jetzt mit 1.000 hm in den Beinen beginnt, sehen wir am Verlauf des Weges. Jetzt gibt es Strecke und davon nicht zu knapp. Wir steigen ähnlich steil, wie auf der anderen Seite hoch, auf der Sarntaler Seite zu den Anteranlacken, Bergseen in Miniaturausgabe, ab. Es kommt so langsam Hunger auf und bald gibt es den letzten Apfel. Das frühe Frühstück und die lange Zeit, ehe wir wirklich starten konnten, ist schon ziemlich an unseren Proviant gegangen. Es ist aber noch ein weites Stück hinüber nach Meran 2000. In ständigem Auf und Ab laufen wir einen Bergrücken nach dem nächsten aus. Ich sehe irgendwann, nach endloser Lauferei das Missensteiner Joch, den Übergang zu Meran 2000. Bald kommen wir auch am Kratzberger See vorbei und ab jetzt ist es nur noch „runterlaufen“. Vom Missensteiner Joch sind es nur noch 20 Minuten bergab  zur ersten Hütte, dann haben wir 5,5 Stunden netto in Beinen. Ich werde immer schneller, habe aber das Gefühl, die Hütte rückt immer wieder weg 😉

In der Kirchsteiger Hütte gibt es endlich etwas zu Essen – Knödeltris. Langsam wird alles gut. Von hier aus ist es noch eine knappe Stunde hinab nach Falzeben zur Bushaltestelle. Der ist natürlich auch gerade weg. Eine Stunde warten ist angesagt. Da hilft Apfelstrudel beim Überbrücken. Wir gondeln irgendwann hinunter nach Meran und dann wieder hoch nach Schenna. Es reicht uns heute.

Wir sind 6,5 Stunden bei ca. 1.200 hm und knapp 20 km unterwegs gewesen.

Gute Nacht Südtirol…

Ein Gedanke zu „Der zweite Anlauf“

  1. Sehr tolle Bilder aus dem Wandergebiet bei Schenna! Wandere selbst in jedem Urlaub immer wieder gerne dort, auch wenn ich nicht in Schenna, sondern meist in einem der DolceVita Hotels wohne. Aber selbst von da ist man in einer guten halben Stunde an den Aufstiegsanlagen!

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