Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, dann mache einen Plan

7. Etappe – Von der Engstligenalp über den Hahnenmoospass (1.955 m) nach Lenk und zur Iffigenalp (ca. 1.584 m)

Einen Plan hatten wir für heute, nämlich über den Ammertenpass (2.400 m) zur Iffigenalp – anspruchsvoll, tolle Ausblicke aber nicht so lang.

Das Wetter hat uns jedoch einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Regen hat bereits gestern Abend aufgehört. Da sah die ganze Szenerie so aus:

Heute morgen war die Hand nicht vor den Augen zu sehen. Während des Frühstücks ein einziges Hin und her. Warum das Ganze? Der Abstieg vom Ammertenpass ist sehr anspruchsvoll, sowohl vom Untergrund, als auch von der Nähe des Weges zum Abgrund. Bei dem Wetter eher schlecht, weiter oben ist es ja sicher nicht besser. Auch im Hotel rät man uns davon ab. Aufziehen soll es auch erst Mittags, da hilft auch verzögern nichts.

Also wird der Plan über den Haufen geworfen und nach einer Alternative gesucht. Wir steigen bei Regen wieder von der Engstligenalp ab und kommen damit noch in den Genuss des schönen Steigs, den ich gestern aus der Seilbahn sehen konnte. Von Genuss ist es allerdings weit entfernt, da die Steine wie Seife sind und wir uns zusätzliche 600 hm Abstieg einhandeln. Aber es ist vernünftig. Vorbei am Wasserfall, geht es abwärts.

2 Stunden sind oben angeschrieben, wir schaffen es in einer Stunde. Gut so, da wir noch einige Unwägbarkeiten unterwegs haben. Zum Beispiel den Bus zurück von der Talstation der Engstligenalpbahn nach Adelboden. Im Zweifel fährt er uns genau vor der Nase weg und wir müssen eine Stunde warten. Das Glück ist bei uns, wir warten nur 30 Minuten. Der Regen wird immer stärker, die Wolken kleben förmlich am Berg. Theoretisch können die Tour heute machen, ohne einen Schritt zu Fuß zu gehen. Das ist jedoch nicht ganz das, wonach wir suchen… Auch wenn wir gelegentlich schwach werden. Wir ignorieren die Seilbahnen und laufen einen himbeergesäumten Weg bequem bergan. Etwa drei Stunden soll es auf den Hahnenmoospass von Adelboden aus benötigen und wir brauchen auch fast so lange, da wir ständig Beeren futtern. 13.00 Uhr sind wir oben, ein Hatsch inkl. Asphaltstraße mitten ins Skigebiet Adelboden-Lenk. Es ist kalt und windig hier oben auf 2.000 m, so dass wir unser Mittagessen ziemlich schnell verzehren. Der Abstieg nach Lenk hinunter zieht sich sich ewig. Es sind knapp 1.000 hm zu überwinden u d die Wege sind durch den ausgiebigen Regen teilweise ziemlich matschig. Kurz vor 15.00 Uhr kommen wir in Lenk ziemlich direkt am Bahnhof an. Wir checken, wann die Busse zur Iffigenalp fahren, da wir zumindest einen Teil der Strecke von weiteren 2 Stunden und 30 Minuten zur Iffigenalp mit dem Bus fahren werden. Jetzt suchen wir ein Café um unseren besonderen Tag heute mit einem Stück Kuchen zu feiern.

Wir finden auch ein richtig gutes Café und genießen Apfel- und Zwetschgenkuchen. Im Café beschließen wir auch noch ein ganzes Stück zu laufen und im Idealfall am Iffigenwasserfall in den Bus zu steigen. Idyllisch laufen wir den Ort hinaus in Richtung der Simmenfälle und lassen uns jedoch von einem Hinweis am Originalwegweiser irritieren. Etwas ratlos stehen wir bald am Berg in einer kleinen Ansiedlung. Zum Glück bringt uns eine nette Frau wieder auf die richtige Spur und damit auf die Straße, wo auch der Bus fährt. Es kommt ewig keine Haltestelle und wir sind schon leicht verzweifelt, ob wir mit dem vorletzten Bus heute noch mitkommen. Wenige Minuten vor seinem Eintreffen finden wir die Haltestelle. Es war nicht ganz am Wasserfall. Egal, wir haben genug geschafft heute und kommen jetzt auf der Iffigenalp genau dort an, wo es geplant war. Die Wolken sind aufgelockert und wir haben alles in allem Glück gehabt. Der größte Teil des Weges war im Trockenen zu gehen.

Hier auf der Alp haben wir ganz süße Zimmer, die über den Balkon begangen werden. Der Blick auf die Berge gegenüber ist traumhaft und die Kühe mit ihren Glocken um den Hals weiden direkt vorm Haus.

Das Abendessen ist richtig gut, nur der Lieblingsmann wird nicht satt. Aber auch für solche Gäste ist gesorgt, es gibt Nachschlag. Das Problem dabei: Das sollte tunlichst aufgegessen werden 😉

Ein anstrengender vorletzter Tag geht zu Ende. Alles anders als geplant, nicht so perfekt wie die letzten Tage, aber dennoch gut.

Nettogehzeit: 5 Std. 45 Min. / ca. 20 km / 1.000 hm Aufstieg und 1.600 hm Abstieg

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