Winter unter den Füßen und Frühling im Gesicht

Von Schwangau (870 m) auf die Rohrkopfhütte (1.320 m)

Die Sonne scheint vom makellos blauen Himmel und vor uns liegt die komplette Auswahl an Wintersportarten, zumindest soweit es unser Depot hergibt. Nach vielen Langlaufeinheiten fällt die Wahl auf unsere blau- und orangefarbenen trittflächenvergrößernden Schneeschuhe. Das hätten wir in diesem Winter noch gar nicht und zudem springt dabei endlich mal wieder ein Blogbeitrag heraus.

Die Auswahl an Touren ist unermesslich und so verschlägt es uns an einen etwas touristisch geprägten Ort – Schwangau.

Aber das Wetter, die Tour selbst und die Highlights wie Füssen und Neuschwanstein – eingebettet in strahlendes Winterweiß – rechtfertigen dies. Na ja, fast 😉

Das erste Mühsal des Tages, einen Parplatz in der Nähe des Adlerhorstes in Schwangau zu finden, gestaltet sich in Anbetracht der fortgeschrittenen Tageszeit – manche bezeichnen es als Mittag – etwas schwierig. Da es Samstag ist, perfektes Wetter und das Angebot von rodeln über langlaufen, wandern und Skitouren gehen lautet, sind wir auch nicht die einzigen. Nach etwas Sucherei finden wir dennoch ein Plätzchen. Das bringt uns ein paar hundert zusätzliche Meter ein, aber um der Bewegung Willen sind wir ja hier. Anfänglich brauchen wir die Schneeschuhe nicht, da die Sonne den Weg bereits frei geschleckt hat. Neben der Loipe laufen wir bergan zum Adlerhorst. Dort sind dann unsere Schneeschuhe gefragt. Es würde wahrscheinlich auch ohne gehen, aber auf dem mehrfach angetauten und wieder gefrorenen Schnee geben die Krallen Sicherheit und lassen auch eine gute Geschwindigkeit zu. Anfänglich teilen wir uns mit den Rodlern den Anstieg, können dann jedoch auf einen schönen Steig, der uns vom Wandern nicht unbekannt ist, rechts in den Wald abzweigen. Immer an einem Bach entlang steigen wir bergan. Natürlich sind wir nicht ganz allein, aber die langsam aufkommende Aussicht entschädigt dafür.

An einer Kreuzung treffen wir jetzt auf den Anstiegsweg von der Tegelberg-Talstation. Jetzt wird es echt voll. Die vor uns liegenden Kehren des Anstiegs sehen aus wie eine kunterbunte Perlenkette aus Wanderern mit und ohne Schneeschuhe und Skitourengehern. Es ist echt voll und schwierig, das eigene Tempo zu gehen. Aber irgendwie spüren die meisten, wie wir auch, wenn jemand schneller ist und weichen auf dem schmalen Weg aus. Das macht die Tour doch ganz angenehm.

Bald spuckt uns bunte Masse der Wald wieder aus und wir stehen vor einer ähnlich bunten Rohrkopfhütte. Da hier erschwerend noch die Skifahrer vom Tegelberg hinzukommen, ist an einen freien Platz nicht zu denken. Wir machen es uns in der Sonne gemütlich und essen bei gefühlten 20 Grad unsere Brotzeit vor der Hütte. Den höchsten Punkt der Tour haben wir damit leider schon erreicht. Von hier spazieren wir hinüber zur Drehkopfhütte (1.210 m), die auch gut bevölkert ist. Aber für ein Skiwasser ist Platz an den aufgestapelten Tischen und Bänken vor der Hütte, die kurzerhand in Stehtische umfunktioniert wurden. Es ist wie mitten im Sommer… warm, alles was kann, ist draußen und genießt das Wetter.

Der Abstieg ist gemütlich und eigentlich nur Strecke. Immer gemütlich auf dem Forstweg, der zugleich auch Rodelpiste ist, geht es in weitem Bogen ins Tal hinunter. Die letzten Meter legen wir wieder auf dem Anstiegsweg zurück.

Der Lohn für die (nicht wirklich anstrengende) Tour ist ein Abstecher zum Cafe Gerlinde in Waltenhofen am Forggensee. Der Kuchen ist göttlich und wir kaufen mal ordentlich ein 😉

2,5 h, 450 hm und 7 km

Schneeschuhwandern Allgäu – Tour 35

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