Einmal zu spät und einmal zu früh

Zur Almrosenblüte auf das Wertacher Hörnle (1.695 m)

So wirklich viele Höhenmeter haben wir bislang nicht in den Beinen. Von den erschwerenden Rahmenbedingungen mal abgesehen, liegt es vor allem am Wetter. Es gibt Regionen in Deutschland da ist es staubtrocken (leider). Das Allgäu gehört definitiv nicht dazu. Damit wir uns langsam an höhere Gefilde herantreten, starten wir nach etwas längerer Pause mit dem Wertacher Hörnle – fast vor der Haustür.

Dass es in den letzten Tagen mehr als ausgiebig geregnet hat, merken wir gleich zu Beginn der Tour. Über eine matschig-nasse Wiese steigen wir aufwärts und nach wenigen Metern liege ich erst einmal im Matsch, was nicht an der Nässe liegt, sondern an einem Weidedraht. Nicht lange und wir biegen auf einen gesteuerten Weg ein, der zumindest sicheren und trockenen Halt gibt und zur Buchelalpe führt. Da wir für unsere Verhältnisse sehr früh unterwegs sind, ist sie noch geschlossen. Unabhängig davon kann ich es mir nicht vorstellen, bergaufwärts einzukehren.

Der Weg wird nach der Alpe fast unangenehm steil, ehe wir mitsamt dem Weg im Wald verschwinden. Ohne Asphalt – zum Glück – ist es recht anspruchsvoll zu laufen, fast wie auf Seife. Der Untergrund ist total aufgeweicht und durch die vielen Füße/Schuhe bearbeitet worden. Jeder Schritt muss mit Bedacht gesetzt werden. Kurz vor dem Hörnlesee, etwas unterhalb vom Gipfel liegend, sind die ersten zarten Farbtupfer zu sehen, deretwegen wir hier sind – Almrosen in der Blüte. Erwartungsfroh beschleunigen wir, da um den See herum alles in pink getaucht sein muss.

Weit gefehlt – auch hier sind nur wenige Büsche in voller Blüte. Der Rest muss wohl noch die Kälte und Nässe der letzten Tage verdauen. Na gut, dann sind wir wohl eine Woche zu früh. Nachdem vor zwei Jahren fast alles verblüht war, bleibt uns in Jahr drei dann der dritte Versuch. Das scheint bei uns Programm zu sein. Mir fallen einige Touren ein, die unter dem Motto „aller guten Dinge sind drei“ stehen müssten.

Unverdrossen laufen wir zum Gipfel des Hörnles und haben trotz oder vielleicht auch wegen der Bewölkung eine schöne Aussicht mit einiger Dramatik. Es sind einige mit uns hier oben, sicher auch in Erwartung pinker Blütenteppiche. Wir steigen auf der nord-östlichen Seite des Gipfels hinab zum Hörnlesee und in großen Bogen zur Schnitzlertalalpe. Da wir vor wenigen Miuten unsere Gipfelbrotzeit genossen haben, ignorieren wir auch sie. Dir Sicherheit, was wann geöffnet hat, muss erst wieder zurückkommen – noch sind wir sehr im Selbstversorgermodus. Das soll jedoch nicht so bleiben – etwas Unterstützung und Genuss muss einfach sein.

Ehe wir wieder auf den Anstiegsweg einbiegen, müssen wir noch eine große Kuhweide queren. Sie ist wirklich sehr weitläufig, aber alle Kühe stehen genau auf dem Weg und vor dem Tor. Da es noch junge Kühe sind, sind sie sehr entspannt und sehr neugierig. Dennoch unterlasse ich den Griff zum Handy, da ich ihnen echt sehr Nahe bin und sie direkt neben mir doch etwas mehr sind, als ein Schoßhund. Es ist jedoch ein besonderes Gefühl, wenn so eine Horde entspannt hinter einem herläuft. Wir hätten noch ewig bleiben können…

Der Rest des Weges ist schnell gemacht und als wir nach etwas mehr als 2,5 Stunden wieder am Parkplatz sind, sind wir froh, so früh gestartet zu sein. Hier geht Stein mehr zur Erde, so voll ist der Parkplatz. Daran werden wir uns wohl diesen Sommer gewöhnen müssen. Nach der Stille und Einsamkeit wird es im Sommer voll werden. Zum Glück verläuft es sich am Berg meistens… oder wir lernen, in aller Frühe auf den Berg zu gehen.

Wertacher Hörnle von Unterjoch/Untergschwend aus – 10 km – ca. 700 hm – 2 h 40 min

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