Wandern auf vertrauten Pfaden I

Von Algund über Vellau zu den Muthöfen und über Schloss Tirol zurück

Nach wenig Training in den letzten Wochen wollen wir es heute nicht gleich übertreiben, denn ein saftiger Muskelkater würde uns bei dem immer besser werdenden Wetter in den kommenden Tagen absolut nicht helfen. Wanderführer und Karten sind versehentlich zu Hause geblieben und die einschlägigen Homepages sind fein, aber für mich nicht so gänzlich inspirierend. Daher greifen wir auf Bewährtes zurück.

In der Erinnerung ist es mehr ein ausgedehnter Spaziergang mit ein paar Höhenmetern als eine ernsthafte Wanderung. Wir starten ganz perfekt vor der Haustür in Algund (350 m) und laufen zum Waalweg, dem wir nur wenige Meter folgen. Rechts nach dem Café Konrad geht es aufwärts in Richtung Vellau. Anfänglich auf einer Art Wein- und Naturlehrpfad, lernen wir so nebenbei noch einiges über Weinbau und Landschaftspflege. Ich habe den Weg bisher immer nur staubtrocken mit raschelnden Blättern in Erinnerung; heute ist es gänzlich anders. Der Regen der letzten Tage hat seine Spuren hinterlassen – nicht unangenehm, nur anders. Die knapp 600 hm nach Vellau fallen uns wie immer leicht und nach etwas mehr als einer Stunde erreichen wir schon die ersten Häuser.

Blick auf Meran und das Etschtal

In dem irrigen Glauben, dass wir unsere heutige Höhe haben, nehmen wir den Vellauer Felsenweg, um hinüber zur Bergstation der Hochmuthbahn zu gelangen. Wir werden gleich eines Besseren belehrt, es geht weiter aufwärts. Mit etwas mehr Weitblick wäre dies von Anfang an klar gewesen, ziert unser Zwischenziel doch ein Sendemast. Der ist hier jedoch noch ein ganzes Stück über uns.

Also auf geht’s – es hilft ja nix. Der Weg selbst ist ein schöner schattiger Steig und immer mal wieder mit Tiefblicken versehen. Es sind auch nur wenige Wanderer unterwegs – anders als in meiner Erinnerung. Hier ist auch nicht überall gut Platz zum überholen oder passieren lassen.

Die zwei genießen den Ausblick ins Etschtal

Durch den Regen ist der Weg stellenweise ziemlich nass und an einer Stelle werden wir beim queren eines Wasserfalls ordentlich geduscht. Aber nach vorn schauend sehen wir bereits die Schirme der Gasthäuser an der Hochmuthbahn (1.400 m). Ein Blick auf die Uhr zeigt uns, dass wir doch rund 1.000 hm überwunden haben – etwas mehr als ein ausgedehnter Spaziergang. Unser spätes Mittagessen nehmen wir bei den Muthöfen ein. Die Aussicht von der Terrasse des Talbauers ist einfach genial und das Essen auch. Zudem ist dort meist weniger los als oben.

Typisch Südtirol gibt es Gerstsuppe und Speckomlett bei doch inzwischen recht frischen Temperaturen auf der Terrasse. Wir sitzen im Herbsturlaub in Südtirol nie drin 😉

Ab hier stellt sich die Frage, wie wir nach Algund kommen. Möglichkeiten gibt es viele – Dorf Tirol und Meran und dann mit dem Bus oder…. halt: Schloss Tirol und Algunder Waalweg wäre eine gute Option. Mal sehen, ob wir einen Hinweis finden. Tatsächlich zweigt auf dem Abstieg ein Weg zum Schloss Tirol über das Farmerkreuz ab. Es ist richtig anstrengend zu gehen, da es ein durchweg mit groben Steinen ausgelegter Weg ist und die Feuchtigkeit da nicht so förderlich für geschwindes Gehen ist. Den sind wir mit Sicherheit noch nie gegangen, aber er bringt uns sicher zum Schloss.

Jetzt ist es wirklich nur noch Strecke hinüber nach St. Peter und dann nach Algund. Da wir etwas zu spät aus dem Waalweg aussteigen, müssen wir noch am Café Konrad vorbei … ähem: reinschauen. Ein geteilter Strudel ist ja fast nix, ist jedoch ein schöner Abschluss wenige Meter von der Haustür entfernt.

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