Eisiges Vilstal

Schneeschuhtour vom Vilstal auf den Edelsberg (1.630 m)

Es ist morgens halb elf im Allgäu und die Sonne lacht von einem strahlend blauen Himmel. Allerdings ist es nicht halb so warm, wie es aussieht. Wir stehen am Wanderparkplatz im Vilstal, weniger hundert Meter hinter dem bekannten Gasthaus Vilstalsäge (898 m). Es hat -13 Grad und das anziehen der Schneeschuhe erwächst sich zur Aufgabe, da die Finger unheimlich schnell unheimlich kalt sind.

Nix wie ganz schnell bergan, um in Bewegung zu kommen und die Sonne nicht nur zu sehen, sondern auch zu spüren. Der Schnee glitzert wie Millionen Diamanten und knirscht durch die Kälte wunderbar unter den Schneeschuhen. Normalerweise finde ich den Kaltstart, also direkt steil bergauf nicht wirklich für mich geeignet, heute bin ich jedoch sehr dankbar. Tauen doch die gefühlt gefrorenen Fingerspitzen w wieder auf.

Die Sonne steigt über dem Vilstal auf

Von der Sonne beschienen steigen wir weiter auf in Richtung Gundhütte. Jetzt macht es uns auch nichts mehr aus, wieder im Wald zu verschwinden, wir sind warm gelaufen. Die Gundalpe liegt traumhaft verschneit auf einer Lichtung und der Blick öffnet sich Richtung Säuling, Tegeler und Zugspitze. Hier kann man es aushalten – im Sommer und im Winter.

Gundalpe

Wir sind nicht allein, Tourengeher, Wanderer und Rodler teilen sich den ab hier breiter werdenden Weg mit uns. In weiten Kehren geht es stetig aufwärts und es gibt mit jedem Schritt mehr Ausblick, jetzt auch endlich in das gerade so weit entfernte Tannheimer Tal in Österreich. Wir sind froh, wenn es eine Spur im Wald gibt, dann können wir den Weg für die abfahrenden Tourengeher freimachen und sind selbst mehr in der Stille.

Unterwegs im Wald treffen wir eine Wanderin, die uns zu unseren Schneeschuhen befragt und sich gefreut hat, dass sie endlich mal Leute mit den Dingern an den Füßen unterwegs trifft. Ich glaube sie wird es probieren. Sie ist jedoch am Gipfel ganz schnell umgekehrt, da es extrem windig war und wolkig, daher bitterkalt. Es dauert ja noch etwas, ehe wir oben sein werden, also bleiben wir optimistisch. Es geht wunderschön im Wald bergan und ist total idyllisch. Bald schauen wir aus dem Wald heraus hinüber zur Fichtelhütte und auf der freien Fläche pfeift uns ein eisiger Wind um die Nase. Jetzt wissen wir, was die Frau gemeint hat.

Wir gehen weiter und sehen bald den Gipfelanstieg zum Edelsberg – 100 hm fehlen uns noch. Allerdings ist er …. wolkenverhangen. Was vom Tal zarte Schleierwolken sind, sind hier oben graue, dichte Nebelschleier. Es ist bitterkalt und wir entscheiden uns, dem Gipfel keinen Besuch abzustatten. Es ist keine kleine Wolke und damit kann nicht einmal die Aussicht locken – und das hätte sie normalerweise definitiv.

So steigen wir über die Dinserhütte ab. Wir haben etwas Hunger und essen an einem sonnigen Platz unsere Semmeln. Schnellstes Essen ever – ist halt kalt 😉

Der größte Teil des Abstiegs findet auf dem Anstiegsweg statt. Dennoch ist es schön, da wir jetzt bergabgewandt schauen und damit die Aussicht genießen können. Unten im Tal ist bereits wieder Schatten. Die Schneeschuhe sind schneller ab- als angeschnallt und daher sitzen wir schnell im Auto.

Trotz der Kälte oder gerade deswegen eine herrliche Wintertour, von denen es fast vor der Haustür nicht allzuviele gibt. Das der Gipfel fehlt ist schade, jedoch nicht schlimm. Wir kommen wieder.

7 km / 3.0 Stunden / 612 hm

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