Die bestimmt letzte Tour der Saison

Von Immenstadt (729 m) auf den Mittag (1.451 m)

Das sage ich ab Mitte Oktober bei jeder Tour … „es ist bestimmt die letzte für dieses Jahr“. Auch wenn ich es nicht immer im Blog verarbeite, ist auch das bestimmt schon die dritte „letzte Tour“ dieses Jahr. Mal sehen, wie viele noch kommen.

Heute geht es mal in eine für uns nicht so übliche Gegend, die Hausberge von Immenstadt. Mit Ausnahme des Immenstädter Horns und den Abschluss des Nagelfluhkettentour – will heißen, Nutzung der Seilbahn zum Abstieg, waren wir hier noch nicht unterwegs. Heute könnte es genau die richtige Mischung aus Anspruch und absoluter Höhe werden, da oben in den Bergen schon richtig Schnee liegt und es auf 1.400 m eventuell noch gut zu laufen ist, ohne Ausrüstung dabei zu haben. Deshalb ist heute der Mittag unser Ziel und wir parken an der Talstation der Bergbahn – übrigens die langsamste, mit der ich je gefahren bin. Da bleibt halt mehr Zeit zum Schauen und Genießen.

Dafür bleibt jetzt keine Zeit, aus zwei Gründen. Erstens muss ich mich aufs Atmen konzentrieren, da es sofort, teilweise in Stufen aufwärts geht. Zweitens sind wir im Wald, da gibt es im November nicht mehr soviel zu sehen, da alles von Laub bedeckt ist. Der Anstieg hat es wirklich in sich und bis zur Mittelstation gibt es genau eine kurze Passage von ca. 200 m, auf der wir schlendern können. Ansonsten immer direkt steil hoch. Die Mittelstation liegt auf einem kleinen Plateau in der Sonne. Die Berge rundherum sind mit Schnee bedeckt und da er ganz frisch ist, glitzert es wunderbar.

Ab hier geht es auch für uns im und auf Schnee weiter. Da es anfangs nur zwischen 5 und 10 cm sind, können wir uns gut daran gewöhnen. Der Wechsel zwischen sonnigen und schattigen Abschnitten erfordert Konzentration, da es viele vereiste Stellen gibt, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind. Vorbei an der Schwanden-Alpe, die ganz neu gebaut auf einer Wiese thront, folgen wir der verschneiten Straße bergauf. Hier oben wird der Ausblick mit jedem Schritt besser und der Schnee mit jedem Schritt mehr.

Oben haben wir trotz der geringen Höhe einen Ausblick auf unser gesamtes Haus- und Hofwandergebiet – Kleinwalsertal mit dem großen Widderstein, Oberstdorf mit den Gipfeln der Allgäuer Hochalpen, Tanhheimer Berge, Hochvogel, … – ein Traum und so schön übersichtlich aufgereiht.

Unsere Brotzeit essen wir im Stehen, da alle Bänke vom Schnee belegt sind und planen schon für den nächsten Sommer eine gemeinsame Tour über die vielen Gipfel der Nagelfluhkette. Ehe wir zu sehr ins Träumen verfallen, steigen wir mal lieber ab. Ein kurzes Stück folgen wir dem Anstiegsweg, um dann rechts zur Alpe Oberberg zu laufen. Dann geht es über einen schneematschigen Pfad steil im Wald bergab. Hier fällt quatschen aus, da wir jeden Schritt überlegen müssen. Wurzeln, nasses und überfrorenes Laub, Schnee – ein anstrengendes Stück, was bei trockener Wetterlage im Sommer/Herbst ein Traumpfad ist. Langsam wird der Schnee weniger und der Pfad leichter zu gehen und bald nimmt uns eine herbstlich gefärbte Szenerie in Empfang und wir lassen den Winter wieder hinter uns.

Jetzt schlendern wir in der Sonne gen Norden und kommen an einer Bildkapelle vorbei, von der wir geglaubt haben, wir hätten sie irgendwie verpasst. Ab hier tauchen wir wieder in den Wald und in den Schatten ein, da die Sonne jetzt einfach nicht mehr über den Berg hinweg scheint. Wir steigen nach Ettensberg ab und laufen von dort nach Schwanden. Wahrscheinlich haben wir einen roten Punkt übersehen oder einen Wegweiser. Jedenfalls geht es hinter Schwanden wieder gehörig hoch. Heute ist davon mal der Lieblingsmann genervt. Am Ende laufen wir ein großes U, welches sicher nicht der optimale Weg war, aber nach einem Aufstieg kommt in der Regel ein Abstieg. So auch hier und nach wenigen Minuten sehen wir auch unser Ziel in Immenstadt.

Eine herrliche Tour, bei der wir bedauert haben, sie nicht schon früher gegangen zu sein. Unterwegs gibt es – bis Allergeiligen – unzählige Alpen und Käsereien. Beim nächsten Mal muss Platz im Rucksack und im Kühlschrank für die Beutezüge aus den Selbstbedienungs-Kühlschränken geschaffen werden.

Mal sehen, ob es die letzte Tour bleibt oder ob weitere letzte Touren folgen.

12 Kilometer, 3 Stunden 20 Minuten, 740 Höhenmeter

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