Märzwinter – Frühling in der Luft und Winter unter den Füßen

Von Unterjoch (1.013 m) auf das Wertacher Hörnle (1.695 m)

Heute ist alles: Start in die Wandersaison 2022, wahrscheinlich das Ende vom Winter(sport) für diese Saison, im Tal ist Frühling und oben am Berg liegt noch eine dicke Schneeschicht. Bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen für die dünne Jacke starten wir am Wanderparkplatz in Unterjoch. Nebenan am Spießer wird noch fleißig Ski gefahren.

Das liebe ich, wenn Frühling und Winter für eine kurze Zeit Hand in Hand gehen.

Nach wenigen hundert Metern auf Asphalt biegen wir auf eine, wie immer matschige, Wiese ein und steigen auf – von Schneeinsel zu Schneeinsel ’springend‘. Dann bleiben oder werden die Schuhe schön sauber und zudem ist es griffiger als Schlamm. So geht es am Waldrand oder etwas im Wald bergan – leider nicht ganz allein. Am Ende wieder über ein Stück asphaltierten Weg erreichen wir die Buchelalpe. Bei dem Wetter sicher ein Traum auf der Sonnenterrasse zu sitzen, die Berge des Tannheimertals vor Augen und ein Stück Kuchen auf dem Teller…

Diese Gedanken schon am Vormittag… erst mal arbeiten, also weiter geht’s. Oberhalb der Alpe geht der Weg wieder in den Wald hinein und ist dort im Sommer immer so richtig matschig und ausgewaschen. Aktuell ist davon keine Spur. Es liegt gefrorener Schnee, der sich dennoch recht gut laufen lässt. Auch weiter oben kommen wir über die Wiesen im Schnee recht gut voran. Haben wir die Schneeschuhe doch umsonst mitgenommen? Unnützes Gepäck oder doch noch Wunderwaffe? Auf dem Bergkamm, der den Blick nach Norden ins flache Land freigibt und zugleich auf den Gipfel machen wir kurz Pause und sehen, wie sich die andere Wanderer doch ziemlich bergan quälen. Also: Schneeschuhe an. Was für ein Unterschied. Wir schweben quasi über den Schnee oder besser die karamellisierte Masse unter uns – Saharasand lässt grüßen.

Über dem jetzt zugeschneiten Hörnlesee türmen sich noch verhältnismäßig hohe Schneewächten und wir laufen dort ziemlich nah am Rand den Kamm entlang – herrlich… Und dann ist der Gipfel da und wir haben unsere knapp 700 hm geschafft. Die Luft ist nach einer Woche ohne jede Sicht endlich wieder mal ohne Staub und lässt einen herrlichen Ausblick zu.

Unser Aufenthalt am Gipfel ist doch recht kurz, da der Schnee nicht so wirklich zum Sitzen einlädt. Wir entscheiden uns, den Anstiegsweg wieder zurückzulaufen. Zur Schnitzlertalalpe ist es sehr steil und der Weg sehr eng, was wahrscheinlich nicht die beste Idee bei Schnee ist.

Mit Schneeschuhen ist bergab purer Spaß, da es kein Rutschen und Einsinken gibt und man überhaupt nicht darauf achten muss, wohin man den Fuß setzt. Daher können die Augen umherwandern und genießen und die Gedanken können einfach fließen. Ich liebe diese Momente – alles ist im Fluss.

Bis fast zur Buchelalpe können wir mit Schneeschuhen laufen. Damit macht auch der gefrorene Schnee im Wald beim Abstieg Spaß. Ab der Alpe, wählen wir den Forstweg zum Parkplatz, damit haben wir zumindest eine kleine Rundtour.

Schöne Schneeschuhtour auf ins bekannten Wegen. Im Winter immer gerne wieder.

10 km bei 680 hm und 3 Stunden

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