Verzaubert

Tour in den Hörnerdörfern – von Sigiswang zum Rangiswanger Horn (1.616 m)

Wir haben uns inzwischen mit den aktuellen Wetterbedingungen arrangiert und suchen unsere Touren nicht mehr unter dem Stichwort ‚Schneeschuhtour‘ sondern können auf unsere reguläre Liste im Kopf oder die unzähligen Wanderführer zurückgreifen. Bus knapp unter 2.000 m dürfte es gut gehen und die Grödel sind immer dabei. Sollte es mal gar nicht gehen – der Weg zurück bleibt immer.

Heute ist der Traumtag des Urlaubs schlechthin. 10 Stunden Sonne pur, so die Prognose und sie stimmt dieses Mal. Heute ist unser Ziel ein gänzlich Neues, da wir in den Hörnerdörfern bislang noch nicht unterwegs waren. Wir fahren gegen den Strom, da die meisten Urlauber abreisen und sich in einer langen Schlange aus Richtung Oberstdorf nach Norden einreihen. Wir fahren bis Sigiswang, einem kleinen Weiher neben Ofterschwang und quetschen unser Auto neben das Sträßchen. Ein paar Schritte geht es noch gerade aus und dann erwartet uns die direttissima auf das Rangiswanger Horn. Vorbei an den letzten Häusern stapfen wir Schritt für Schritt aufwärts. Wir merken es jedoch nicht so, da wir ständig am Schauen sind

Obheiter – hier verstecken sich Fischen und Oberstdorf

Es ist T-Shirtwetter und wir schälen uns ziemlich schnell aus unseren vielen Schichten. Ein bisschen treibt uns eine größere Gruppe von Männern, die etwa unser Tempo haben, jedoch unendlich laut erzählen. Das verstärkt sich noch, da sie an jeder Alpe einen Schnaps zu sich nehmen. Das Bier tragen einige sowieso als reguläre Flüssigkeitszufuhr in den Händen.

An der Kahlrückenalpe, ca 30 Minuten nach dem Start lassen wir sie hinter uns. Leider nicht lange, da wir an einer unbewirtschafteten Alpe kurz pausieren und wenig später sind sie auch da. Okay, es gibt kein entrinnen…

Nach einer Stunde Gehzeit kommen wir von unserem Sträßchen auf einen Waldpfad und sehen dann auch schon das Gipfelkreuz des Rangiswanger Horns. Der Untergrund liegt uns mehr und hier ist auch eine Option erkennbar, nicht den supersteilen Aufstiegsweg wieder zurück zu gehen. Aber erst geht es nordseitig aufwärts und zumindest hier merken wir, dass Winter ist. Der Boden ist gefroren und es liegt etwas Schnee. An den Ecken, wo die Sonne hinkommt, ist es richtig matschig-seifig. Da ist Vorsicht geboten. Die letzten Höhenmeter sind schnell gemacht und der Grasrücken bietet genug Platz für die vielen Wandrer, die heute hier sind. Aber vorallem verzaubern dieser Berg und das Wetter mit einer Aussicht, die keinen Wunsch offen lässt. Wir sehen alle Großen der Allgäuer Hochalpen und können bis in die Schweiz zum Säntis schauen. Die von mir heiß geliebte Nagelfluhkette sehe ich mal im Ganzen und freue mich schon, sie im Sommer wieder zu gehen. Unsere schnapstrinkenden Wanderhelden haben es auch geschafft und unterhalten alle Anwesenden hier oben.

Blick zum Säntis
Und schon ist auch im Tal der Nebel weg

Nach einer ausgiebigen Brotzeit treten wir beflügelt den Rückweg an und entscheiden uns, in Richtung Ofterschwang abzusteigen. Eine gute Idee. Erst schlendern wir auf einem Panoramaweg in nördlicher Richtung auf das Ofterschwanger Horn zu. Die paar Meter zum Gipfel schenken wir uns und laufen hinüber zur Bergstation des Weltcupexpress von Ofterschwang. Zwei weiße Bänder ziehen sich den Hang hinab und dienen vor allem den Tourengehern für die Abfahrt. Es hört sich sehr vereist an und sieht nicht nach Spaß aus. Ich bin froh, um meine Wanderschuhe unter den Füßen. Das ist zur Zeit vermutlich mehr Spaß. Die Hütten unterwegs haben durch das herrliche Wetter und die vielen Wanderer genügend Zulauf und es kommt etwas Aprèsski-Feeling auf. Wir kehren dennoch nicht ein und laufen hinab nach Ofterschwang. Jetzt fehlen uns nur noch ein paar hundert Meter hinüber zum Auto, denke ich. Der Wanderweg geht erst noch einmal stramm aufwärts, um dann hinter den Häusern hinüber nach Sigiswang zu führen, wo wir die mühsam gewonnenen Höhenmeter wieder absteigen dürfen. Das hätte es nicht gebraucht. Dennoch: Das Wetter, die Aussicht, der ganze Tag – ein herrliches Gefühl und wir werden nicht müde, es immer wieder zu sagen, dass wir heute Glückskinder waren.

Gehzeit: 3 Stunden 30 Minuten / Strecke: 12,75 km bei 804 hm

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