Noch ein paar Schritte nach Italien und zum ersten Cappuccino

Von der Olperer Hütte zum Pfitscher Joch Haus (2.275 m)

Es war ein weinseliger Abend mit Lucia und zwei Vorarlbergern, die den Olperer besteigen wollen und dann den Berliner Höhenweg wandern wollen. Es war die erste DAV Hütte mit einer Weinkarte, die nicht nur Zweigelt und Veltliner aus der Literflasche umfasst. Das haben wir nach dem perfekten Essen gut genutzt und den wunderbaren Sonnenuntergang genossen. Ich habe erstmals im Leben Tiroler Graukäs gegessen, der ja optisch nicht unbedingt überzeugt, dafür aber geschmacklich.

Das Sonnenaufgangsfrühstück mit Blick auf den Schlegeisspeicher, Großen Möseler und Hochfeiler und eine Teiletappe des Berliner Höhenweges war sehr beeindruckend. Es war schwer, sich von dieser Pracht zu lösen und weiterzulaufen. Ehe ich auf meine kurze Etappe gestartet bin, kam noch der Helikopter zur Hütte und hat einige Versorgungsladungen gebracht. Toll, auch das mal gesehen zu haben.

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Die heutige Etappe ist nicht schwierig und nicht lang, eher ein Nachmittagsspaziergang im Vergleich zu anderen Tagen. Es geht über Platten, die der AV Neumarkt mit schwerem Gerät auf dem – ratet: Neumarkter Höhenweg in leichtem Auf und Ab immer mit Blick auf den Schlegeisspeicher und den Hochfeiler in Richtung Pfitscher Joch. Es macht Spaß, auch mit 10 kg auf dem Rücken über die Steine und den Bächen zu springen und von oben dem geschäftigem Treiben auf dem Weg vom Tal zuzuschauen. Bereits nach 3 Stunden passiere ich die Grenze nach Italien und bin auch bald am Pfitscher Joch Haus.

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Ich komme im größten Mittagstrubel in der Hütte an und wäre am liebsten davongelaufen. Ich habe den schlechtesten Apfelstrudel meines Lebens gegessen, nachempfunden ich 30 Minuten dafür angestanden bin. Drinnen ist alles voll und draußen ist es durch den Wind empfindlich kalt. Es sind viele Menschen hier oben, die von allein nicht hier hoch gekommen sein können. Es stellt sich auch heraus, dass die Hütte einen Shuttle vom Tal anbietet. Ein kluger Schachzug 😉

Zum Glück kommt Lucia auch bald und nach einem guten Cappuccino suchen wir uns ein windgeschützten Fleckchen auf der Wiese und dösen in der Nachmittsgssonne mit Blick auf den Hochfeiler.

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Blick zurück auf die Olperer Hütte

Als die Radler und die Tagestoutisten weg sind kehrt Ruhe ein, die Wirtsleute werden entspannter und ich bekomme einen schönen Schlafplatz im 5-er Lager, gemeinsam mit zwei Bergsteigern aus Südtirol und zwei Wiener Mountainbikern. Und es gibt eine Dusche ohne Zeitbegrenzung und ohne Duschmarke sowie grnügrnd Platz zum Wäschetrocknen. Auch kleine Sachen können total glücklich machen.

Abends gibt es Speckknödel, die auch wirklich gut sind und einen schönen Sonnenuntergang mit „brennenden“ Gipfeln.

Morgen steht eine lange schwere Etappe an, so dass wir früh ins Bett gehen. Im Lager fachsimpeln wir alle noch etwas über Weitwandern, Bergsteigen, Moutainbiken und Südtirol. Die Bergsteiger starten um 4.00 Uhr, so dass das Licht sehr früh aus ist.

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