Viel Kraxelei und als Lohn für die Mühen – keine Sicht

Über den Schneibstein (2.276 m) zur Gotzenalm (1.685 m)

Für eine Nacht in der Hütte haben wir alle einigermaßen gut geschlafen. Schnarcher waren, zumindest die meiste Zeit, auch keine dabei… Der erste Blick aus dem Fenster verheißt perfektes Bergwetter.

Nach einem sehr guten Frühstück starten wir bei stahlblauem Himmel und doch sehr frischen Temperaturen.

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Nach wenigen Minuten erreichen wir das Carl-von-Stahl-Haus und von da aus steigen wir die nächsten zwei Stunden auf den Schneibstein hinauf. Zwischen den Latschen hindurch ist einiges an Kraxelei notwendig und der Boden ist doch relativ feucht und rutschig. Alle halten gut durch und so kommen wir Schritt für Schritt voran und nach oben. Schritt für Schritt ziehen auch die Wolken heran. Als wir endlich oben bei den zwei Gipfelkreuzen angekommen sind, haben wir überhaupt keinen Ausblick.

Es ist frisch hier oben, so dass wir schnell weiterziehen. Es geht in leichtem Auf und Ab auf der Höhe entlang. Plötzlich sehen wir Steinbockweibchen mit ihren Jungen – eine ganze Herde.

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Das ist schon ein besonderer Moment. Immer in den Wolken laufen und klettern wir abwärts zum Seeleinsee. Dahin brauchen wir länger als gedacht, da die Kraxelei doch einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Bei gefühlten 5 Grad machen wir eine kurze Mittagsrast und essen ganz schnell unsere Brote. Dann endlich taucht auch der Seeleinsee auf.

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Von hier aus gilt es noch einmal einige Höhenmeter zum Hochgschirrsattel (1.949 m) zu überwinden. Die Etappe erfordert doch viel eigene Motivation, da es für die Anstrengung keine lohnende Sicht, sondern nur Grau in Grau gibt. Am Sattel angekommen, wartet ein sehr langer Abstieg mit viel Geröll auf uns, der erst am Ende in einen netten Höhenweg mündet und anschließend für nochmals fast eine Stunde durch Wald und Almgelände führt. Endlich kommt die heiß ersehnte Gotzenalm in Sichtweite und jeder ist für sich selbst dankbar, dass das Ziel in greifbarer Nähe ist. Ich bin stolz auf meine Eltern, dass sie diese (Tor)Tour mit Bravour gemeistert haben.

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Die Hütte ist voll und Bettenvergabe erst 17.00 Uhr. Also doch dass wohlverdiente Stück Strudel und einen heißen Kaffee. Unsere Männer haben ein gutes Näschen und wir bekommen erstens ein Zimmer :mrgreen: und sind zweitens fast die ersten, die das Zimmer beziehen können. Da es keine Duschen gibt und nur kaltes Wasser auf uns wartet, ist Day Waschen eine schnelle Angelegenheit, zumal wir auch hier die ersten sind.
Danach steht dem gemütlichen Teil des Abends nichts mehr im Weg. Wir genießen unser Essen und, soweit es der unermüdliche fränkische Trompeter zulässt, die Gespräche mit anderen Wanderern. Ein absoluter Gegenentwurf zur gestrigen Hütte, aber auch charmant. Obwohl uns neun Stunden in den Beinen stecken, halten wir es ziemlich lange aus.

Übrigen soll man von der Gotzenalm einen wunderbaren Ausblick auf den Watzmann haben. Das blieb uns leider erspart…

Ein Gedanke zu „Viel Kraxelei und als Lohn für die Mühen – keine Sicht“

  1. Das Wasser ist ja glasklar. Bestimmt aber auch Ars… kalt.
    Und so ist das eben. Manchmal verliert man und manchmal gewinnen die anderen…
    Aber war doch trotz der schlechten Sicht bestimmt eine schöne Tour.
    Ich hoffe mal auf gutes Wetter Ende Oktober, da ich mit Pascal da nochmal nach Oberwiesenthal zum Wandern möchte. (soll eine Überraschung werden)

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